Nicht alkoholische Fettleber

Immer mehr Menschen in Europa entwickeln eine nicht alkoholische Fettleber. Ursachen können eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel sein. Im Beitrag lesen Sie mehr zu den Auslösern einer Fettleber und erfahren, wie sie verläuft und wie man ihr vorbeugen kann.

Auf einen Blick

  • Faktoren, die eine nicht alkoholische Fettleber begünstigen, sind zum Beispiel Übergewicht (Adipositas) und ein Typ-2-Diabetes.
  • In den Industrienationen haben etwa 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen eine Fettleber. Bei Menschen mit Adipositas sind es 80 bis 90 Prozent.
  • Meist merken Menschen nicht, dass sie eine Fettleber haben.
  • Um eine Fettleber zu behandeln, können eine Ernährungsumstellung und Sport hilfreich sein. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ein Mitarbeiter eines Fitnessstudios zeigt einer Frau mit starkem Übergewicht, wie das Laufband funktioniert.

Was ist eine nicht alkoholische Fettleber?

Bei einer Fettleber – auch Lebersteatose genannt – lagern sich Fettzellen in der Leber ab. Ein höheres Risiko für eine nicht alkoholische Fettleber haben Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas), einem veränderten Zuckerstoffwechsel oder Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck.

Eine Fettleber ist zunächst ungefährlich, kann aber eine Vorstufe zu einer schweren Erkrankung wie einer Leberzirrhose sein – einer stark vernarbten Leber.

Welche Anzeichen gibt es für eine nicht alkoholische Fettleber?

Die meisten Menschen mit einer Fettleber haben keine Beschwerden. Einige berichten von Symptomen wie Müdigkeit, Durst, Blähungen oder Schlafstörungen. Auch Schmerzen im Oberbauch können auftreten. 

Ist die Erkrankung fortgeschritten, kann es zu einer Gelbsucht kommen, also zu einer gelblichen Verfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augenweiß.

Was verursacht eine nicht alkoholische Fettleber?

Zu wenig Bewegung und eine kalorienreiche Ernährung können zu einer nicht alkoholischen Fettleber führen.

Die häufigste Ursache einer nicht alkoholischen Fettleber ist ein ungesunder Lebensstil mit zu wenig Bewegung und kalorienreicher Ernährung.

Auch bestimmte Vorerkrankungen können eine Fettleber begünstigen, zum Beispiel:

  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Typ-2-Diabetes
  • Stoffwechselstörungen wie eine Insulinresistenz
  • ein metabolisches Syndrom: Dieses umfasst starkes Übergewicht, einen gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel sowie Bluthochdruck.
  • eine sogenannte Dyslipidämie: Dabei handelt es sich um eine Fettstoffwechselstörung. Sie kann erblich bedingt sein, aber auch durch einen ungesunden Lebensstil entstehen.

Des Weiteren können die Einnahme bestimmter Medikamente oder genetische Faktoren eine Fettleber verursachen.

Wie häufig kommt eine nicht alkoholische Fettleber vor?

In den Industrienationen haben etwa 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen eine Fettleber. Unter Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) sind es 80 bis 90 Prozent.

Bei normalgewichtigen Kindern entwickeln 3 bis 10 Prozent eine Fettleber; Kinder mit Adipositas zu 40 bis 70 Prozent.

Wie ist der Verlauf bei einer nicht alkoholischen Fettleber?

Eine Fettleber ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der sich Fettzellen in der Leber ablagern. Dies macht zunächst keine Beschwerden und kann sich mit einer Behandlung wieder zurückbilden. 

Bei etwa 30 Prozent der Menschen entwickelt sich eine Fettleber zu einer Leberentzündung (Steatohepatitis), die chronisch werden kann. Die Entzündung zerstört Zellgewebe und es bildet sich Narbengewebe. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer Fibrose. 

Schreitet dieser Prozess voran, entsteht eine Leberzirrhose. Die Zirrhose ist eine nicht heilbare Lebererkrankung, die unbehandelt lebensgefährlich werden kann.

Wie kann man einer nicht alkoholischen Fettleber vorbeugen?

Sich gesund zu ernähren und sich regelmäßig zu bewegen kann einer Fettleber vorbeugen.

Mehr Informationen dazu, welche körperlichen Aktivitäten die Gesundheit fördern und wie viel Bewegung guttut, lesen Sie im Artikel Gesund durch Bewegung.

Wie wird eine nicht alkoholische Fettleber diagnostiziert?

Einen Hinweis auf eine Fettleber können Blutwerte geben. Auch mit bildgebenden Verfahren, zum Beispiel einer Ultraschalluntersuchung, lässt sich eine Fettleber diagnostizieren.

Ist das Ultraschallergebnis nicht eindeutig oder soll zusätzlich der Grad der Leberverfettung bestimmt werden, kommt eine Gewebeentnahme (Biopsie) infrage. Mithilfe dieser Gewebeprobe kann man zum Beispiel erkennen, ob sich die Leber bereits entzündet hat. 

Um sicherzugehen, dass es sich um eine nicht alkoholische Fettleber handelt, wird die Ärztin oder Arzt auch weitere Ursachen einer Fettleber ausschließen wie:

  • eine alkoholische Fettleber, die durch hohen Alkoholkonsum entsteht
  • eine chronische Leberentzündung durch eine Infektion mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren
  • genetisch bedingte Erkrankungen wie Morbus Wilson: Dabei handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselstörung, bei der sich vermehrt Kupfer in der Leber ablagert und die Organfunktion beeinträchtigt.

Wie behandelt man eine nicht alkoholische Fettleber?

Bei einer Fettleber hilft es, abzunehmen und auf Alkohol zu verzichten. Ärztinnen und Ärzte bieten auch eine Ernährungsberatung an, zudem entwickelt man oft gemeinsam ein Sportprogramm.

Bei einer Fettleber hilft es, abzunehmen und auf Alkohol zu verzichten.

Menschen mit einer Fettleber wird meist geraten, bis zu 7 Prozent ihres Körpergewichts abzunehmen – ist die Leber bereits entzündet, bis zu 10 Prozent. Um das Abnehmen zu unterstützen, kommen manchmal Arzneimittel zum Einsatz. 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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