Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung bringt typischerweise plötzliches hohes Fieber, Husten und Atemnot mit sich. Gesunde Menschen überstehen sie meist nach wenigen Wochen. Die Erkrankung ist bei Säuglingen und älteren Menschen nicht immer direkt zu erkennen, weil diese nicht immer die typischen Symptome zeigen. 

Auf einen Blick

  • Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) sind die Lungenbläschen (Alveolen) und das umgebende Gewebe entzündet. 
  • Häufige Symptome sind plötzliches hohes Fieber, Husten und Atemnot sowie ein starkes Krankheitsgefühl. 
  • Meist verursachen Bakterien Lungenentzündungen; deshalb lässt sich die Erkrankung gut mit Antibiotika behandeln 
  • Außerdem können spezielle Impfstoffe vor einer Infektion durch bestimmte Erreger schützen. 
  • Jedoch kann es einen, manchmal sogar mehrere Monate dauern, bis man wieder richtig belastbar ist. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Lungenentzündung: Eine Ärztin hält ein Stethoskop an den nackten Rücken eines Mannes.

Was ist eine Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) liegt eine Entzündung der Lungenbläschen (Alveolen) und des umgebenden Gewebes vor. Die Infektion lässt sich meist an plötzlichem hohem Fieber, einem starken Krankheitsgefühl, Husten und Atemnot erkennen. 

In der Regel ist der Einsatz von Antibiotika sinnvoll, weil eine Lungenentzündung meist durch Bakterien verursacht wird. Außerdem gibt es spezielle Impfstoffe gegen bestimmte Arten von Erregern. 

Üblicherweise dauert eine Lungenentzündung für ansonsten gesunde Menschen nur wenige Wochen. Erkrankte sollten aber beachten, dass es mehrere Monate dauern kann, bis ihr Köper wieder richtig belastbar ist. 

Eine Lungenentzündung wird vor allem dann lebensbedrohlich, wenn die Patientin oder der Patient durch eine andere Krankheit bereits geschwächt ist. Zu den Risikogruppen gehören außerdem Säuglinge und ältere Menschen.

Woran kann eine Lungenentzündung erkannt werden?

Typische Anzeichen einer Pneumonie sind: 

  • hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Schwäche und starkes Krankheitsgefühl
  • Husten mit Auswurf
  • Atemnot und schnelle Atmung
  • schneller Puls

Es können aber auch nur einzelne Beschwerden auftreten oder untypische Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Bewusstseinsstörungen im Vordergrund stehen. Das ist vor allem bei Kindern und älteren Menschen der Fall.

Welche Ursachen hat eine Lungenentzündung?

Meist lösen Bakterien eine Lungenentzündung aus, am häufigsten sogenannte Pneumokokken. Weitere beteiligte Bakterienarten können Haemophilus influenzae oder Mycoplasma pneumoniae sein. Andere, schwerer zu behandelnde Erreger treten vor allem bei Infektionen in Krankenhäusern auf. 

Meist lösen Bakterien eine Lungenentzündung aus, am häufigsten sind es sogenannte Pneumokokken.

Sind die Atemwege bereits durch Grippeviren oder andere Krankheitserreger entzündet, können sich Bakterien dort leichter ansiedeln und eine bakterielle Lungenentzündung verursachen. Viren allein sind hingegen selten für eine Lungenentzündung verantwortlich. Noch seltener sind Pilze die Ursache, die vor allem bei starker Abwehrschwäche auftreten, wie etwa bei einer Aids-Erkrankung. 

Menschen können sich beim Einatmen infizieren; dann dringen die Krankheitserreger mit winzigen Speichel- oder Wassertröpfchen bis in die Lunge (Tröpfcheninfektion). Auch Verschlucken kann eine Infektion begünstigen: Bei der sogenannten Aspirationspneumonie gelangen Keime aus Mund- und Rachenraum, Speisereste oder Mageninhalt in die Atemwege und lösen eine Lungenentzündung aus. 

