Schwangerschaft: Anzeichen und Beschwerden

Das Wohlbefinden während der Schwangerschaft wird manchmal durch unangenehme Begleiterscheinungen wie etwa Morgenübelkeit getrübt. Häufig können Hausmittel und einfache Verhaltensänderungen die Schwangerschaftsbeschwerden lindern.

Auf einen Blick

  • In der Schwangerschaft verändert sich der Körper, um sich auf das Wachstum und die Versorgung des Kindes einzustellen.
  • Die körperlichen Veränderungen können unangenehme Begleiterscheinungen hervorrufen.
  • Zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden zählen Übelkeit, Brustspannen, Müdigkeit, Rückenschmerzen und Zahnfleischentzündungen.
  • In der Regel sind Schwangerschaftsbeschwerden harmlos und treten nur vorübergehend auf.
  • Bei Unsicherheiten, anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden in der Schwangerschaft sollten Sie ärztlichen Rat oder Hebammenhilfe einholen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden: Eine hochschwangere junge Frau sitzt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa. Sie hält sich den Bauch und den Rücken. Sie scheint Rückenschmerzen zu haben.

Was ist der Grund für Beschwerden in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft stellt sich der Körper der Frau darauf ein, das heranwachsende Kind zu versorgen, und bereitet sich auf die Geburt vor. Viele Frauen genießen diese Zeit voller Vorfreude auf ihr Baby und fühlen sich besser als je zuvor. Die körperlichen Veränderungen bringen aber häufig auch Beschwerden mit sich. Sie sind meist harmlos und können sich im Laufe der Monate ändern: Einige Frauen fühlen sich plötzlich furchtbar müde oder hungrig. Sie reagieren empfindlich auf bestimmte Gerüche, leiden unter Übelkeit oder ihre Brüste schmerzen.

Diese typischen Begleiterscheinungen lassen werdende Mütter manchmal schon früh spüren, dass sie schwanger sind – lange bevor ein Schwangerschaftstest die Gewissheit bringt. Das Einnehmen von Medikamenten und pflanzlichen Mitteln ohne ärztlichen Rat ist in der Schwangerschaft nicht ratsam. Aber häufig können Hausmittel und kleine Verhaltensänderungen die Schwangerschaftsbeschwerden lindern.

Was sind die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft?

Ob und wie schnell eine Frau bemerkt, dass sie schwanger ist, kann sehr unterschiedlich sein. Als wichtiges Anzeichen für eine Schwangerschaft gilt das Ausbleiben der Regelblutung. Einige Frauen bemerken aber schon früh mögliche Anzeichen einer Schwangerschaft. Zu den ersten Hinweisen auf eine Schwangerschaft können zählen:  

  • morgendliche Übelkeit
  • Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen und Speisen
  • ungewöhnlicher Appetit/Heißhunger 
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Müdigkeit
  • Völlegefühl und Blähungen
Zu den ersten Hinweisen auf eine Schwangerschaft zählen: morgendliche Übelkeit, empfindlichkeit gegenüber Gerüchen und Speisen, ungewöhnlicher Appetit/Heißhunger, Spannungsgefühl in den Brüsten, Müdigkeit, Völlegefühl und Blähungen.

Einen ersten Hinweis, ob eine Frau schwanger ist oder nicht, bieten Schwangerschaftstests für zu Hause. Sie sind rezeptfrei in Drogeriemärkten, Apotheken oder online erhältlich. Nach dem Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter produziert der Körper ein Schwangerschaftshormon. Dieses lässt sich bereits nach etwa 14 Tagen im Urin nachweisen. Allerdings kann der Test trotz bestehender Schwangerschaft negativ ausfallen, wenn die Menge des Schwangerschaftshormons noch gering ist. Fällt der Test positiv aus, liegt höchstwahrscheinlich eine Schwangerschaft vor.

Diese sollte dann zeitnah durch den Besuch bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt bestätigt werden. Die Feststellung einer Schwangerschaft kann auch durch eine Hebamme erfolgen. Mit einer Blutuntersuchung kann bereits nach 6 bis 9 Tagen sicher geklärt werden, ob eine Frau schwanger ist oder nicht. Ab der 5. oder 6. Woche kann die Schwangerschaft durch eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Außerdem kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt den voraussichtlichen Geburtstermin errechnen.

