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Krankheiten Colitis ulcerosa

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ICD-Codes: K51.0 Was sind ICD-Codes?

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Enddarms, manchmal auch des gesamten Dickdarms. Typisch ist, dass sich beschwerdefreie Phasen und Phasen mit Beschwerden abwechseln. Ein akuter Schub äußert sich beispielsweise durch Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, häufigen Stuhldrang und schleimigen, blutigen Durchfall.

Auf einen Blick

  • Bei einer Colitis ulcerosa ist der Enddarm, manchmal auch der gesamte Dickdarm entzündet.
  • Es kommt zu Bauchschmerzen, Krämpfen und Durchfall. 
  • Die Erkrankung verläuft bei vielen Menschen in Schüben, dazwischen liegen beschwerdefreie Phasen.
  • Das Darmkrebsrisiko ist erhöht – vor allem, wenn sich der gesamte Dickdarm immer wieder entzündet.
  • Je nach Schwere der Erkrankung kommen zur Behandlung verschiedene Medikamente, selten auch eine Operation infrage.
     

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Colitis ulcerosa: Eine ältere Dame ist auf dem Weg zur Toilette. Sie stützt sich auf ihren Rollator und hält sich den Bauch. Colitis ulcerosa: Eine ältere Dame ist auf dem Weg zur Toilette. Sie stützt sich auf ihren Rollator und hält sich den Bauch.

Was ist eine Colitis ulcerosa?

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Enddarms, manchmal des gesamten Dickdarms. Typischerweise wechseln sich beschwerdefreie Phasen mit Zeiten ab, in denen die Schmerzen und der Durchfall so stark sein können, dass ein normaler Alltag nicht möglich ist. Manchmal ist sogar eine Behandlung im Krankenhaus nötig.

Im Gegensatz zum Morbus Crohn, bei dem der gesamte Darm betroffen sein kann, ist bei Colitis ulcerosa nur der Dickdarm entzündet.

Woran erkennt man Colitis ulcerosa?

Während eines akuten Schubs kommt es zu Bauchschmerzen, oft begleitet von Bauchkrämpfen – vor allem beim Stuhlgang. Der Drang, zur Toilette zu müssen, setzt mehrmals täglich ein. Oftmals ist er so stark, dass man ihn kaum unterdrücken kann. Man hat Durchfall, der nicht unbedingt flüssig, sondern eher schleimig und blutig ist.

Fieber und ein hoher Puls können bei schweren Darmentzündungen weitere Symptome sein. Viele Betroffene sind oft blass, müde und abgeschlagen. Das Gefühl, nicht mehr genügend Energie zu haben, kann auch bestehen bleiben, wenn Bauchschmerzen und Durchfall wieder abgeklungen sind. Ängste oder eine niedergeschlagene Stimmung können auftreten und auch zwischen Schüben fortbestehen.

Bei ungefähr einem Drittel der Erkrankten kommt es außerdem zu Symptomen außerhalb des Verdauungstrakts. Vor allem Gliederschmerzen oder schmerzhafte Knoten in der Haut, aber auch eine Rötung der Augen, Sehstörungen, Husten und Atemprobleme sind möglich.

Wie kommt es zu einer Colitis ulcerosa?

Was eine Colitis ulcerosa auslöst, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen. Fachleute gehen davon aus, dass unter anderem eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt, welche die Darmschleimhaut durchlässiger für Bakterien macht. Auch eine ungünstige Zusammensetzung der sogenannten Darmflora – also der natürlichen Mikroorganismen im Darm – gilt als mögliche Ursache. Die Darmflora könnte zum Beispiel durch eine Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln und wenig Gemüse oder durch die Einnahme von Antibiotika verändert sein. 

Wie viele Menschen sind betroffen?

Fachleute schätzen, dass in Deutschland etwa 400.000 Menschen eine Colitis ulcerosa haben.

Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten wird sie bei jüngeren Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren diagnostiziert. Männer und Frauen sind gleich oft betroffen.