Lungenentzündungen, die nicht durch Keime, sondern zum Beispiel durch Strahlung, eingeatmete Giftstoffe, eine allergische Reaktion oder Durchblutungsstörungen der Lunge verursacht werden, kommen nicht so häufig vor. Ebenfalls recht selten breitet sich eine bakterielle Entzündung von einer anderen Stelle über den Blutweg auf die Lunge aus. 

Welche Faktoren können das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, erhöhen?

Zu den Risikogruppen einer Lungenentzündung zählen vor allem Säuglinge und Menschen ab 65 Jahren. Ein erhöhtes Risiko besteht ebenfalls bei einem geschwächten Immunsystemetwa aufgrund eines Diabetes, einer Nierenfunktionsstörung oder Krebserkrankung. Weitere Faktoren, die eine Infektion begünstigen können, sind Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, Herzerkrankungen, Rauchen. Auch bestimmte Virusinfektionen wie eine Grippe (Influenza) zählen dazu.

Was ist die Lungenkrankheit COPD?

Das folgende Video berichtet über mögliche Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden bei der Lungenkrankheit COPD.

Eine Aspirationspneumonie – also eine Infektion durch Verschlucken – kommt meist bei Menschen vor, die bettlägerig sind oder Schwierigkeiten beim Schlucken oder Bewusstseinsstörungen haben. Beides sind mögliche Folgen von Demenz oder einem Schlaganfall. 

Noch umstritten ist, ob bestimmte Medikamente das Risiko für Lungenentzündungen erhöhen. Dazu gehören unter anderem Mittel, die die Magensäure hemmen.

Wie häufig kommt es zu einer Lungenentzündung?

Lungenentzündungen treten recht häufig auf – vor allem in ärmeren Ländern, wo meist Säuglinge und Kinder erkranken. 

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung.

Die Zahlen für Deutschland liegen bei jährlich mehr als 500.000 Erkrankten, von denen ungefähr 250.000 im Krankenhaus behandelt werden. Davon sterben etwa 20.000 Menschenzumeist sind das ältere Personen über 65 Jahre und solche, die bereits schwer erkrankt waren. Die Lungenentzündung zählt in Deutschland damit zu den zehn häufigsten Todesursachen. 

Wie verläuft eine Lungenentzündung?

Charakteristisch für eine Lungenentzündung sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber und Schüttelfrost. Des Weiteren entwickeln sich Symptome wie Husten, Atemnot und Auswurf sowie ein starkes Krankheitsgefühl. Die Entzündung kann aber auch langsam und schleichend vor sich gehen und mit weniger oder leichten Beschwerden beginnen. Das ist vor allem bei älteren Menschen der Fall. 

Wird das Fieber nicht behandelt, dauert es ungefähr eine Woche, bis die  Körpertemperatur wieder auf normale Werte abfällt. Das ist die kritische Entfieberung oder Krise“. Es kommt dann meist zu starken Schweißausbrüchen und einer Weitung der Blutgefäße in der Haut: Das bewirkt, dass der Körper Wärme leichter abgeben kann. Weil die Erkrankten oft sehr geschwächt sind, kann diese Zeit sehr belastend für Herz und Kreislauf sein und Komplikationen mit sich bringen. 

Ist die Phase der Krise überstanden, bessert sich das Allgemeinbefinden langsam wieder. In den kommenden rund 4 Wochen klingt die Lungenentzündung dann meist vollständig ab 

In der Genesungsphase sollten die Erkrankten sich schonen, um einem Rückfall oder anderen Komplikationen vorzubeugen. 

Folgen

Bei einer Lungenentzündung kann sich das Rippenfell entzünden, was zu starken Schmerzen beim Husten und Atmen führt. Das Atmen kann zusätzlich erschwert werden, wenn sich dabei Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand sammelt. Auch kann es zu einem Lungenabszess – der Bildung einer Eiterhöhle in der Lunge – kommen. 