Was sind typische Schwangerschaftsbeschwerden und was hilft dagegen?

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Doch während das ungeborene Kind im Mutterleib wächst, verändert sich der Körper der werdenden Mutter stetig. Daraus können sich verschiedene Begleiterscheinungen und auch Beschwerden ergeben. Die meisten sind harmlos und gehen von selbst vorüber. Bei einigen Beschwerden können einfache Hausmittel und Verhaltensänderungen eine Linderung bewirken. Falls die Beschwerden länger anhalten oder sehr belastend sind, sollten werdende Mütter zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Auch Hebammen leisten Hilfe bei Beschwerden.

Im Folgenden sind typische Schwangerschaftsbeschwerden alphabetisch aufgelistet.

Blähungen und Verstopfung

Blähungen kommen in der Schwangerschaft häufig vor. Der Körper produziert Hormone, die die Muskeln für den wachsenden Bauch und die spätere Geburt entspannen. Im Zuge dessen entspannt sich auch die Darmmuskulatur. Dadurch verlangsamt sich die Verdauung und es kann zu Verstopfungen und Blähungen kommen. Später in der Schwangerschaft kann die wachsende Gebärmutter den Darm einengen.

Blähungen und Verstopfung sind unangenehm, schaden aber dem ungeborenen Kind nicht. Greifen Sie nicht zu Abführmitteln: Die meisten sind für Schwangere nicht empfohlen. Da Einläufe Wehen auslösen können, sind sie ebenfalls ungeeignet.

Hilfreich bei Blähungen und Verstopfung:

  • Nehmen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag zu sich.
  • Meiden Sie blähende Lebensmittel wie Zwiebeln, Kohl, Brokkoli oder frittierte Speisen.
  • Fenchel, Anis und Kümmel können als Tee oder als Massageöl für den Bauch die Beschwerden lindern.
  • Bewegung, ein warmes Bad und Wärme allgemein können bei Blähungen und Verstopfung helfen.
  • Wichtig ist, dass Sie ausreichend trinken.
  • Eingeweichte Trockenfrüchte, Flohsamenschalen oder Leinsamen regen die Verdauung an.

Sollten die Beschwerden bestehen bleiben, fragen Sie Ihre Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.

Blasenschwäche (Inkontinenz)

Viele Schwangere müssen häufiger Wasser lassen. Einige Hormone in der Schwangerschaft bewirken eine Entspannung der Muskulatur. Davon ist auch der Schließmuskel der Blase betroffen. Später drückt die größer werdende Gebärmutter auf die Blase und führt Frauen häufiger auf die Toilette.

7 von 10 Schwangeren berichten außerdem, dass sie ab und zu den Urin nicht halten können – vor allem beim Husten, Niesen, Lachen oder Laufen. Dies ist vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft der Fall und bei Frauen, die bereits früher ein Kind geboren haben.

Bei einer Blasenschwäche in der Schwangerschaft hilft es, die Beckenbodenmuskulatur durch Gymnastik zu stärken.

Bei einer Blasenschwäche in der Schwangerschaft hilft es, die Beckenbodenmuskulatur durch Gymnastik zu stärken. Werdende Mütter können damit beginnen, sobald die Beschwerden auftreten. Häufig verschwinden sie dann noch während der Schwangerschaft. Gleichzeitig beugt man damit vor, dass die Blasenschwäche auch nach der Geburt fortbesteht oder später wieder auftritt. Übungen zur Stärkung des Beckenbodens erklärt eine Hebamme, eine Ärztin oder ein Arzt. Zudem sind zahlreiche Anleitungen und Videos im Internet zu finden.

Brustspannen

Spannungsgefühle in den Brüsten zählen häufig zu den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft. Sie hängen mit der hormonellen Umstellung zusammen. Die Brüste wachsen vor allem in den ersten Wochen und Monaten – manchmal sogar um mehrere Körbchengrößen. Sie werden größer und schwerer, spannen oder drücken und reagieren empfindlich auf Berührungen.

