Lungenpest

Die Lungenpest ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit. Sie kann in Form kleiner Tröpfchen in der Luft von Mensch zu Mensch übertragen werden oder als Folge von Beulenpest entstehen. Die Pest kommt noch in bestimmten Gebieten Afrikas, Asiens und Amerikas vor.

Auf einen Blick

  • Die Lungenpest ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit.
  • Sie kann allein auftreten (primäre Lungenpest) oder als Folge der Beulenpest (sekundäre Lungenpest).
  • In Deutschland und Europa gibt es die Pest nicht mehr. Sie tritt aber noch in bestimmten Gebieten Afrikas, Asiens und Amerikas auf.
  • Bei der primären Lungenpest kann man sich über kleine Tröpfchen in der Luft anstecken.
  • Eine Pest-Erkrankung muss rasch mit Antibiotika behandelt werden.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ratte in einem Erdtunnel

Was ist Lungenpest?

Die Pest ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird.

Lungenpest ist die schwerwiegendste Form der Pest. Sie kann auftreten:

  • als eigenständige Krankheit (primäre Lungenpest)
  • als Folge der Beulenpest (sekundäre Lungenpest)

Bei umgehender Behandlung mit Antibiotika ist die Erkrankung heilbar.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko?

Aufgrund verbesserter hygienischer Verhältnisse ist die Pest mittlerweile selten geworden und kommt vereinzelt vorwiegend in Gebieten der Tropen und Subtropen vor.

In Phasen von Pest-Ausbrüchen kann für Reisende das Ansteckungsrisiko erhöht sein. In Deutschland besteht kein Risiko, an Pest zu erkranken.

Was sind Infektionskrankheiten?

Im folgenden Video erfahren Sie, wann Mediziner von einer Infektionskrankheit sprechen, durch welche Erreger Infektionskrankheiten ausgelöst und wie sie übertragen werden.

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Es gelten die dort bekanntgegebenen Datenschutzhinweise.

Welche Symptome treten bei Lungenpest auf?

Die Inkubationszeit bei Lungenpest beträgt ein bis drei Tage. Das ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome.

Typisch ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit grippeähnlichen Beschwerden wie:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schüttelfrost

Hinzu kommen Symptome wie Bewusstseinsstörungen und eine vergrößerte Leber und Milz.

Der Zustand einer infizierten Person verschlechtert sich rapide.

Zum einen treten schwere Atemwegsbeschwerden auf wie Atemnot, schmerzhafter Husten mit Auswurf und Schmerzen im Brustkorb. Es kann zu Atemstillstand und Schock kommen.

Zum anderen können weitere schwerwiegende Krankheitszeichen auftreten, die durch eine Sepsis ausgelöst werden. Dazu zählen:

  • Kreislaufkollaps
  • Organausfall
  • Blutungen
  • Störung der Blutgerinnung mit violetter Färbung der Haut
  • Absterben von Gliedmaßen

Was ist eine Sepsis?

Im folgenden Video erfahren Sie, wodurch eine Sepsis ausgelöst wird. Welche Symptome treten auf und wie kann sie behandelt werden?

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Wie bekommt man Lungenpest?

Lungenpest wird durch Bakterien namens Yersinia pestis verursacht.

Bei der primären Lungenpest werden die Erreger von Mensch zu Mensch durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchen übertragen, die beim Sprechen oder Niesen entstehen.

Die sekundäre Form entsteht, wenn sich bei einem Menschen mit Beulenpest die Erkrankung auf die Lunge ausbreitet.

Selten können dann die Bakterien ebenfalls durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werden.

Wie häufig ist Pest?

Zwischen 2010 und 2015 wurden weltweit insgesamt 3.248 Fälle von Pest aller Formen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Dabei verliefen 584 Erkrankungen tödlich.

Detaillierte Informationen dazu, wo die Pest heute noch vorkommt, finden Sie im Artikel Beulenpest.

Wie verläuft Lungenpest?

Lungenpest ist die schwerwiegendste Form der Pest. Sie lässt sich durch eine rasche Behandlung mit Antibiotika heilen.

Wenn Erkrankte nicht schnell genug behandelt werden können, führt die Erkrankung bei den meisten Menschen innerhalb von 24 Stunden zum Tod.

Wie kann man Lungenpest vorbeugen?

Derzeit ist weltweit kein Impfstoff gegen Pest zugelassen. Bei Kontakt mit an Pest erkrankten Personen kann unter Umständen die vorbeugende (prophylaktische) Gabe eines Antibiotikums erfolgen.

Das Auswärtige Amt hat ein Merkblatt zum Thema Pest herausgegeben. Es richtet sich an Beschäftigte und Reisende, die sich in Gebieten mit Pest-Erkrankungen aufhalten.
Zum Merkblatt

Wie wird Lungenpest diagnostiziert?

Erste Hinweise auf Lungenpest ergeben sich durch die ausführliche Befragung (Anamnese). Die Ärztin oder Arzt fragt zum Beispiel, ob:

  • man sich in den letzten Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat
  • in dem Risikogebiet aktuelle Pestinfektionen bekannt sind
  • man Kontakt zu an Pest Erkrankten hatte

Stellt sich durch die Befragung heraus, dass man einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt war und zeigen sich zusätzlich typische Symptome, erhärtet sich der Verdacht.

Für die genaue Diagnose werden dann im Labor Proben aus Blut oder Speichel mit speziellen Methoden direkt auf die Erreger untersucht.

Wie wird Lungenpest behandelt?

Personen, die an Lungenpest erkrankt sind, müssen so schnell wie möglich im Krankenhaus aufgenommen und mit geeigneten Antibiotika behandelt werden.

Lungenpest muss so schnell wie möglich mit Antibiotika behandelt werden.

Zu Beginn und während der Behandlung ist es wichtig, sicherzustellen, dass das eingesetzte Medikament tatsächlich gegen die Bakterien wirkt, denn mittlerweile haben etliche Erreger eine Resistenz gegenüber Antibiotika entwickelt.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG).

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