Malaria

Malaria ist eine hauptsächlich subtropische und tropische Infektionskrankheit, die von Fernreisenden nach Deutschland gebracht werden kann. Meist handelt es sich um die schwere Verlaufsform Malaria tropica. Diese ist bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbar, kann unbehandelt aber zum Tod führen.

Auf einen Blick

  • Auslöser einer Malaria-Erkrankung ist ein einzelliger Parasit, der durch den Stich der Anopheles-Mücke auf Menschen übertragen wird.
  • Es gibt 4 Malaria-Verlaufsformen: Die Malaria tropica ist die gefährlichste.
  • Besonders gefährdet sind Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen, auch Schwangere.
  • Personen, die in Malaria-Gebiete reisen, sollten sich durch geeignete Maßnahmen schützen.
  • Aktuell steht noch kein ganzheitlich schützender Impfstoff zur Verfügung.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Malaria: Eine Malariamücke (Anopheles) sitzt auf einem Grashalm.

Was ist Malaria?

Malaria ist eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Ursache sind einzellige Parasiten: sogenannte Plasmodien, die von der Anopheles-Stechmücke übertragen werden.

Malaria ist in fast allen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, also in den sehr warmen Gegenden nahe dem Äquator sowie in den warm-gemäßigten Zonen ungefähr zwischen 25 und 40 Grad nördlicher sowie südlicher Breite. Die Krankheit kommt in etwa 100 Ländern vor und betrifft alle Kontinente außer Australien.

Es gibt Malaria-Formen mit unterschiedlich schweren Krankheitsverläufen, wobei jede Variante von einem eigenen Plasmodien-Typ ausgelöst wird. Die Malaria tropica ist die gefährlichste Malaria-Art. Sie führt unbehandelt bei Reisenden aus Europa fast immer zum Tod. Entsprechend wichtig ist die Malaria-Prophylaxe (ärztliche Vorbeugungsmaßnahmen) vor einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet.

Was sind Infektionskrankheiten?

Im folgenden Video erfahren Sie, wann Mediziner von einer Infektionskrankheit sprechen, durch welche Erreger Infektionskrankheiten ausgelöst und wie sie übertragen werden.

Welche Symptome treten bei Malaria auf?

Die Malaria beginnt mit Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. Häufig werden solche Anzeichen als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert.

Die Symptome der Malaria-Formen unterscheiden sich vor allem im zeitlichen Verlauf des Fiebers.

Malaria tropica

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten von Symptomen (Inkubationszeit) beträgt bei der Malaria tropica meist zwischen 7 und 28 Tage, selten bis zu etwa 120 Tage. Bei Migranten aus Risikogebieten, die in ihrer Kindheit häufiger Malaria-Infektionen durchgemacht und so eine Teil-Immunität erworben haben, kann die Malaria tropica auch erst Jahre nach der Infektion auftreten.

Bei etwa drei Vierteln der Malariafälle, die in Deutschland auftreten, handelt es sich um eine Malaria tropica. Sie ist die gefährlichste Malaria-Verlaufsform und führt bei nichtimmunen Patientinnen und Patienten fast immer zum Tod. Reisende aus Deutschland sind in aller Regel nicht immun gegen eine schwere Verlaufsform der Malaria. Das auftretende Fieber hat keinen Fieber-Rhythmus wie bei anderen Malaria-Verlaufsformen.

Malaria tertiana

Die Malaria tertiana verläuft eher mild und gutartig. Ein typisches Symptom ist an- und absteigendes Fieber, das jeden dritten Tag auftritt. Hiervon leitet sich die Bezeichnung „tertiana“ ab.

Malaria quartana

Die Malaria quartana ist seltener als andere Malaria-Arten. Hier tritt das Fieber im 4-Tage-Rhythmus auf. „Quartana“ bedeutet so viel wie „Viertagewechselfieber“.

Knowlesi Malaria

Diese Malaria-Art kommt nur in Südostasien vor. Eine Knowlesi Malaria kann in ihrem Verlauf so schwer sein wie eine Malaria tropica.

Wichtig zu wissen: Wenn man sich in einem Malaria-Gebiet aufgehalten hat, sollte bei jeglichem Fieber – ob unregelmäßig oder periodisch auftretend – in jedem Fall eine Malaria-Diagnostik durchgeführt werden.

Was ist die Ursache von Malaria?

Die Ursache für Malaria sind einzellige Parasiten aus der Gattung der Plasmodien. Für die Malaria-Verlaufsformen sind verschiedene Plasmodien-Arten verantwortlich. Die Einzeller werden durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Die Erreger der Malaria tertiana setzen sich in der Leber fest und können dort monatelang oder jahrelang „schlummern“, bevor es zu einem Ausbruch der Erkrankung mit Symptomen kommt.

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nur über das Blut möglich und kommt extrem selten vor.

Welche Risikofaktoren gibt es für Malaria?

Grundsätzlich gehören Reisende aus Ländern wie Deutschland, in denen es keine Malaria außer mitgebrachte Erkrankungen gibt, zur Risikogruppe. Denn diese Menschen besitzen in aller Regel keine Immunität gegen eine schwere Verlaufsform der Malaria.