Das hilft bei unangenehmem Spannungsgefühl in den Brüsten:

  • sanfte Massagen mit Pflegeölen wie Lavendel-, Mandel- oder Orangenblütenöl
  • feucht-warme Umschläge mit einigen Tropfen Lavendelöl
  • ein warmes Bad mit Lavendelzusatz
  • ein gutsitzender, stützender und dehnungsfähiger BH mit breiten Trägern, gut geeignet sind auch Still-BHs

In den meisten Fällen hört das Brustspannen nach den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten von selbst auf.

Geruchsempfindlichkeit

Viele schwangere Frauen schrecken plötzlich angewidert zurück, wenn Sie den Kühlschrank öffnen, Kaffee, Zigarettenrauch oder bestimmte Speisen riechen. Selbst das Zähneputzen kann einen Würgereiz auslösen. Diese Geruchsempfindlichkeit tritt häufig im ersten Schwangerschaftsdrittel auf und hat einen guten Grund: Ihr Körper will Sie davor bewahren, Dinge zu essen oder zu trinken, die Ihnen nicht guttun. Auch hier liegt die Ursache in den hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft. Vertrauen Sie Ihrem Körper und hören Sie auf ihn. Bei aufkommender Übelkeit durch Speisen oder Gerüche hilft es, an einer aufgeschnittenen Zitrusfrucht zu riechen.

Haarausfall/verstärkter Haarwuchs

Der Haarwuchs kann sich im Laufe einer Schwangerschaft mehrmals verändern. In den ersten Monaten erschrecken manche Frauen über die vielen Haare, die sie nach dem Kämmen in der Bürste oder nach dem Duschen im Abfluss finden. Daran lässt sich nichts ändern. Wenn sich die Hormone eingestellt haben, gibt sich das Problem wieder und wendet sich häufig sogar zum Guten: Ab Mitte der Schwangerschaft wachsen die Haare bei vielen Frauen umso üppiger und glänzender. In einigen Fällen gilt dies allerdings auch für die Gesichts- und Körperbehaarung.

Nach der Geburt folgt dann die nächste Hormonumstellung und die Haare können wieder ausfallen. Aber auch dieser Haarausfall ist zeitlich begrenzt und hält nicht länger als 3 bis 12 Monate an. 

Wichtig für Frauen mit gefärbten Haaren: Verzichten Sie während der Schwangerschaft möglichst auf das Färben oder Blondieren. Alternativ können Sie pflanzliche Haarfarben verwenden oder Ihre Haare schonend tönen.

Hämorrhoiden

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden: Die gut durchbluteten Gefäßpolster dichten zusammen mit dem Schließmuskel den Darmausgang ab. In der Schwangerschaft können sie sich vergrößern.

Zu den unangenehmen Begleiterscheinungen gehören:

  • Jucken
  • Nässen
  • Schmerzen am After
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • leichte, hellrote Blutspuren beim Abwischen

Viele Frauen klagen in den letzten Monaten der Schwangerschaft über Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden. Sie entstehen durch die verstärkte Durchblutung im Bereich des Beckens und durch Hormone, die Blutgefäße erweitern. Auch zu starkes Pressen bei Verstopfung oder hartem Stuhl kann Hämorrhoiden verursachen. Meistens bilden sich sie sich nach der Geburt von allein zurück.

Das hilft bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft:

  • Sorgen Sie für weichen Stuhl, indem Sie viel trinken.
  • Essen Sie viel Obst und Gemüse und möglichst ballaststoffreiche Vollkornprodukte.
  • Aufgequollene Leinsamen oder indische Flohsamen können für weichen Stuhl sorgen.

Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, bevor sie abschwellende oder betäubende Salben oder Tinkturen verwenden.

Heißhunger/großer Appetit

Fast jeder kennt das Klischee: „Schwangere essen saure Gurken“. Tatsächlich haben werdende Mütter häufig großes Verlangen nach ungewöhnlichen Lebensmitteln oder nach merkwürdigen Kombinationen aus süßen, sauren oder salzigen Speisen. Keine Sorge: Solange es Ihnen bekommt, schadet es auch nicht.

Heißhungerattacken entstehen durch die gesteigerte Insulinproduktion in der Schwangerschaft. Sobald der Blutzuckerspiegel abfällt, reagiert der Körper mit plötzlichen, starken Hungergefühlen.

Dagegen hilft:

  • Haben Sie immer gesunde Snacks oder etwas Obst dabei.
  • Essen Sie über den Tag verteilt regelmäßig kleinere Mahlzeiten.

