COVID-19: Die Erkrankung in der Übersicht

Die Erkrankung COVID-19 ist Folge einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Nicht jede infizierte Person zeigt Symptome, sodass sich das Virus unbemerkt ausbreiten kann. Mit Maßnahmen wie Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen und sich impfen lassen, kann man einer Infektion und schweren Erkrankung vorbeugen.

Auf einen Blick

  • Viele Menschen haben bereits aufgrund einer Infektion, Erkrankung oder Impfung eine Grundimmunität gegen SARS-CoV-2 erworben.
  • Der dadurch aufgebaute Schutz vor einer Ansteckung nimmt innerhalb weniger Monate ab. Daher wird empfohlen, den Immunschutz rechtzeitig mit einer Boosterimpfung aufzufrischen.
  • Menschen ohne Immunschutz können sich weiterhin anstecken und schwer erkranken. Auch bei Geimpften ist eine Ansteckung möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwer erkranken, ist jedoch deutlich reduziert.
  • Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
  • Um alle schwer erkrankten Menschen optimal versorgen zu können, sollen die Erkrankungszahlen möglichst niedrig sein. Die Maßnahmen zum Infektionsschutz einzuhalten, trägt dazu bei.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ältere Frau mit OP-Maske

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung Corona Virus Disease 2019 – auf Deutsch: Coronavirus-Erkrankung 2019.

Der Erreger dieser Erkrankung ist das Coronavirus SARS-CoV-2, das sich seit Ende 2019 sehr schnell auf der ganzen Welt verbreitet hat.

Nicht alle Menschen, die sich anstecken, zeigen Symptome. Einige werden jedoch so schwer krank, dass sie ins Krankenhaus müssen oder sogar daran sterben. Die Todesursache ist meist ein Lungen- oder Multiorganversagen.

Vor allem ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken. Aber auch bei jungen und grundsätzlich gesunden Menschen sind schwere Verläufe möglich.

Mit Maßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln einhalten, im Alltag Maske tragen, regelmäßiges Lüften und das Impfangebot nutzen, kann man sich und andere vor einer Corona-Infektion und einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Vertiefende Informationen, wie man einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorbeugen kann und sich schwere COVID-19-Erkrankungen vermeiden lassen, lesen Sie im Abschnitt Vorbeugung.

Welche Symptome treten bei COVID-19 auf?

Bei den meisten infizierten Menschen treten erste Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion 1 bis 10 Tage, im Mittel etwa 3 Tage, nach der Ansteckung auf. Nicht alle aber haben Krankheitsanzeichen – einige verspüren gar keine Beschwerden.

Bei COVID-19 treten erste Symptome meist 1 bis 10 Tage, im Durchschnitt etwa 3 Tage, nach der Ansteckung auf.

Häufige Symptome sind:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen

Daneben können folgende Beschwerden auftreten: Kurzatmigkeit, Atemnot, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Hautausschlag, Bindehautentzündung, Lymphknotenschwellungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen.

Kinder und Jugendliche zeigen im Vergleich zu Erwachsenen häufiger keine oder nur mild ausgeprägte Symptome und haben vermehrt Magen-Darm-Beschwerden.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft positiv getestet wurden, zeigen meistens keine Symptome.

Was sollte man tun, wenn man Symptome hat?

Bleiben Sie zu Hause und halten Sie die Abstands- und Hygieneregeln ein. Lassen Sie sich telefonisch von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu den nächsten Schritten beraten. Wichtig ist, nicht ohne vorherige telefonische Anmeldung die Arztpraxis aufzusuchen. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich unter der Telefonnummer 116117 an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Wichtig zu wissen: Wird bei Ihnen eine Corona-Infektion durch einen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test nachgewiesen, ordnet das Gesundheitsamt eine Isolierung an. Für enge Kontaktpersonen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht, wird eine Quarantäne im Sinn einer Kontaktreduzierung mit täglichen (Selbst-)Schnelltests dringend empfohlen. 

Antworten auf häufige Fragen zum Thema Quarantäne sowie weitere Informationen zur häuslichen Isolierung finden Sie auf den Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Aktuelle Informationen zur Dauer von Isolierung und Quarantäne stellt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite zur Verfügung.

Woher kommt SARS-CoV-2 und wie wird es übertragen?

Der Erreger von COVID-19 heißt SARS-CoV-2, da er mit SARS-CoV – dem Erreger des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) – verwandt ist. 

SARS-CoV-2 stammt vermutlich von sehr ähnlichen Coronaviren bei Wildtieren ab. Nach derzeitigem Wissen fanden die ersten Ansteckungen auf einem Lebensmittelmarkt im chinesischen Wuhan statt, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden.

Übertragungswege

SARS-CoV-2 verbreitet sich sowohl über größere Tröpfchen als auch über in der Luft schwebende Minitröpfchen (Aerosole).

