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Krankheiten Morbus Crohn

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ICD-Codes: K50 Was sind ICD-Codes?

Morbus Crohn – auch Crohn-Krankheit genannt – ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Beschwerdefreie Phasen wechseln sich mit Zeiten ab, in denen Bauchschmerzen und Durchfall so stark sein können, dass kaum noch ein normaler Alltag möglich ist.

Auf einen Blick

  • Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.
  • Meist ist nur ein Teil des Darms entzündet, manchmal sind es aber auch mehrere Stellen im Darm oder am After, im Magen oder im Mund.
  • Typische Beschwerden sind Durchfälle und Bauchschmerzen.
  • Die Erkrankung tritt meist bei jungen Erwachsenen zum ersten Mal auf.
  • Morbus Crohn verläuft bei vielen Menschen in Schüben, zwischen denen beschwerdefreie Phasen liegen.
  • Die Erkrankung kann die Lebensqualität stark einschränken.
  • Morbus Crohn wird in erster Linie mit Medikamenten behandelt. Manchmal ist es nötig, die entzündeten Stellen operativ zu entfernen.
     

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine junge Frau sitzt vorgebeugt auf der Toilette und hält eine Rolle Toilettenpapier in der Hand. Eine junge Frau sitzt vorgebeugt auf der Toilette und hält eine Rolle Toilettenpapier in der Hand.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Die Entzündung kann im Unterschied zu einer anderen chronischen Darmerkrankung – der Colitis ulcerosa – den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen. Sie kann sich auch an mehreren, nicht zusammenhängenden Stellen des Verdauungstraktes zeigen. Am häufigsten tritt die Entzündung allerdings in dem Bereich auf, an dem der Dünndarm in den Dickdarm mündet.

Welche Symptome verursacht Morbus Crohn?

Während eines akuten Morbus-Crohn-Schubs kommt es vor allem zu Bauchschmerzen und Durchfall. Der Stuhl ist dabei eher breiig, teilweise auch schleimig. Sichtbares Blut ist in der Regel nicht dabei. Zusätzlich verlieren viele Betroffene an Gewicht, sind oft müde, blass und abgeschlagen. Manche haben während des Schubs Fieber.

Zu den Symptomen von Morbus Crohn zählen: krampfartige Bauchschmerzen, chronischer Durchfall, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Fieber.

Wenn sich zum Beispiel aufgrund der Entzündung am After tiefe Hautrisse gebildet haben oder Verbindungsgänge zwischen dem Enddarm und der Haut (Fisteln) entstanden sind, kann dies starke Schmerzen auslösen.

Manche Symptome können auch bestehen bleiben, wenn Bauchschmerzen und Durchfall wieder abgeklungen sind – insbesondere das Gefühl, nicht mehr genug Energie zu haben, aber auch psychische Beschwerden wie Angst und Niedergeschlagenheit.

Bei Morbus Crohn sind auch Beschwerden außerhalb des Verdauungstraktes möglich, zum Beispiel Entzündungen der Augen, der Gelenke und der Haut.

Wie entsteht Morbus Crohn?

Welche Ursachen Morbus Crohn hat, ist unklar. Wahrscheinlich müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, damit die Erkrankung auftritt. Fachleute gehen davon aus, dass unter anderem eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt, welche die Darmschleimhaut durchlässiger für Bakterien macht. Auch eine ungünstige Zusammensetzung der sogenannten Darmflora – also der natürlichen Mikroorganismen im Darm – gilt als mögliche Ursache. Dazu könnte es zum Beispiel durch eine Ernährung mit wenig Gemüse und vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln oder durch die Einnahme von Antibiotika kommen. Wahrscheinlich lösen zusätzlich Störungen im Immunsystem die Entzündungsreaktion aus.

Welche Faktoren können Morbus Crohn wahrscheinlicher machen?

Bei Menschen, die nahe Familienmitglieder mit einer entzündlichen Darmerkrankung haben, ist das Risiko für Morbus Crohn erhöht.

Rauchen schadet der Gesundheit und kann zu vielen Erkrankungen beitragen. Das gilt auch für Morbus Crohn. Wer raucht oder häufig den Zigarettenrauch anderer einatmet, hat ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf und Rückfälle trotz Behandlung.

Wie häufig ist Morbus Crohn?

