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Krankheiten Sepsis

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ICD-Codes: R57.2 A41 Was sind ICD-Codes?

Einer Sepsis – auch Blutvergiftung genannt – geht immer eine Infektion voraus, welche die körpereigene Abwehr nicht mehr örtlich begrenzen kann. Krankheitserreger und körpereigene Entzündungs-Botenstoffe überschwemmen dann den Körper und schädigen lebenswichtige Organe. Die Sepsis ist ein Notfall und muss umgehend im Krankenhaus behandelt werden.

Auf einen Blick

  • Bei einer Sepsis gerät die körpereigene Abwehrreaktion auf eine Infektion außer Kontrolle, wodurch sich die Krankheitserreger im Körper ausbreiten.
  • Es kann zur Schädigung wichtiger Organe und zum Kreislaufversagen kommen.
  • Eine Sepsis ist ein Notfall und muss umgehend im Krankenhaus behandelt werden.
  • 20 bis 30 Prozent der Menschen, die jährlich in Deutschland an einer Sepsis erkranken, sterben daran.
  • Impfungen helfen, bestimmte Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine behandschuhte Hand hält eine Petrischale, in der Bakterienkulturen zu sehen sind. Auf dem Tisch daneben stehen weitere Petrischalen. Eine behandschuhte Hand hält eine Petrischale, in der Bakterienkulturen zu sehen sind. Auf dem Tisch daneben stehen weitere Petrischalen.

Was ist eine Sepsis?

Eine Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Infektionskrankheiten. So kann die Ansteckung mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zu einer Sepsis führen. Eine Sepsis entwickelt sich aus einer örtlich begrenzten Infektion. Durch eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion breiten sich die Krankheitserreger aus und der Körper wird mit Entzündungs-Botenstoffen überflutet. Das kann zu Schäden an lebenswichtigen Organen führen. Deshalb ist es wichtig, eine Sepsis so schnell wie möglich zu erkennen und im Krankenhaus zu behandeln.

Informationen, wie man eine Sepsis erkennt und wie sich schwerwiegende Folgen vermeiden lassen, bietet das Aktionsbündnis Patientensicherheit mit der Initiative Deutschland erkennt Sepsis. Die Initiative bietet außerdem kostenlose Schulungsvideos an, speziell für pflegende Angehörige.

Wie zeigt sich eine Sepsis?

Eine Infektion kann mit unterschiedlichen Beschwerden einhergehen. So sind allgemeine Symptome wie Fieber, Erschöpfung und Herzrasen möglich. Das Auftreten von manchen Beschwerden hängt vor allem davon ab, welche Körperregion betroffen ist.

Eine Infektion kann sich zum Beispiel durch eines der folgenden Symptome bemerkbar machen:

  • Husten
  • Bauchschmerzen
  • gerötete und schmerzhafte Wunde
  • Brennen beim Wasserlassen, möglicherweise mit Blasen- und Flankenschmerzen

Wenn sich eine Infektion im Körper ausbreitet, können darüber hinaus weitere Beschwerden auftreten.

Zu den Symptomen einer Sepsis gehören:

  • plötzlich auftretende Verwirrtheit
  • Kurzatmigkeit und schnelle Atmung
  • Herzrasen
  • Fieber und Schüttelfrost
  • feuchte Haut durch vermehrtes Schwitzen
  • Schmerzen und starkes Unwohlsein
Zu den Symptomen einer Sepsis zählen Verwirrtheit, schnelle Atmung, Herzrasen, Fieber, Schwitzen, Schmerzen und Unwohlsein.

Bei Anzeichen für eine Infektion wird empfohlen, sich umgehend ärztlich vorzustellen. Eine Sepsis ist ein Notfall und man sollte sofort den Notruf wählen.

Was verursacht eine Sepsis?

Ursache einer Sepsis ist immer eine Infektion. Meist handelt es sich um eine bakterielle Infektion, aber auch Viren, Pilze und Parasiten können eine Sepsis verursachen. Solange der Körper die Infektion lokal begrenzen kann, entsteht keine Sepsis. Erst wenn die Abgrenzung zusammenbricht, überschwemmen Erreger und Entzündungsbotenstoffe den gesamten Körper. Dadurch kann es zu Schäden an Organen und zum Kreislaufversagen kommen.

Jede Form der Infektion kann zu einer Sepsis führen: eitrig entzündete Hautwunden oder Mückenstiche, entzündete Zähne, infizierte Prothesen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Harnwegsinfekte, Durchfallerkrankungen und viele andere Infektionskrankheiten. Eine Sepsis ist die gemeinsame Endstrecke, wenn die körpereigene Abwehr die Infektion nicht begrenzen kann.

Video Was ist eine Sepsis?

Im folgenden Video erfahren Sie, wodurch eine Sepsis ausgelöst wird. Welche Symptome treten auf und wie kann sie behandelt werden?

Dieses und weitere Videos gibt es auch auf YouTube

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Es gelten die dort bekanntgegebenen Datenschutzhinweise.

Wie verläuft eine Sepsis?

Eine Sepsis ist lebensbedrohlich. Im Verlauf der Erkrankung können wichtige Organe geschädigt werden und dadurch nicht mehr richtig funktionieren. Häufig sind Lunge, Herz, Leber und Nieren betroffen. 

