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Krankheiten Diphtherie

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ICD-Codes: A36 Z22.2 Was sind ICD-Codes?

Diphtherie ist eine Infektionskrankheit, die vor allem die Haut oder den Rachen betrifft. Die Diphtherie-Bakterien produzieren ein Gift, das die infizierten Zellen schädigt, in den Blutkreislauf gelangen und innere Organe schädigen kann. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen. Die Impfung schützt vor der Erkrankung.

Auf einen Blick

  • Diphtherie ist eine schwere Infektionskrankheit, ausgelöst durch Corynebakterien, die ein Gift (Toxin) herstellen.
  • Die Bakterien befallen die Haut (Hautdiphtherie) oder die Schleimhäute der Atemwege (Rachendiphtherie).
  • Das Diphtherie-Toxin kann wichtige Organe schädigen.
  • Diphtherie wird mit Gegengift und Antibiotika behandelt.
  • Mit einer Impfung kann man sich wirksam vor Diphtherie schützen.
     

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ein Junge bekommt eine Impfung in den Oberarm. Ein Junge bekommt eine Impfung in den Oberarm.

Was ist Diphtherie?

Diphtherie ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. In Deutschland kommt sie aufgrund der Impfung mittlerweile nur noch selten vor.

Die Bakterien befallen die Haut oder die Schleimhäute der Atemwege. Zudem produzieren sie ein Gift (Toxin). Das Toxin schädigt die Zellen, es kann sich über den Blutkreislauf verteilen, dadurch wichtige Organe erreichen und sie schädigen.

Mit der Impfung kann man sich vor Diphtherie schützen.

Formen der Diphtherie

Bei Diphtherie unterscheidet man zwei Formen:

  • Rachendiphtherie: Die Bakterien besiedeln die Atemwege, produzieren das Toxin und verursachen dort Beschwerden. Diese Form kann tödlich verlaufen, insbesondere bei Kindern unter 5 Jahren und bei Erwachsenen über 40.
  • Hautdiphtherie: Nach kleineren oberflächlichen Verletzungen oder Insektenstichen gelangen die Bakterien in die Haut. Diese Form der Diphtherie tritt häufig in Verbindung mit schlechten hygienischen Bedingungen auf oder nach Reisen in tropische Gegenden. Haus- und Nutztiere können auch eine Infektionsquelle sein.

Video Sind Kinderkrankheiten gefährlich?

Im folgenden Video erfahren Sie, welche typischen Kinderkrankheiten es gibt und wie sie sich äußern.

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Wie äußert sich Diphtherie?

Die Symptome bei Diphtherie unterscheiden sich je nach der Form der Erkrankung. Unterschiedlich schwere Verläufe sind möglich.

Symptome bei Rachendiphtherie

Rachendiphtherie äußert sich durch Beschwerden wie:

  • Schwäche
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • bellender Husten (Krupp-Husten)
  • Atemgeräusche und Kurzatmigkeit
  • Heiserkeit bis zum vollständigen Verlust der Stimme
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • süßlich-fauliger Atemgeruch
  • anfallsweise blaurote Verfärbung der Haut (Zyanose)
  • Unruhe und Ängstlichkeit
  • Blässe

Durch die Wirkung des Toxins wird gesundes Gewebe in den Atemwegen zerstört. Innerhalb von 2 bis 3 Tagen entsteht ein dicker, grau-weißlicher Belag, der sich an den Mandeln, im Rachen, im Kehlkopf oder in der Nase ausbilden kann.

Ärztinnen und Ärzte bezeichnen diesen Belag als Pseudomembran. Die Pseudomembran kann die Atemwege und den Rachen verengen, wodurch das Atmen und Schlucken erschwert wird. Bei Kleinkindern sowie bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters kann die Erkrankung in 20 bis 40 von 100 Fällen tödlich sein.

Symptome bei Hautdiphtherie

Hautdiphtherie zeigt sich durch:

  • Schwellung
  • Rötung
  • Wunden, die wie ausgestanzt wirken
  • einen schmierigen Wundbelag

Wie bekommt man Diphtherie?

Diphtherie wird durch Corynebakterien verursacht, die ein bestimmtes Zellgift (Diphtherie-Toxin) bilden. Meist wird Diphtherie durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst. Dieses Bakterium kommt nur beim Menschen vor.