In Europa haben schätzungsweise 320 von 100.000 Menschen Morbus Crohn. Hochgerechnet auf Deutschland gehen Fachleute deshalb von etwa 250.000 Betroffenen aus.

Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten wird sie bei jüngeren Menschen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr festgestellt. Männer und Frauen sind ungefähr gleich oft betroffen.

Wie verläuft Morbus Crohn?

Morbus Crohn verläuft chronisch und ist nicht heilbar. Allerdings ist der Darm nur bei sehr wenigen erkrankten Menschen dauerhaft entzündet. Es kommt eher zu wiederkehrenden Erkrankungsschüben, die sich mit beschwerdefreien oder -armen Phasen abwechseln. In diesen Ruhephasen klingt die Entzündung ab.

Die Schübe verlaufen nicht immer gleich. Ärztinnen und Ärzte können unter anderem anhand der Stärke der Beschwerden und bestimmter Laborwerte abschätzen, ob ein Schub eher leicht oder schwer ist, und ob er sich bereits wieder abschwächt. Das ist auch wichtig für die Wahl der Behandlung.

Wie mild oder schwer die Erkrankung insgesamt abläuft, lässt sich kaum vorhersagen. Fachleute gehen davon aus, dass dies unter anderem davon abhängt, in welchem Alter die Erkrankung beginnt und ob schon früh Komplikationen wie Fisteln auftreten.

Wenn man zum Beispiel erst als Erwachsener erkrankt, nicht raucht und nur ein Abschnitt des Darms entzündet ist, sind die Chancen gut, dass sich Schübe mit Medikamenten stoppen lassen und danach auch ohne weitere Therapie lange ausbleiben.

Welche Komplikationen können auftreten?

Durch die Entzündung wird das Gewebe im betroffenen Darmabschnitt dicker und es kann zu Engstellen kommen. Das Durchgleiten von Darminhalt ist dann erschwert und es kommt zu Schmerzen, Übelkeit und Krämpfen. Durch die Entzündungen können auch benachbarte Darmschlingen verkleben oder miteinander verwachsen. Ein Darmverschluss kann die Folge sein. Das ist ein medizinischer Notfall, der operativ behandelt werden muss.

Weil Menschen mit Morbus Crohn Nährstoffe oft schlechter aufnehmen können, verlieren sie häufig an Gewicht. Etwa ein Drittel der Betroffenen hat eine Blutarmut und einen Vitamin-B12-Mangel. Auch ein Vitamin-D-Mangel kommt häufig vor und kann zu Knochenproblemen führen.

Menschen mit Morbus Crohn haben zudem ein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Deshalb raten Ärztinnen und Ärzte bei einem langjährig bekannten Morbus Crohn zu regelmäßigen Darmspiegelungen zur Darmkrebsfrüherkennung – zum Beispiel alle drei Jahre.

Wie stellt man Morbus Crohn fest?

Zunächst fragt die Ärztin oder der Arzt in einem persönlichen Gespräch (Anamnese) nach der Art und dem Beginn der Symptome. Zudem wird ermittelt, 

  • wie man sich ernährt
  • ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bekannt ist 
  • ob man Medikamente einnimmt und wenn ja, welche
  • ob man raucht
  • ob Morbus Crohn in der Familie vorkommt
  • ob man in letzter Zeit im Ausland war

Bei einer anschließenden körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet. Manchmal wird auch der Enddarm ausgetastet. Außerdem nimmt die Ärztin oder der Arzt Blut ab und lässt es im Labor unter anderem auf Entzündungswerte untersuchen. Mit einer Stuhluntersuchung lassen sich zudem Infektionen mit Darmbakterien oder anderen Krankheitserregern ausschließen.

Bei einem Verdacht auf Morbus Crohn schlagen Ärztinnen und Ärzte meist eine endoskopische Untersuchung des Darms (Darmspiegelung) und manchmal auch des Magens (Magenspiegelung) vor. Dabei kann auch eine Gewebeprobe aus der Schleimhaut entnommen werden.

Unter Umständen sind weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig, um die Art und Schwere der Erkrankung festzustellen.