Komplikationen, die bei Pneumonien auftreten können, sind Herzrhythmusstörungen, Kreislaufzusammenbruch, Atem- oder Herzversagen oder auch Blutvergiftung (Sepsis). Ein höheres Risiko für Komplikationen haben Menschen, die 

  • jünger als 2 oder älter als 65 Jahre alt sind.
  • ein geschwächtes Immunsystem haben.
  • beatmet werden müssen.
  • andere Krankheiten wie Herz- oder Nierenerkrankungen haben. 
  • in den Monaten vor der Lungenentzündung bereits mit Antibiotika behandelt wurden.
  • sich im Krankenhaus angesteckt haben.

Wie lässt sich einer Lungenentzündung vorbeugen?

Um Infektionen der Atemwege vorzubeugen, werden in der Regel einfache Hygienemaßnahmen empfohlen – unter anderem regelmäßiges Händewaschen. 

Bei einem erhöhten Risiko für Lungenentzündungen oder deren Komplikationen kommen außerdem Schutzimpfungen infrage. Für Kinder sind das beispielsweise Impfungen gegen das Bakterium Haemophilus influenzae und gegen Pneumokokken. Für ältere Menschen ab 60 Jahre bieten sich die Grippe- und die Pneumokokken-Schutzimpfung an.

Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

 

Wichtig zu wissen: Zur Stärkung der Immunabwehr werden oft pflanzliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate beworben. Bislang ist aber nicht wissenschaftlich belegt, dass diese Mittel sinnvoll sind. Bei einem nachgewiesenen Vitaminmangel, der meist nur durch eine sehr unausgewogene Ernährung entsteht, hat sich der Einsatz solcher Mittel hingegen als wirksam erwiesen.

Wie wird eine Lungenentzündung diagnostiziert?

Meist weisen die oben beschriebenen typischen Beschwerden auf eine Lungenentzündung hin. Die Ärztin oder der Arzt diagnostiziert die Krankheit, indem er oder sie die Lunge mit dem Stethoskop gründlich abhört sowie Puls und Blutdruck misst. 

Häufig wird die Lunge auch geröntgt, um einen genaueren Einblick in die Entzündung des Lungengewebes zu bekommen. In manchen Fällen findet eine Computertomografie als erweiterte Röntgenuntersuchung statt. Per Ultraschall lassen sich Veränderungen im äußeren Randbereich der Lunge erkennen. 

Um die Entzündungswerte und andere Werte zu bestimmen, wird Blut abgenommen. Eine entzündete Lunge arbeitet nicht mehr gut. Aus diesem Grund wird unter Umständen auch der Sauerstoffgehalt im Blut kontrolliert. Das funktioniert auch ohne Blutentnahme, nämlich per sogenannter Pulsoxymetrie, die den Sauerstoffgehalt optisch ermittelt. Dafür wird ein Clip mit einem Lichtsensor auf den Finger gesteckt.

Um den konkreten Krankheitserreger zu bestimmen, werden Blut, Urin sowie abgehusteter Schleim im Labor untersucht.

Wie wird eine Lungenentzündung behandelt?

Meist lösen Bakterien die Infektion aus. Eine Lungenentzündung wird also in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt, abgestimmt auf die Art der Bakterien. 

Bei einer schweren Pneumonie wird zum Teil zusätzlich Kortison gespritzt. Fehlt es an Sauerstoff, wird meistens eine Nasenmaske dafür eingesetzt. Eine Beatmung ist seltener notwendig. 

Verursachen Viren eine Lungenentzündung, werden andere Medikamente eingesetzt. Bei Grippeviren kommt beispielsweise ein Virostatikum infrage. 

Wichtig zu wissen: Von Hustenmitteln aus der Apotheke, spezieller Atemgymnastik oder Physiotherapie raten Experten bei einer Lungenentzündung ab. 

Vertiefende Informationen, etwa zu den Arten einer Lungenentzündung und deren Behandlung, lesen Sie unter gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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