Obstruktive Schlafapnoe (OSA)

Wer eigentlich genug schläft, sich tagesüber aber trotzdem sehr schläfrig und erschöpft fühlt, kann von einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) betroffen sein. Viele Menschen mit einer Schlafapnoe schnarchen und haben im Schlaf Atemaussetzer – meistens ohne es zu merken. Die Folgen können das alltägliche Leben deutlich beeinträchtigen.

Auf einen Blick

  • Viele Menschen mit einer Schlafapnoe schnarchen und haben nachts Atemaussetzer – meistens ohne es zu merken.
  • Schnarchen allein ist harmlos: Erst wenn Atemaussetzer hinzukommen, handelt es sich um eine Schlafapnoe.
  • Langfristig erhöht eine Schlafapnoe das Risiko für andere Erkrankungen und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
  • Eine Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen erschlafft.
  • Schätzungen zufolge haben etwa 3 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer eine obstruktive, das heißt verengende oder verschließende, Schlafapnoe.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Schlafapnoe: Ein Mann liegt in einem Bett und trägt eine Beatmungsmaske. Er scheint zu schlafen.

Was ist eine Schlafapnoe?

Viele Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) schlafen eigentlich genug, fühlen sich am Tag aber trotzdem schlapp und schläfrig. Der Grund: Die Betroffenen bekommen beim Schlafen schlecht Luft und haben Atemaussetzer – meist ohne es zu merken. Langfristig steigt bei einer Schlafapnoe das Risiko für andere Erkrankungen. Und sie kann auch ganz direkt die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Welche Symptome gibt es bei einer Schlafapnoe?

Anzeichen von Schlafapnoe sind häufiges Wasserlassen, plötzliches Erwachen, starke Müdigkeit tagsüber, nächtliches Schwitzen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen am Morgen, ein trockener Mund beim Aufwachen und Potenzprobleme.

Meistens schnarchen Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe sehr laut. Sie atmen während des Schlafs regelmäßig flach (Hypopnoe) und haben Atemaussetzer (Apnoen), die länger als 10 Sekunden dauern. An sich ist Schnarchen harmlos. Kommen Atemaussetzer hinzu, handelt es sich aber um eine Schlafapnoe.

Eine ältere Frau stützt ihren Kopf auf ihren Arm, der auf einem Tisch liegt. Sie scheint zu schlafen.

Symptome, die auf eine Schlafapnoe hinweisen können:

  • starke Müdigkeit tagsüber
  • Konzentrationsstörungen
  • nächtliches Schwitzen und häufiges Wasserlassen
  • plötzliches Erwachen, manchmal mit Herzrasen und Luftnot
  • trockener Mund beim Aufwachen
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Potenzprobleme

Was sind die Ursachen für eine Schlafapnoe?

Eine Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen erschlafft. Dadurch verengt sich der Atemweg im Rachenbereich oder blockiert sogar ganz. Beim Ein- und Ausatmen entstehen dann laute Schnarchgeräusche.

Ist die Atmung durch eine Schlafapnoe gestört, wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auch der Blutdruck und der Puls sinken. Das Atemzentrum im Gehirn wird dadurch alarmiert und löst einen Weckreiz aus: Die Betroffenen wachen dann kurz auf – in der Regel, ohne es zu merken. Das kurze Aufwachen wird auch „Arousal“ genannt. Es unterbricht den Schlafrhythmus, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Wer wegen einer Schlafapnoe nachts wiederholt kurz aufwacht, gelangt möglicherweise nicht mehr in den erholsamen Tiefschlaf – und fühlt sich dann am Tag schlapp und müde.

Bei einer Schlafapnoe können neben starkem Übergewicht auch Besonderheiten im Mund- und Rachenraum eine Rolle spielen. Betroffene haben zum Beispiel vergrößerte Mandeln, einen kleinen Unterkiefer, ein kleines Gaumensegel oder eine ungewöhnlich gelagerte Zunge.

In manchen Fällen ist auch die Nasenatmung gestört. Schlafen in Rückenlage kann Schnarchen und Atmungsstörungen begünstigen. Es ist aber selten die alleinige Ursache.

Zudem tragen übermäßiger Alkoholkonsum, aber auch Schlaf- und Beruhigungsmittel zur Erschlaffung der Atemmuskulatur bei und können eine Schlafapnoe verstärken. Die Wahrscheinlichkeit, eine obstruktive Schlafapnoe zu entwickeln, steigt ab dem 45. Lebensjahr stetig.

Wie häufig kommt es zu einer Schlafapnoe?

Schätzungen zufolge haben etwa 3 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer eine obstruktive Schlafapnoe.