Essen für zwei?

Da sich in der Schwangerschaft der Stoffwechsel ändert, haben viele schwangere Frauen einen sehr großen Appetit. Damit Ihr Baby gut mit Nährstoffen versorgt wird, Sie aber trotzdem nicht zu viel zunehmen, sollten Sie auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung achten. Im Verlauf der Schwangerschaft lässt der Appetit wieder nach, da die wachsende Gebärmutter den Magen nach oben drängt.

Krampfadern

Krampfadern können in der Schwangerschaft auftreten. Oft treten sie bereits in den ersten drei Monaten auf. Meist bilden sich die unschönen blauen Äderchen nach der Geburt von selbst zurück. Krampfadern in der Schwangerschaft haben verschiedene Ursachen: Sie entstehen aufgrund der größeren Blutmenge in den Venen. Auch das zunehmende Gewicht des größer werdenden Kindes belastet die Blutgefäße im Becken und in den Beinen. 

Das hilft gegen Krampfadern:

  • Legen Sie mehrmals am Tag die Beine hoch.
  • Lagern Sie Ihre Beine auch nachts möglichst etwas höher.
  • Machen Sie durchblutungsfördernde Fuß- und Beingymnastik.
  • Duschen Sie Ihre Beine am Morgen abwechselnd warm und kalt.
  • Versuchen Sie möglichst viel zu gehen und sich zu bewegen.
  • Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Kompressionsstrümpfe verschreiben.

Müdigkeit

Besonders in den ersten drei Monaten sind Schwangere oft müde. Das kann an der Hormonumstellung und dem veränderten Stoffwechsel liegen. Außerdem ist am Anfang einer Schwangerschaft der Blutdruck manchmal niedriger als normal. Schwangere Frauen sollten ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf nachkommen. Vielleicht kann Ihr Partner Sie dabei unterstützen, Entspannungsphasen in den Alltag einzubauen. 

Das hilft Ihnen dabei, wieder in Schwung zu kommen:

  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
  • gemäßigte, der Schwangerschaft angemessene Sportaktivitäten
  • Wechselduschen am Morgen
  • aktivierende Rosmarinbäder

Ob bei anhaltender Müdigkeit körperliche Ursachen vorliegen, kann Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Hebamme untersuchen.

Rückenschmerzen

Vor allem in den letzten Monaten der Schwangerschaft haben viele Schwangere Rückenschmerzen. Häufig ist der untere Rücken betroffen. Manchmal strahlt der Schmerz sogar bis in die Beine aus. Das zunehmende Gewicht belastet die Muskeln und Bänder im Bereich der Wirbelsäule. Durch den wachsenden Bauch neigen viele Frauen zu einem Hohlkreuz. Zudem werden die Knorpel, Sehnen und Bänder im Beckenbereich durch bestimmte Hormone weicher und dehnbarer und können ebenfalls zu Rückenschmerzen führen. Die beste Vorbeugung gegen Rückenschmerzen erreichen Sie durch eine Kräftigung der Rückenmuskulatur.

Das lindert Rückenschmerzen:

  • Entspannen Sie Ihren Rücken durch ein wärmendes Bad, eine Wärmflasche oder durch Rotlichtbestrahlung.
  • Massieren Sie die schmerzenden Stellen oder lassen Sie sich massieren.
  • Treiben Sie regelmäßig schonenden Sport wie Schwimmen, Wassergymnastik, Yoga oder Walking.
  • In Kursen für Schwangerschaftsgymnastik lernen Sie Übungen zur Kräftigung der Muskulatur.
  • Tragen Sie bequeme und flache Schuhe.

Bei starken Beschwerden kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein stabilisierendes Schwangerschafts-Stützmieder verordnen.

Schlafstörungen und Schlaflosigkeit

Sie sind müde, können aber nicht schlafen oder wachen häufig auf? Das Problem kennen viele Schwangere. Je größer der Bauch wird, desto schwieriger ist es, eine bequeme Schlafposition zu finden. Häufiger Harndrang, Wadenkrämpfe, Sodbrennen und andere Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft verhindern einen ruhigen Schlaf. Manchmal wird auch Ihr Baby gerade dann aktiv, wenn Sie selbst zur Ruhe kommen.