Infizierte Menschen tragen Virus-Tröpfchen in Nase und Mund, die sich vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten in der Luft verteilen. Gelangen diese Tröpfchen auf die Schleimhäute an Nase, Mund und Augen anderer Menschen, können sich diese mit dem Virus anstecken. Landen die Tröpfchen auf den Händen und fasst man sich dann mit der Hand ins Gesicht, transportiert man die Erreger möglicherweise zu den Schleimhäuten (Schmierinfektion).

Aerosole entstehen beim Atmen oder Sprechen, vermehrt aber bei lautem Schreien, beim Singen und bei sportlicher Aktivität. Besonders in geschlossenen Räumen – und bei schlechter Luftzirkulation und fehlender Frischluftzufuhr – können Aerosole längere Zeit und über größere Distanzen in der Luft schweben und sich anreichern. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. In Außenbereichen hingegen ist eine Ansteckung unwahrscheinlich – sofern man den empfohlenen Mindestabstand einhält.

Eher unwahrscheinlich ist auch, dass man sich über den Kontakt mit virusbehafteten Oberflächen ansteckt, da SARS-CoV-2 in der Umwelt nur kurze Zeit überlebt. Insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von erkrankten Personen ist eine Übertragung aber nicht auszuschließen. 

Nach bisherigem Wissen ist Muttermilch ebenfalls keine Übertragungsquelle. Stillende, die sich infiziert haben, können ihrem Kind weiterhin Muttermilch geben. Um aber eine Ansteckung durch Tröpfchen oder Aerosole zu vermeiden, ist es sinnvoll, beim Stillen die Hygienemaßnahmen so gut wie möglich einzuhalten.

Zeitpunkt und Dauer der Ansteckung

Bereits 1 bis 2 Tage vor den ersten Symptomen besteht das Risiko, andere Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken. Am höchsten ist die Gefahr um den Symptombeginn herum.

Wie lange jemand ansteckend ist, hängt vom Krankheitsverlauf ab. Die meisten Menschen sind nach 10 Tagen nicht mehr ansteckend, vereinzelt kann es aber auch länger dauern.

Wichtig zu wissen: Es ist möglich sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, ohne Symptome zu entwickeln. Man kann dann das Virus an andere Menschen weitergeben. Diese Ansteckungen spielen vermutlich jedoch eine untergeordnete Rolle.

Ansteckung mit Virusvarianten

Es gibt verschiedene mutierte Formen des SARS-CoV-2-Virus, die sich schneller verbreiten und leichter übertragbar sind als das ursprüngliche Virus. Man spricht daher von besorgniserregenden Varianten. In Deutschland dominiert mittlerweile die Variante Omikron das Infektionsgeschehen.

Mit den Virusvarianten können sich unter Umständen auch Menschen anstecken, die bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben oder gegen COVID-19 geimpft sind. Sie sind dann auch für andere Menschen ansteckend.

Um eine Weitergabe des Virus zu verhindern, ist es sinnvoll, die Maßnahmen zum Infektionsschutz wie Abstand halten und Maske tragen weiter einzuhalten.

Vertiefende Informationen zu den in Deutschland verbreiteten Virusvarianten finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Welche Faktoren begünstigen einen schweren Verlauf von COVID-19?

Da die körpereigene Immunabwehr im Alter schwächer wird, kommt es bei älteren Menschen häufiger zu einem schweren Verlauf. Ab etwa 50 bis 60 Jahren steigt dieses Risiko stetig an.

Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf ist auch bei Menschen mit einer Immunschwäche erhöht. Dazu kann es zum Beispiel kommen aufgrund einer:

  • Medikamenten-Einnahme
  • Erkrankung, die direkt das Immunsystem schwächt, beispielsweise eine Krebserkrankung
  • Stammzell- oder Organtransplantation

Außerdem erhöhen folgende Vorerkrankungen das Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken:

Menschen mit starkem Übergewicht, Raucherinnen und Raucher sowie Menschen mit Down-Syndrom erkranken ebenfalls häufiger schwer an COVID-19.

Allgemein sind Männer eher von einem schweren Verlauf betroffen als Frauen. 

Außerdem ist bei Schwangeren das Risiko für einen schweren Verlauf im Vergleich zu Nicht-Schwangeren erhöht.

Wie verläuft COVID-19?

Je nachdem, wie gut das Immunsystem das Virus bekämpfen kann, hat COVID-19 einen unterschiedlichen Verlauf. Dieser reicht von mild bis sehr schwer. Manchmal sind Langzeitfolgen möglich. Selten verläuft die Erkrankung tödlich. Die meisten Menschen, die an einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben sind, waren über 70 Jahre alt.

Milder bis moderater Verlauf

Eine SARS-CoV-2-Infektion verläuft in der Regel mild bis mittelschwer. Die meisten erkrankten Personen können sich zu Hause auskurieren. 

Schwerer Verlauf

Bei einem Teil der erkrankten Personen verschlechtern sich die Symptome, oft auch erst in der zweiten Krankheitswoche. Als mögliche Komplikation kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Es gelangt dann nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut. Einige dieser Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden, teilweise auch intensivmedizinisch und mit einer künstlichen Beatmung oder anderen Organersatzverfahren.