Schwangere

Schwangere sollten Reisen in Malaria-Gebiete auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschieben. Eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe (medikamentöser Schutz) während der Schwangerschaft ist schwierig. Bei keinem Medikament besteht die Gewissheit, dass die Einnahme für die Entwicklung des Kinds unbedenklich ist. Eine Malaria in der Schwangerschaft gefährdet Mutter und Kind in vielfältiger Weise.

Kinder

Etwa zwei Drittel der weltweiten Todesfälle aufgrund von Malaria betreffen Kinder unter 5 Jahren in den Endemiegebieten.

Wie häufig ist Malaria?

In bestimmten Risikogebieten tritt Malaria sehr häufig auf, in Deutschland kommt die Erkrankung praktisch nur bei Reiserückkehrern vor.

Weltweite Verbreitung

Die Malaria ist weltweit eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Sie tritt in tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente – außer Australien – in etwa 100 Ländern auf. Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Malaria-Endemiegebieten. Das sind Gebiete, in denen Malaria fortwährend gehäuft auftritt. In den Endemiegebieten erkranken etwa 220 Millionen Menschen pro Jahr.  

400.000 Menschen sterben jedes Jahr an Malaria, überwiegend in Afrika, Asien und Südamerika.

Weltweit sterben jährlich etwa 400.000 Menschen an Malaria, etwa zwei Drittel davon sind Kinder unter 5 Jahren. Malaria wird zu über 90 Prozent in Ländern Afrikas erworben, die Malariafälle in Asien und Südamerika sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. In den letzten Jahren sind auch vereinzelt Fälle von Malaria tertiana in Südeuropa aufgetreten, etwa in Spanien und Griechenland.

Deutschland

Patientinnen und Patienten aus Deutschland infizieren sich in aller Regel in einem Risikogebiet. In den letzten Jahren wurden hierzulande jährlich etwa 800 bis 1.000 Malaria-Erkrankungen erfasst. Jungen und Männer waren doppelt so häufig betroffen wie Mädchen und Frauen. Häufig sind Erkrankungen bei immigrierten Personen, die in Deutschland leben und sich beispielsweise für einen Urlaub in ihrem Geburtsland aufhielten.

Der größte Teil der Malaria-Erkrankungen wird aus afrikanischen Ländern importiert. Besonders viele Fälle treten nach Reisen in westafrikanische Länder und nach Kenia auf. Indien und Pakistan sind die wichtigsten Infektionsländer außerhalb Afrikas.

„Flughafen-Malaria“

Eine extrem seltene Infektionsweise außerhalb eines Verbreitungsgebiets ist die sogenannte Flughafen-Malaria. Die Übertragung erfolgt hierbei durch importierte Mücken entweder im Flugzeug, auf einem Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung. Bei der sogenannten Baggage-Malaria werden die Mücken im Gepäck von Flugreisenden importiert.

Wie verläuft Malaria?

Der Krankheitsverlauf der Malaria-Formen unterscheidet sich teilweise deutlich.

Er hängt vor allem davon ab:

  • ob die Patientin oder der Patient schon ein oder mehrere Male Malaria hatte und eine gewisse Immunität aufbauen konnte.
  • um welche Malaria-Form es sich handelt.

Malaria tropica

Die Malaria tropica ist die weitaus gefährlichste Malaria-Art. Häufige erste Anzeichen sind Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie unregelmäßige fieberhafte Temperaturen. Auch Durchfälle kommen häufig vor.

Es kann zu einer Vielzahl von Komplikationen kommen:

  • Befall des Gehirns (Zerebrale Malaria): Typische Symptome sind etwa Krampfanfälle und Bewusstseinstrübungen bis zum Koma.
  • akutes Nierenversagen
  • Beeinträchtigungen der Lunge
  • Vergrößerung der Milz (etwa 26 Prozent)
  • Vergrößerung der Leber (etwa 14 Prozent)
  • Kreislaufkollaps
  • Mangel an roten Blutkörperchen
  • Blutgerinnung in den Blutgefäßen mit anschließenden inneren Blutungen

Malaria tertiana

Die Malaria tertiana verläuft eher mild. Ein typisches Symptom ist an- und absteigendes Fieber, welches jeden dritten Tag auftritt. Es kommt zum Schüttelfrost, in dessen Verlauf das Fieber sehr schnell auf Werte um 40°C ansteigt. Nach einer 3- bis 4-stündigen Fieberdauer fällt die Temperatur abrupt unter starken Schweißausbrüchen wieder auf Normalwerte ab.

Malaria quartana

Die Malaria quartana ist seltener als die anderen Malaria-Arten. Ein typisches Symptom ist Fieber im 4-Tage-Rhythmus. Rückfälle können bis zu 40 Jahre nach der Erstinfektion auftreten.

Knowlesi Malaria

Ein charakteristisches Symptom sind tägliche Fieberschübe. Die Knowlesi Malaria kann auch schwer verlaufen, ähnlich einer Malaria tropica.

Wie kann man einer Malaria vorbeugen?