Diese Tipps können helfen, Ihren Schlaf zu verbessern:

  • Nehmen Sie am Abend nur eine leichte Mahlzeit zu sich.
  • Verzichten Sie auf koffeinhaltige Getränke.
  • Lassen Sie den Tag möglichst ruhig ausklingen.
  • Gehen Sie erst ins Bett, wenn Sie wirklich müde sind.
  • Achten Sie auf ein gut gelüftetes, kühles Schlafzimmer.
  • Verwenden Sie Kissen, um Ihren Bauch, Rücken und die Knie zu polstern. 
  • Regelmäßige Bewegung, leichter Sport am Tag oder ein Abendspaziergang können helfen, besser einzuschlafen.
  • Autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen tragen zur Entspannung bei.
  • Auch Akupunktur, Massagen oder Yoga können bei Schlaflosigkeit helfen.

Bevor Sie beruhigende oder schlaffördernde Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen.

Schwangerschaftsstreifen

Durch das wachsende Kind im Mutterleib vergrößert sich der Bauchumfang nicht selten um 30 bis 40 Zentimeter. Die Haut und das Bindegewebe vollbringen eine Höchstleistung. Dabei können durch die Dehnung feine Risse in der Unterhaut entstehen. Sie zeigen sich als bläuliche oder rötliche Streifen. Diese Schwangerschaftsstreifen können nicht nur am Bauch, sondern auch an den Brüsten oder den Hüften auftreten.

Bei einigen Frauen juckt oder brennt die Haut an diesen Stellen oder fühlt sich taub an. Nach der Geburt verblassen oder schrumpfen die meisten Schwangerschaftsstreifen etwas. Leider kann man sie nicht verhindern oder rückgängig machen. Viele Schwangere pflegen ihre Haut mit Cremes oder Ölen. Dies kann Spannungsgefühle lindern, schützt aber nicht vor dem Entstehen der Schwangerschaftsstreifen.

Sodbrennen

Manche Frauen leiden in der Schwangerschaft plötzlich unter Sodbrennen: Darunter versteht man häufiges oder „saures“ Aufstoßen und ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein. Der Grund ist meist die wachsende Gebärmutter, die auf den Magen drückt. Außerdem lassen Schwangerschaftshormone den Muskelverschluss zwischen Magen und Speiseröhre nachgiebiger werden. Dadurch kann Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen und zu Sodbrennen führen. Es kann phasenweise oder auch länger anhaltend auftreten. Häufig sind Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft von Sodbrennen betroffen.

Häufig sind Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft von Sodbrennen betroffen.

Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft:

  • Essen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten.
  • Achten Sie darauf, gut zu kauen und langsam zu essen.
  • Meiden Sie Kaffee, schwarzen Tee, Zucker, Zitrus- oder Hülsenfrüchte.
  • Nehmen Sie unmittelbar vor dem Hinlegen keine Nahrung zu sich.
  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, falls die Beschwerden im Liegen auftreten.
  • Kauen Sie langsam Mandeln, Haselnüsse oder trockenes Brot.
  • Manchen Frauen hilft die Einnahme von einem Esslöffel Sahne oder Kondensmilch.
  • Ein Tee aus Ingwer, Fenchel, Koriandersamen, Kümmel, Salbei oder Pfefferminze kann Sodbrennen lindern.

Stimmungsschwankungen

Die Hormonschwankungen während einer Schwangerschaft können auch die Stimmung beeinflussen. Manche Frauen sind besonders sensibel und brechen häufig in Tränen aus. Gefühle wie Freude und Ärger, Glück und Traurigkeit können sich rasch ins Gegenteil wandeln. Nehmen Sie es möglichst mit Humor: Diese Stimmungsschwankungen sind ganz normal und lassen sich nicht vermeiden. Meistens stabilisieren sich die Hormone im zweiten Schwangerschaftsdrittel – dann wird auch die Gefühlswelt wieder ausgeglichener.

Übelkeit und Erbrechen

Viele Frauen kämpfen zu Beginn der Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden treten vor allem morgens auf, können aber auch über den Tag hinweg bestehen. Bei vielen Schwangeren lösen zudem bestimmte Gerüche und Speisen Übelkeit aus.