Wie verläuft eine Colitis ulcerosa?

Die Colitis ulcerosa verläuft meist in Schüben: Phasen, in denen der Darm entzündet ist und Beschwerden wie Durchfall und Schmerzen hervorruft, wechseln sich ab mit weitgehend beschwerdefreien Zeiten. Bei etwa 5 von 100 Erkrankten halten die Beschwerden jedoch ununterbrochen an. Bei ähnlich vielen kehrt die Entzündung nach einem ersten Schub nicht mehr zurück.

Die Entzündung fällt bei manchen Menschen eher leicht bis mäßig aus, bei anderen schwerer. Hinweise auf einen schweren Verlauf sind:  

  • heftige Durchfälle: Man hat mindestens sechsmal pro Tag blutigen Stuhlgang.
  • Fieber
  • Blutarmut
  • hoher Puls
  • erhöhte Entzündungswerte

Eine Colitis ulcerosa kann zu Gewichtsverlust führen. Viele Betroffenen haben einen Eisenmangel und eine Blutarmut. Manche haben einen Vitamin-D- oder Folsäuremangel. Ein Vitamin-B12-Mangel kommt seltener vor.

Außerdem können Entzündungen und Schäden an anderen Organen als dem Darm auftreten – etwa schmerzhafte Entzündungen an Gelenken oder verschiedene Haut- oder Augenprobleme.

Bei schwerer Colitis ulcerosa besteht das Risiko für starke Blutungen aus dem Darm. Sie treten bei etwa 4 bis 5 von 100 Betroffenen auf und sind oft der Grund für eine Not-Operation. Der Darm kann auch anschwellen und einreißen, was zu einer Sepsis führen kann.

Außerdem ist das Risiko für Dickdarmkrebs bei einer Colitis ulcerosa erhöht. Wie sehr, hängt zum Beispiel davon ab, wie stark die Entzündung ist und ob in der Familie schon eine andere Person jung an Darmkrebs erkrankt ist.

Wie kann man einer Colitis ulcerosa vorbeugen?

Da die Ursachen der Colitis ulcerosa nicht klar sind, ist es schwierig, ihr vorzubeugen. Fachleute gehen aber davon aus, dass sich das Risiko senken lässt, an einer Colitis ulcerosa zu erkranken. Sie empfehlen dazu:

  • eine Ernährung mit viel Gemüse sowie möglichst wenigen tierischen Produkten und hochverarbeiteten Lebensmitteln – also aus frischen Zutaten zubereitete Mahlzeiten statt Fertiggerichte 
  • den Verzicht auf Rauchen und Alkohol 

Um das Risiko für Kinder zu senken, im Laufe ihres Lebens an Colitis ulcerosa zu erkranken, wird empfohlen, sie mindestens sechs Monate lang zu stillen.

Wie wird eine Colitis ulcerosa diagnostiziert?

Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst, wo genau es wehtut, wie die Schmerzen sich anfühlen, seit wann sie bestehen und ob sie in bestimmten Situationen stärker sind. Wichtig ist auch, zu beschreiben, wie der Stuhl aussieht und ob man weitere Beschwerden hat, zum Beispiel Fieber oder Gelenkschmerzen. Es werden auch allgemeinere Fragen gestellt, etwa wie man sich ernährt, ob man raucht, Medikamente einnimmt, vor Kurzem im Ausland war oder nahe Verwandte ähnliche Beschwerden haben oder hatten.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Auch der Enddarm wird ausgetastet. Außerdem wird Blut abgenommen, um es unter anderem auf Entzündungswerte und einen Eisenmangel zu untersuchen.

Um auszuschließen, dass die Darmentzündung durch Bakterien oder andere Krankheitserreger hervorgerufen wurde, muss man eine Stuhlprobe abgeben.