Eine schwere Verlaufsform der Sepsis ist der septische Schock. Bei diesem ist die Herz-Kreislauf-Funktion beeinträchtigt und die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Mitunter kommt es zu einem Versagen mehrerer Organe. Patientinnen und Patienten mit einem septischen Schock haben ein hohes Risiko, zu versterben. Wird solch ein schwerer Verlauf überlebt, können körperliche und psychische Spätfolgen auftreten.

Wie lässt sich einer Sepsis vorbeugen?

Man kann sich vor einer Sepsis zwar nicht direkt schützen, wohl aber vor Infektionen, die eine Sepsis auslösen können.

Folgende allgemeine Maßnahmen helfen, Infektionen zu vermeiden und somit das Sepsis-Risiko zu senken:

  • Hygiene: Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände. Achten Sie bei der Zubereitung von Mahlzeiten auf eine hygienische Vorgehensweise.
  • Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn Sie eine Infektion bei sich vermuten. So kann diese frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Wenn Ihnen ein Antibiotikum verschrieben wird, nehmen Sie es korrekt und über den angegebenen Zeitraum ein.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine gesunde Ernährung.
  • Impfungen helfen, bestimmte Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Sie suchen Informationen zur Prävention und Früherkennung einer Sepsis? Auf der Website des Robert Koch-Instituts finden Sie dazu eine Infografik.

Wie diagnostiziert man eine Sepsis?

Ärztinnen und Ärzte können auf eine Sepsis schließen, wenn typische Symptome bestehen. Außerdem wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt und verschiedene Werte werden gemessen. Zu diesen Werten zählen zum Beispiel der Puls, der Blutdruck, die Atemzüge pro Minute und die Körpertemperatur.

Darüber hinaus werden mehrere Blutproben abgenommen. Dadurch können verschiedene Entzündungswerte bestimmt und die Funktion wichtiger Organe überprüft werden. Außerdem lassen sich mögliche Krankheitserreger nachweisen. Neben Blutproben werden zum Beispiel auch Urinproben untersucht. Möglicherweise sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um den Erreger und den Ort der Infektion zu ermitteln.

Wie wird eine Sepsis behandelt?

Eine Sepsis ist ein Notfall. Es ist wichtig, diese schnell zu erkennen und die Behandlung im Krankenhaus umgehend zu beginnen. Das verbessert die Heilungschancen und kann mögliche Folgeschäden verhindern.

Noch bevor die Ergebnisse der Blutuntersuchung feststehen, erhalten die Betroffenen ein Antibiotikum. Dieses ist gegen die häufigsten bakteriellen Sepsis-Erreger wirksam. Zusätzlich bekommen sie Flüssigkeit als Infusion über die Vene, um den Kreislauf zu stabilisieren.

Wurde der Sepsis-Erreger in den Blutproben nachgewiesen, kann das Antibiotikum bei Bedarf durch ein besser wirksames Medikament ausgetauscht werden. Dabei kann es sich je nach Erreger um ein anderes Antibiotikum oder auch ein Medikament gegen Viren oder Pilze handeln.

Bei einem schweren Verlauf ist es in der Regel notwendig, dass die Erkrankten auf der Intensivstation behandelt werden. Hier werden verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um wichtige Organe in ihrer Funktion zu unterstützen.

In bestimmten Fällen ist möglicherweise auch eine Operation erforderlich, um die Infektion zu behandeln.

Wo bekomme ich Unterstützung im Alltag?

Die Deutsche Sepsis-Hilfe e.V. bietet Betroffenen und ihren Angehörigen ein Netzwerk, um sich auszutauschen und Unterstützung zu erhalten. Auf dieser Website kann man sich über Sepsis informieren, sich beraten lassen und Ansprechpersonen finden.

Hier gelangen Sie zur Website der Deutschen Sepsis-Hilfe e.V.

Wo finde ich weitere Informationen?

Die Sepsis-Stiftung bietet in ihrem Booklet ausführliche Informationen zur Vorbeugung, Risikofaktoren und Früherkennung von Sepsis.

Die Initiative "Deutschland erkennt Sepsis" des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. bietet eine kostenfreie Broschüre zum Thema Sepsis. Diese ist auch in Leichter Sprache verfügbar.

  • Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge. S3-Leitlinie. AWMF-Registernummer 079-001. Stand: 30.04.2025.
  • Robert Koch-Institut (RKI). Infektionskrankheiten A–Z: Sepsis. Stand: 11.09.2025.
  • Robert Koch-Institut (RKI). Sepsis – neue Definition, neue Kontroversen. Epidemiologisches Bulletin. September 2017. Nr. 37.
  • Sepsis-Stiftung. Gemeinsam gegen Sepsis. Aufgerufen am 04.11.2024.
  • Singer M et al. The Third International Consensus Definitions for Sepsis and Septic Shock (Sepsis-3). JAMA 2016. 315(8): 801-810.
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Improving the prevention, diagnosis and clinical management of sepsis. April 2017. A70/13.
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sepsis. Aufgerufen am 04.11.2024.
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Geprüft durch die Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V.

Stand: 18.03.2026
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