Morgenübelkeit und Brechattacken treten normalerweise in der frühen Schwangerschaft auf – besonders zwischen der 6. bis 12. Woche. Üblicherweise verschwindet die Übelkeit im Laufe des vierten Monats. Nur selten halten die Beschwerden bis zur Geburt an.

Die Ursachen für Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind nicht genau bekannt. Als Auslöser werden genetische, hormonelle oder stoffwechselbedingte Gründe vermutet. Was gegen die Übelkeit hilft, ist von Frau zu Frau verschieden. Viele Tipps beruhen auf Erfahrungen. Nur bei wenigen Hausmitteln, wie beispielsweise bestimmten Ingwer-Produkten, ist die Wirksamkeit durch Studien belegt.

Das kann Ihnen gegen Übelkeit in der Schwangerschaft helfen:

  • Essen Sie gleich nach dem Aufwachen noch im Bett ein Stück Zwieback, einen trockenen Keks oder ein Stück Knäckebrot.
  • Verzichten Sie auf säurehaltiges Obst, Säfte oder kohlensäurehaltige Getränke.
  • Teilen Sie Ihre Mahlzeiten in mehrere kleine Portionen auf.
  • Vermeiden Sie Übelkeit auslösende Speisen und Gerüche.
  • Riechen Sie an einer aufgeschnittenen Zitrone oder Orange.
  • Einige Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Ingwer als Tee, Kapseln, Sirup oder Pulver die Übelkeit lindert.
  • Kauen Sie langsam eine kleine Handvoll Haselnüsse.
  • Akupressurbänder für das Handgelenk sollen durch Stimulieren bestimmter Akupunkturpunkte gegen Übelkeit helfen.

Übelkeit und Erbrechen werden zum ernsthaften Problem, wenn man sich extrem unwohl fühlt und sich nicht mehr ausreichend ernähren kann. Bei heftigem und anhaltendem Erbrechen sollten Sie Ihre Frauenärztin, Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme ansprechen. Hier bekommen Sie auch Rat, falls Sie Medikamente gegen Ihre Übelkeit benötigen.

Wadenkrämpfe

Schmerzhafte Wadenkrämpfe bei Schwangeren treten meist nachts auf. Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Salz die Wadenkrämpfe auslösen kann. Diese Stoffe werden in der Schwangerschaft verstärkt ausgeschieden. Auch zu wenig Vitamin E und D, Stoffwechselveränderungen, zu viel oder zu wenig Bewegung können die unangenehmen Muskelkrämpfe verursachen.

Hilfe bei Wadenkrämpfen:

  • Im Liegen strecken Sie das Bein, ziehen Sie die Zehen nach oben und drücken Sie die Ferse von sich weg.
  • Im Stehen drücken Sie die Fußsohle in den Boden, beugen Sie das Knie und dehnen Sie so die schmerzhafte Wade.
  • Gute Quellen für Magnesium und Kalzium sind Vollkorn- und Milchprodukte, grünes Freilandgemüse, geschälte Mandeln und Nüsse sowie Bananen.
  • Dehnungsübungen, eine Massage der Wadenmuskulatur oder Wärme können helfen, Wadenkrämpfe zu vermeiden.

Vor der Einnahme von Mineral- oder Vitaminpräparaten sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.

Wassereinlagerungen/Ödeme

Wasseransammlungen im Gewebe sind eine häufige Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Dadurch entstehen schmerzlose Schwellungen, sogenannte „Ödeme“. Sie sind meist harmlos und treten oft zum Ende der Schwangerschaft auf. Betroffen sind Unterschenkel und Füße, Hände, das Gesicht oder der Genitalbereich.

Wassereinlagerungen entstehen, wenn Wasser aus den Blutgefäßen oder dem Lymphsystem austritt und sich im Gewebe sammelt. In der Schwangerschaft kann es zu Ödemen kommen, weil die Blutmenge zunimmt. Zudem sind die Venen erweitert und das Blut im Beckenbereich kann nicht mehr so gut abfließen.