Vor allem Hautdiphtherie kann auch durch die Bakterien Corynebacterium ulcerans und Corynebacterium pseudotuberculosis verursacht werden. Diese beiden Bakterienarten kommen natürlicherweise nur in Tieren vor. Es handelt sich daher um eine Zoonose, also um eine von Tieren auf den Menschen übertragene Krankheit. 

Wie werden die Diphtherie-Erreger übertragen?

Rachendiphtherie wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen: Spricht, niest oder hustet eine infizierte Person, gibt sie erregerhaltige Tröpfchen ab. Diese können sich über die Luft verteilen und von anderen Menschen eingeatmet werden. Gelegentlich kommt es vor, dass Menschen infolge einer Hautdiphtherie an Rachendiphtherie erkranken.

Hautdiphtherie wird hauptsächlich durch Schmierinfektion übertragen. So kann man sich zum Beispiel anstecken, wenn man eine offene Wunde einer infizierten Person berührt. Man kann aber auch an Diphtherie erkranken, wenn man Gegenstände anfasst, die mit Diphtherie-Erregern verunreinigt sind. Das spielt vor allem in Lebenssituationen mit schlechten hygienischen Bedingungen eine Rolle, zum Beispiel bei Obdachlosigkeit. Auch beim Kontakt zu infizierten Tieren kann eine Übertragung stattfinden.

Wie häufig tritt Diphtherie auf?

Infektionen mit dem Diphtherie-Erreger kommen weltweit vor. Am häufigsten tritt Diphtherie in subtropischen Ländern wie Indien auf. Außerdem kommt die Erkrankung in vielen Ländern Afrikas, Asiens, des Südpazifiks und in Osteuropa vor.

Schwere Diphtherie-Erkrankungen sind aber durch Säuglings- und Kinderimpfprogramme weltweit stark zurückgegangen.

Erkrankungen in Deutschland

In Deutschland ist Diphtherie meldepflichtig. Medizinisches Fachpersonal, das bei einer Person eine Diphtherie feststellt, muss dies dem Gesundheitsamt melden.

Im Jahr 2023 traten hierzulande 135 Fälle von Diphtherie auf: 128 Personen hatten Hautdiphtherie, 7 Personen Rachendiphtherie.

Welche Komplikationen sind bei Diphtherie möglich?

Das Gift, das von den Diphtherie-Erregern gebildet wird, kann innere Organe schädigen. Bei solch einem schweren Verlauf sprechen Medizinerinnen und Mediziner von toxischer Diphtherie.

Zu den möglichen Komplikationen gehören:

  • blockierte Atemwege, Atemversagen
  • Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
  • Nervenschäden (Polyneuropathie), die Lähmungen verursachen können
  • Koma

Wie lässt sich Diphtherie vorbeugen?

Um zu verhindern, dass sich Diphtherie ausbreitet, ist es wichtig, Personen mit vermuteter oder bestätigter Diphtherie im Krankenhaus zu isolieren.

Mit einer Impfung lässt sich Diphtherie wirksam vorbeugen. Die Impfung löst eine Immunantwort gegen das Bakterien-Toxin aus, nicht gegen die Bakterien. Daher können sich die Erreger trotz Impfung im Körper vermehren und manchmal Symptome wie Fieber oder allgemeine Schwäche auslösen. Die Impfung schützt jedoch sehr gut vor den schwerwiegenden Symptomen durch das Toxin.

Der Diphtherie-Impfstoff ist von dem Toxin der Bakterien-Art Corynebacterium diphtheriae abgeleitet. Es ist unklar, wie wirksam die Impfung gegen die anderen Erreger der Diphtherie ist. Die Toxine der Bakterien ähneln sich jedoch stark. Deshalb geht man von einer Schutzwirkung gegen alle Diphtherie-Erreger aus.

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, alle Säuglinge, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen standardmäßig gegen Diphtherie zu impfen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, alle Säuglinge, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen standardmäßig gegen Diphtherie zu impfen.

Impfempfehlungen

Säuglinge sollten die drei ersten Impfungen gegen Diphtherie im Alter von 2, 4 und 11 bis 14 Monaten erhalten. Dafür kommt üblicherweise ein Sechsfachimpfstoff zum Einsatz, der gleichzeitig gegen Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Hepatitis B  und gegen eine Infektion mit dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ b schützt.