Da es noch keine Schutzimpfung gegen Malaria gibt, sind anderweitige vorbeugende Maßnahmen sehr wichtig. Personen, die sich in Malaria-Gebiete begeben, sollten vor Antritt der Reise unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt über die erforderlichen Vorsorgemaßnahmen sprechen (Individualprophylaxe). Dazu zählen der Mückenschutz und die Einnahme von Medikamenten (sogenannte Chemoprophylaxe).

Malaria kann durch verschiedene Maßnahmen vorgebeugt werden: Mückennetz beim Schlafen, langärmlige und helle Kleidung, vorbeugende Medikamente einnehmen und Antimücken-Spray und -Creme.

Mückenschutz

Die Anopheles-Mücken sind ab Einbruch der Dämmerung aktiv. Folgende Schutzmaßnahmen werden empfohlen, wenn Sie in ein Malaria-Risikogebiet reisen:

  • Halten Sie sich nach Möglichkeit in moskitosicheren Räumen mit Klimaanlage und Fliegengitter auf.
  • Schlafen Sie unter Moskitonetzen, die am besten imprägniert mit insektenabtötenden Substanzen sind.
  • Tragen Sie im Freien entsprechende, gegebenenfalls imprägnierte Kleidung: also langärmlige Blusen und Hemden, lange Hosen und Socken von heller Farbe. Dunkle Farben ziehen die Mücken an.
  • Benutzen Sie Antimücken-Spray und Antimücken-Creme.

Vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe)

Welche Arzneimittel am besten geeignet sind, sollte vor der Reise individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Die Medikamente werden in der Regel kurz vor Reisebeginn eingenommen, sie müssen während des Aufenthalts im Malariagebiet und bis nach der Rückkehr eingenommen werden.

Im Allgemeinen gilt:

  • Bei Reisen in ein Land mit hohem Übertragungspotenzial ist eine Chemoprophylaxe grundsätzlich empfehlenswert.
  • Bei Reisen in ein Land mit niedrigem oder mittlerem Malaria-Risiko ist eine Chemoprophylaxe in der Regel nicht erforderlich. Es kann hilfreich sein, ein Medikament zur notfallmäßigen Selbsttherapie mitzuführen.

Wenn keine Chemoprophylaxe erfolgt, sollte ein Reservemedikament mitgenommen werden, das bei malariaverdächtigen Symptomen und nicht erreichbarer ärztlicher Hilfe eingenommen werden kann. Dies ist jedoch nur eine Notfallmaßnahme bis zum Erreichen ärztlicher Hilfe. Ob und welche Reservemedikamente mitgenommen werden sollten, muss im Zuge der Reiseplanung mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.

Alle Details zur Medikamentenwahl sowie zur Dosierung bei Erwachsenen und Kindern finden Sie im elektronischen Sonderdruck: Malariaprophylaxe – Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG).
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Wie wird Malaria diagnostiziert?

Bei Verdacht auf Malaria muss unverzüglich eine Diagnostik eingeleitet werden, um zu sehen, ob Plasmodien im Blut vorhanden sind. Möglichst früh sollte der Plasmodien-Typ diagnostiziert werden, um

  • die jeweilige Malaria-Art zu bestimmen und damit
  • über die weitere Behandlung zu entscheiden.

Für die Diagnose wird eine Blutprobe benötigt. Die ursächlichen Parasiten werden mikroskopisch direkt im Blut nachgewiesen. Die Beurteilung erfordert viel Erfahrung, die oft nur bei spezialisierten Ärzten oder in tropenmedizinischen Institutionen vorhanden ist.

Auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Globale Gesundheit e.V. finden Sie eine Liste mit Tropenmedizinischen Institutionen in Deutschland.

Wie wird Malaria behandelt?

Die Behandlung einer Malaria-Erkrankung richtet sich danach, welche Form der Malaria vorliegt. Die Therapie einer Malaria tropica sollte stationär und möglichst in einem Krankenhaus mit tropenmedizinischer Erfahrung und intensivmedizinischen Möglichkeiten erfolgen.

Malaria tropica und Knowlesi-Malaria

Die Therapie richtet sich

  • nach dem Schweregrad der Erkrankung und
  • einer eventuell zuvor durchgeführten medikamentösen Malaria-Prophylaxe.

Bei unkomplizierten Verlaufsformen der Malaria tropica und der Knowlesi-Malaria ohne lebensbedrohliche Symptome erfolgt die Behandlung medikamentös mit Präparaten, die zwei aufeinander abgestimmte Wirkstoffe enthalten.

Bei komplizierter Malaria tropica oder Knowlesi-Malaria mit lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstseinstrübung oder Problemen mit dem Atmen muss die Patientin oder der Patient auf einer Intensivstation behandelt werden.

Malaria tertiana

Die Behandlung der Malaria tertiana erfolgt zum Teil mit den gleichen Medikamenten wie bei der Malaria tropica. Um einen Rückfall zu verhindern, muss in einer anschließenden Therapie noch ein weiteres Medikament eingenommen werden. 

Malaria quartana

Die Behandlung erfolgt mit dem Arzneistoff Chloroquin.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG). Stand:

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