Außerdem schauen Ärztinnen und Ärzte die Entzündung im Darm genauer an. Dazu eignen sich eine Ultraschalluntersuchung, bestimmte Röntgenuntersuchungen und eine Darmspiegelung. Bei der Darmspiegelung können Gewebeproben entnommen werden. Die Untersuchungen zeigen, ob sich die Colitis ulcerosa auf den Enddarm beschränkt oder schon auf den Dickdarm ausgebreitet hat. 

Die Schritte der Diagnostik einer Colitis ulcerosa: Anamnesegespräch, Ultraschalluntersuchung, Blutuntersuchung, Darmspiegelung, Gewebeprobe aus Darmwand.

Wie wird eine Colitis ulcerosa behandelt?

Die Behandlung der Colitis ulcerosa hat zwei Ziele:

  • die Beschwerden zu lindern: Dazu wird die akute Entzündung mit Medikamenten bekämpft.
  • den Zustand der Besserung (Remission) möglichst dauerhaft zu erhalten: Dazu wird die Behandlung auch nach dem Abklingen der Beschwerden fortgesetzt.

Die wichtigsten Bausteine der Therapie sind verschiedene Medikamente. Manchmal kommt auch eine Operation infrage. Wann welches Medikament empfohlen wird und ob eine OP nötig ist, hängt vor allem davon ab, wie schwer der Krankheitsschub ist und welche Bereiche des Darms entzündet sind.

Außerdem spielt eine Rolle, ob eine begonnene Therapie – etwa entzündungshemmende Zäpfchen – ausreichend anschlägt und verträglich ist. Wenn nicht, wird auf andere Behandlungen ausgewichen. Lindern Medikamente die Beschwerden nicht oder ist die Entzündung so schwer, dass Komplikationen drohen, kommt eine Operation infrage. Dabei wird der gesamte Dickdarm entfernt.

Begleitend zur Behandlung der Colitis ulcerosa ist es wichtig, auf das Rauchen zu verzichten und die Ernährung an die Erkrankung anzupassen. Für viele Betroffene sind außerdem Sport, Entspannungstechniken und psychotherapeutische Unterstützung hilfreich.

Sie möchten ausführliche Informationen zum Thema Behandlung erfahren? Wissenswertes hierzu finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

Wie sieht der Alltag mit Colitis ulcerosa aus?

Colitis ulcerosa begleitet erkrankte Personen oft ihr Leben lang und hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche. Unberechenbarer Durchfall, Bauchschmerzen und fehlende Energie machen den Alltag oft schwieriger. Oft dauert es auch lange, bis eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) überhaupt erkannt wird. Regelmäßige Untersuchungen und Behandlungen sind zwar nötig, nicht selten aber auch belastend. All dies kann zu einem allmählichen Rückzug aus einem aktiven Leben führen. Manchmal kommen Probleme in der Partnerschaft, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz hinzu. Ängste, etwa vor ernsthaften Folgen wie Darmkrebs, können zusätzlich belasten.

Viele Betroffene haben aber gelernt, die Colitis ulcerosa zu akzeptieren und mit ihr im Alltag zurechtzukommen. Sie erlernen zum Beispiel Atemübungen gegen Bauchkrämpfe, teilen ihre Kräfte bewusster ein, erkundigen sich vor Ausflügen nach öffentlichen Toiletten oder sprechen die Erkrankung offen bei Vorgesetzten an. Vielen helfen Informationen zu Colitis ulcerosa und der Austausch mit anderen Erkrankten, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen.

Wo kann ich mich noch informieren?

Für Menschen mit Colitis ulcerosa gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote zur Unterstützung. Dazu gehören Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Viele dieser Einrichtungen sind vor Ort unterschiedlich organisiert. Eine Liste von Anlaufstellen hilft, passende Angebote zu finden und zu nutzen.

Auf der Webseite der Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.) kann man neben Informationen und Beratungsangeboten zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auch Selbsthilfegruppen in der Nähe des eigenen Wohnorts finden.

Weitere Informationen zur Selbsthilfe, etwa wie man Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen findet, bietet gesundheitsinformation.de.

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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 13.05.2026
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