Geschätzte Häufigkeit von obstruktiver Schlafapnoe bei: Männern: 5 %, Frauen: 3 %.

Wie entwickelt sich eine Schlafapnoe?

Wer eine ausgeprägte Schlafapnoe hat, fühlt sich ständig schlapp und müde. Der Schlaf bringt nur wenig Erholung, die Stimmung leidet. Da sich Menschen mit einer Schlafapnoe oft insgesamt weniger wohlfühlen, entwickeln sie möglicherweise auch eher eine Depression.

Die Betroffenen haben zudem häufiger Bluthochdruck oder auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher steigt das Risiko für einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.

Atemaussetzer im Schlaf führen nicht immer zu Beschwerden oder gesundheitlichen Risiken. Dauern sie nur kurz und treten sie nur selten auf, verursachen sie keine Tagesschläfrigkeit. Sie sind dann meistens auch kein Grund zur Beunruhigung. Halten solche Atemstörungen und Beschwerden aber an, kann es sinnvoll sein, eine Ärztin oder einen Arzt um Rat zu fragen.

Wie wird eine Schlafapnoe diagnostiziert?

Ärztinnen und Ärzte fragen bei einem Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe zunächst nach den Beschwerden und den Lebensgewohnheiten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Die Patientin oder der Patient erhält möglicherweise ein tragbares Gerät, mit dem der Schlaf beobachtet werden kann. Erfasst werden zum Beispiel die Atmung, die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, das Schnarchen und die Körperlage. Zeigen sich bei der Auswertung Auffälligkeiten, kann eine zusätzliche Untersuchung in einem Schlaflabor sinnvoll sein.

Die Patientin oder der Patient verbringt dann eine oder mehrere Nächte in einem Schlaflabor. Dabei wird der Schlaf mit weiteren Aufzeichnungsgeräten und einer Videokamera untersucht.

Wie wird eine Schlafapnoe behandelt?

Stark übergewichtige Menschen können die Schlafapnoe durch Abnehmen abschwächen. Darüber hinaus werden viele verschiedene Behandlungen angeboten: zum Beispiel Apparate, die die Atmung unterstützen, Lagerungshilfen, Hilfsmittel wie Unterkieferschienen oder auch Operationen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass einige dieser Behandlungen helfen können.

Medikamente spielen bei der Behandlung der Schlafapnoe derzeit keine Rolle. Die Wirksamkeit der verfügbaren Mittel ist nicht belegt.

Am wirksamsten lässt sich eine schwere Schlafapnoe mit der sogenannten CPAP-Therapie behandeln. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“, auf Deutsch: kontinuierlicher Atemwegsüberdruck. Bei dieser Behandlung wird nachts Raumluft mit leichtem Überdruck in die Atemwege gepumpt. Die Patientinnen und Patienten tragen dafür eine Atemmaske, die an ein Atemgerät angeschlossen ist. Der leichte Überdruck hält die oberen Atemwege offen. Durch die CPAP-Therapie treten keine oder kaum noch Atemaussetzer auf. Beschwerden wie die Tagesmüdigkeit können so spürbar gelindert werden.

Die CPAP-Therapie, die die Beschwerden am besten lindern kann, ist gewöhnungsbedürftig: Nicht jeder mag sich damit abfinden, jede Nacht eine Atemmaske zu tragen.

Vertiefende Informationen zu einer Schlafapnoe und wie diese behandelt werden kann, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einer Schlafapnoe?

Eine obstruktive Schlafapnoe kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die Betroffenen schlafen schlecht, sind dadurch tagesüber oft müde und fühlen sich wie gerädert. Manche Menschen mit einer Schlafapnoe fallen unfreiwillig in einen sogenannten Sekundenschlaf. Eine Schlafapnoe kann auch zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führen.

Eine Schlafapnoe kann die Partnerschaft belasten: Das laute Schnarchen stört auch den Schlaf der Partnerin oder des Partners. Auch sie oder er ist dann tagsüber gereizt und müde. Atemaussetzer können darüber hinaus beängstigend wirken.

Ein Schulungsprogramm kann helfen, mit der CPAP-Therapie zurechtzukommen und sich an die Therapie zu gewöhnen. Vielleicht hilft es auch, sich im Rahmen einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen. Selbsthilfegruppen für Menschen mit Schlafapnoe gibt es mittlerweile in vielen deutschen Städten. Wichtig ist vor allem, etwas Geduld zu haben und sich bei Problemen Unterstützung zu holen. Wenn es gelingt, die Atemtherapie zu einem Teil der Alltagsroutine zu machen, kann sie die Lebensqualität deutlich erhöhen.

Bei der Suche nach Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen hilft Ihnen diese Seite bei gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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