Der Impfschutz durch diese Grundimmunisierung lässt mit der Zeit nach. Daher sollte im Alter von 5 bis 6 Jahren eine erste Auffrischungsimpfung erfolgen und im Alter von 9 bis 16 Jahren eine zweite.

Danach wird geraten, den Impfschutz alle 10 Jahre zu erneuern. Für die Auffrischungsimpfung stehen verschiedene Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

Wichtig zu wissen: Personen, die nicht oder nicht vollständig gegen Diphtherie geimpft sind, können fehlende Impfungen im späteren Alter nachholen. Welcher Impfstoff infrage kommt, dazu berät die Ärztin oder der Arzt.

Sie haben Fragen zur Diphtherie-Impfung und den Empfehlungen der STIKO? Antworten auf häufige Fragen finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Video Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

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Wie wird Diphtherie diagnostiziert?

Ärztinnen und Ärzte stellen Diphtherie in der Regel anhand der typischen Symptome fest. Um die Diagnose zu bestätigen, ist es wichtig, den Erreger nachzuweisen und auf das Bakterien-Toxin zu untersuchen. Dafür nimmt die Ärztin oder der Arzt einen Abstrich aus dem hinteren Rachenraum oder einen Wundabstrich und sendet diesen in ein Labor. 

Wie wird Diphtherie behandelt?

Die Rachendiphtherie wird sofort mit dem Gegengift und Antibiotika behandelt. Bei der Hautdiphtherie ist meistens nur die Behandlung mit Antibiotika notwendig.

Behandlung mit Gegengift

Für das Diphtherie-Toxin gibt es ein Gegengift (Antitoxin). Allerdings kann dieses Gegengift nicht mehr wirken, wenn das Gift bereits an Körperzellen gebunden ist.

Daher warten Medizinerinnen und Mediziner bei einem Verdacht auf Rachendiphtherie nicht auf die Laborergebnisse, sondern beginnen sofort mit der Behandlung.

Bei Hautdiphtherie verteilt sich das Bakterien-Gift in der Regel weniger stark als bei Rachendiphtherie. Daher wird das Gegengift nur bei manchen schweren Verläufen eingesetzt, beispielsweise bei großen Geschwüren.

Wichtig zu wissen: Das Gegengift wird in der Regel aus Pferden gewonnen. Manche Menschen reagieren darauf allergisch, was zu Komplikationen führen kann. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer lebensbedrohlichen allergischen Reaktion (anaphylaktischen Schock). Daher werden Menschen mit Verdacht auf Diphtherie in einem Krankenhaus mit intensivmedizinischer Versorgung behandelt.

Behandlung mit Antibiotika

Ärztinnen und Ärzte verabreichen Antibiotika gegen die Diphtherie-Erreger.

Die Antibiotika müssen in der Regel für zwei Wochen eingenommen werden. Das Ziel ist, dass alle Diphtherie-Erreger aus dem Körper entfernt werden. Der Erfolg der Antibiotika-Behandlung wird mit Tests kontrolliert.

Enge Kontaktpersonen von Erkrankten erhalten in der Regel vorbeugend Antibiotika, auch wenn sie schon gegen Diphtherie geimpft sind. Medizinerinnen und Mediziner sprechen hier von einer postexpositionellen Prophylaxe (PEP). Wenn die letzte Diphtherie-Impfung schon länger zurückliegt, wird noch eine Auffrischimpfung gegeben.

Wichtig zu wissen: Menschen, die an Diphtherie erkrankt sind, bei denen die Erkrankung vermutet wird oder die Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Heime nicht besuchen. Sie dürfen erst wieder in die Gemeinschaftseinrichtung, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. 

  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). infektionsschutz.de. Diphtherie-Impfung bei Kindern. Aufgerufen am 29.01.2026.
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). infektionsschutz.de. Diphtherie-Impfung bei Erwachsenen. Aufgerufen am 29.01.2026.
  • Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2023. Berlin 2025.
  • Robert-Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Diphtherie. Stand: 29.02.2024
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diphtheria. Stand: 12.07.2024
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Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.

Stand: 05.05.2026
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