Wenn nötig, kann man auch eine Kapsel schlucken, die eine sehr kleine Videokamera enthält. Während sie durch den Verdauungstrakt wandert, filmt die Kamera die Schleimhaut. Das Videomaterial wird ausgewertet, nachdem man die Kapsel wieder ausgeschieden hat.

Wie wird Morbus Crohn behandelt?

Die Behandlung von Morbus Crohn zielt vor allem darauf ab, den akuten Entzündungsschub zu stoppen und damit auch die Beschwerden zu lindern. Sie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung – also danach, ob sie zu eher leichten oder stark ausgeprägten Beschwerden führt – und den betroffenen Darmabschnitten.

Morbus Crohn ist nicht heilbar, lässt sich aber häufig mit Medikamenten gut in den Griff bekommen.

Morbus Crohn lässt sich häufig mit Medikamenten gut behandeln. Meist wird empfohlen, die Behandlung mit Medikamenten auch dann fortzusetzen, wenn der Schub abgeklungen ist – das soll die beschwerdefreie Phase möglichst lange erhalten.

Bei besonders schweren Verläufen oder Komplikationen und wenn die Medikamente nicht ausreichend helfen, kann auch eine Operation nötig werden. Dabei können beispielsweise eine Darmverengung geöffnet oder einzelne Teile des Darms entfernt werden. Manchmal wird vorübergehend, seltener dauerhaft ein künstlicher Darmausgang gelegt.

Auch durch Operationen lässt sich Morbus Crohn aber letztlich nicht heilen, da die Erkrankung danach an einer anderen Stelle des Verdauungstrakts wieder auftreten kann. 

Begleitend zur Behandlung ist es wichtig, die Ernährung an Morbus Crohn anzupassen und nicht zu rauchen. Für viele Menschen sind außerdem Sport, Entspannungsverfahren und psychotherapeutische Unterstützung hilfreich.

Was können Menschen mit Morbus Crohn für sich tun?

Morbus Crohn begleitet erkrankte Personen oft ihr Leben lang und hat Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: Unberechenbarer Durchfall, Bauchschmerzen und fehlende Energie erschweren den Alltag, regelmäßige Untersuchungen und Behandlungen sind oft belastend. Mit der Krankheit können viele Sorgen und Ängste verbunden sein. All das kann zu einem allmählichen Rückzug aus einem aktiven Leben führen, was auch Probleme in der Partnerschaft, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz bereiten kann. Um besser mit Stress, Ängsten oder depressiven Stimmungen umgehen zu können, kann eine psychologische Unterstützung hilfreich sein.

Viele Betroffene lernen mit der Zeit, ihre Erkrankung zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Sie erlernen zum Beispiel Atemübungen gegen Bauchkrämpfe, teilen ihre Kräfte bewusster ein, erkundigen sich vor Ausflügen nach öffentlichen Toiletten oder sprechen die Erkrankung offen bei Vorgesetzten an. Generell hilfreich ist es, gut über Morbus Crohn Bescheid zu wissen und sich mit anderen Erkrankten auszutauschen.

Die Ernährung spielt bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung eine wichtige Rolle. Einige Betroffene vertragen alles, andere haben die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Lebensmittel Beschwerden auslösen.

Wer viele Nahrungsmittel nicht verträgt, isst vielleicht nur noch sehr einseitig oder immer weniger. Das kann zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen führen. Dann ist es ratsam, sich mit seiner Ärztin oder seinem Arzt zu beraten, ob zum Beispiel ergänzende Vitamin-Präparate nötig sind. Möglicherweise ist für eine Weile Flüssignahrung sinnvoll.

Um neuen Schüben vorzubeugen, raten Fachleute in der Regel zu einem gemüsereichen Speiseplan, auf dem möglichst frische und wenig verarbeitete Lebensmittel stehen.

Wichtig zu wissen: Da im Rahmen der Behandlung von Morbus Crohn oft das Immunsystem unterdrückt wird, ist es wichtig, Infektionen möglichst zu vermeiden. Menschen mit Morbus Crohn sollten daher ihren Impfstatus regelmäßig überprüfen lassen.

Wo kann ich mich bei Morbus Crohn noch informieren?

Für Menschen mit Morbus Crohn gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote zur Unterstützung. Dazu gehören Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen.

Auf der Website der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) können Sie über eine Datenbank geeignete Selbsthilfe-Angebote finden.

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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 13.05.2026
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