Das hilft bei Wassereinlagerungen und beugt ihnen vor:

  • Maßvoller Sport wie Schwimmen oder Wassergymnastik kann Ödemen vorbeugen.
  • Legen Sie tagsüber regelmäßig die Beine hoch.
  • Kompressionsstrümpfe können den Druck und das Schweregefühl bei Wassereinlagerungen lindern.
  • Schlafen Sie nachts mit leicht erhöhtem Fußende, um den Rückfluss des Blutes und Wassers zu unterstützen.
  • Fußreflexzonen-Massagen können bei Ödemen helfen.
  • Trinken Sie ausreichend, um den Kreislauf und Blutfluss in Schwung zu halten.

Entwässernde Medikamente und Tees sind für werdende Mütter nicht geeignet. Lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme beraten, bevor Sie ein Medikament zur Entwässerung einnehmen.

Zahnfleischentzündung

Das Zahnfleisch ist in der Schwangerschaft empfindlicher, weil es stärker durchblutet wird. Daher kann es anschwellen oder beim Zähneputzen schnell bluten. Grund dafür ist die hormonelle Umstellung – vor allem der gestiegene Östrogenspiegel. Durch ihn verändert sich auch der Säuregehalt des Speichels. Dadurch können leichter Karies und Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) entstehen. Im schlimmsten Fall können sich Zähne lockern oder sogar ausfallen.

So pflegen Sie Zähne und Zahnfleisch in der Schwangerschaft:

  • Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich.
  • Verwenden Sie bei empfindlichem Zahnfleisch weiche Bürsten.
  • Vermeiden Sie zu viele süße und saure Speisen, da diese die Säurebelastung im Mund erhöhen.
  • Fluoridhaltige Zahnpasten und Mundwasser stärken den Zahnschmelz.
  • Reinigen Sie die Zahnzwischenräume mit Mundspüllösungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin, Zahnseide oder Interdentalbürsten. 
  • Kamillen- und Salbeitee wirken beruhigend und desinfizierend.

Wie lange halten Schwangerschaftsbeschwerden an?

Typische Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft kommen und gehen meist im Laufe der Monate. In der Regel sind sie auf das erste Drittel der Schwangerschaft beschränkt. Selbst wenn sie länger anhalten, verschwinden sie spätestens mit der Geburt. Häufige Probleme der frühen Schwangerschaft, wie Übelkeit und Brustspannen, vergehen normalerweise im vierten Monat. 

Das zweite Drittel der Schwangerschaft erleben viele Frauen als angenehm und unbeschwert: Ihr Körper hat sich an die veränderte Hormon-Situation angepasst. Der Bauchumfang und das Gewicht sind noch nicht störend. Die meisten Frauen fühlen sich seelisch wieder ausgeglichen und voller Energie. Auch die ersten spürbaren Bewegungen des Kindes tragen zum Glücksgefühl bei.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel können die Beschwerden wieder zunehmen. Das Kind wird nun deutlich größer und schwerer. Die Geburt steht bevor. Der wachsende Bauchumfang verursacht bei einigen Frauen Rückenschmerzen, Sodbrennen, Wassereinlagerungen, häufigen Harndrang oder Schlafstörungen. Zu der Vorfreude auf die Geburt gesellen sich vielleicht auch Sorgen oder Respekt vor dem bevorstehenden Ereignis.

Wann muss ich zur Ärztin oder zum Arzt?

Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber sie stellt eine besondere Situation dar. Viele Vorgänge im Körper verändern sich und manches ist behandlungsbedürftig.

Daher sind auch viele herkömmliche Medikamente und selbst Arzneitees, homöopathische Mittel oder Naturheilverfahren in der Schwangerschaft nicht angebracht. Ehe Sie Medikamente einnehmen oder Behandlungen beginnen, um Beschwerden zu lindern, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären.

Bei anhaltenden Beschwerden oder starkem körperlichen Unwohlsein sollten Sie ebenfalls nicht zögern, Ihre Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen. Auch wenn die meisten Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft harmlos sind, können sich einige zu ernsthaften Krankheiten entwickeln, bei denen Hausmittel nicht mehr ausreichen.

Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Frauenärztin, Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme auch ansprechen, falls Sie etwas bedrückt oder Ihnen etwas Sorgen bereitet. Sie sind nicht nur medizinische Fachkräfte, sondern auch Ihre Ratgeber und Begleiter während der Schwangerschaft und der Geburt.

Geprüft durch den Deutschen Hebammenverband e.V. Stand:

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