Zusätzliche Infektionen mit Bakterien oder Pilzen und vermehrt auftretende Blutgerinnsel können die Therapie erschweren. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine COVID-19-Erkrankung während der Schwangerschaft schwer verläuft, ist zwar gering – im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen aber erhöht. Zudem haben Schwangere, die schwer an COVID-19 erkranken, ein höheres Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) oder eine frühzeitige Entbindung als Schwangere mit einem milden Krankheitsverlauf.

Bei Kindern kommt es ebenfalls selten zu schweren Verläufen. Allerdings ist bei Säuglingen und jungen Kindern sowie Kindern mit Vorerkrankungen das Risiko dafür erhöht.

Komplikationen

Komplikationen sind zum Beispiel möglich, wenn die SARS-CoV-2-Infektion eine Lungenentzündung verursacht oder Entzündungsprozesse im Körper dazu führen, dass die Blutgerinnung aktiviert wird. Eine überschießende Immunreaktion kann zudem die Lunge schädigen und schwerwiegende Atemprobleme auslösen.

Manche Kinder entwickeln nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion ein Multisystem-Entzündungssyndrom (PIMS). Dabei handelt es sich um ein seltenes, aber oft schweres Krankheitsbild, das intensivmedizisch behandelt werden muss.  PIMS ist gekennzeichnet durch Entzündungen im gesamten Körper, die sich schädigend auf verschiedene Organe auswirken können. Ein ähnliches Entzündungssyndrom wird auch bei Erwachsenen beschrieben, es tritt bei ihnen aber noch seltener auf als bei Kindern.

Langzeitfolgen

Wer an COVID-19 erkrankt, kann noch Wochen bis Monate nach Abklingen der akuten SARS-CoV-2-Infektion gesundheitliche Probleme haben. Man bezeichnet das üblicherweise als Long-COVID. Bestehen nach 12 Wochen immer noch Beschwerden infolge einer COVID-19-Erkrankung, sprechen Fachkreise vom Post-COVID-19-Zustand oder kurz von Post-COVID.

Die Wahrscheinlichkeit, dass längerfristig gesundheitliche Probleme bestehen bleiben, ist größer, wenn die COVID-19-Erkrankung schwer verläuft. Aber auch bei sehr milden und mittelschweren Verläufen sind Langzeitfolgen möglich. Die Symptome können dabei einzeln oder in Kombination auftreten.

Zu den häufig im Zusammenhang mit Long-COVID beschriebenen Symptomen zählen Erschöpfung (Fatigue) und geringe Belastbarkeit, Kurzatmigkeit sowie eingeschränkte Konzentrations- und Merkfähigkeit – auch Gehirnnebel oder Brain Fog genannt.

Außerdem kann es zu Beschwerden kommen wie Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Schlafstörungen und einem nicht erholsamen Schlaf, depressiven Symptomen und übermäßiger Ängstlichkeit. Bei manchen Menschen verschlechtert sich auch die Lungenfunktion oder es kommt zu Einschränkungen der Leber-, Nieren- und Herzfunktion.

Weiterführende Informationen dazu, was man unter Long-COVID versteht, welche Anzeichen es gibt und wie die Erkrankung verläuft und behandelt wird, lesen Sie im Artikel Long-COVID.

Wie lässt sich einer Ansteckung mit COVID-19 vorbeugen?

COVID-19 verbreitet sich in erster Linie über direkten Kontakt mit Tröpfchen und das Einatmen von Aerosolen.

Deshalb hilft die AHA+L-Regel, eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu vermeiden. Hilfreich ist es auch, in bestimmten Situationen (Selbst)-Tests anzuwenden. Eine wichtige Maßnahme ist zudem, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Die Corona-Warn-App unterstützt dabei, Risikobegegnungen im Alltag erfassen.

COVID-19 lässt sich vorbeugen mit Abstands- und Hygieneregeln, Mund-Nasen-Schutz, regelmäßig lüften, (Selbst-)Testung, Impfung, Corona-Warn-App

Beachten der AHA+L-Regel

  • Abstand halten: Je größer der Abstand ist, desto wahrscheinlicher fallen virusbeladene Tröpfchen auf den Boden, bevor sie andere Personen erreichen. Es empfiehlt sich, einen Abstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten.
  • Hygiene beachten: Wichtig sind regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife sowie das Beachten der Husten-Nies-Etikette: Drehen Sie sich von anderen weg und niesen oder husten Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.
  • im Alltag Maske tragen: Durch das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske lassen sich virusbeladene Tröpfchen abfangen, sodass sie sich weniger in der Luft verteilen. Hilfreich ist das Maskentragen zum Beispiel beim Arzt, beim Einkaufen oder im öffentlichen Verkehr.
  • regelmäßig lüften: Indem man Innenräume mit genügend Frischluft versorgt, lassen sich wirksam virusbeladene Tröpfchen aus der Raumluft entfernen. Wichtig ist, regelmäßig zu lüften. Am effektivsten ist Querlüften, also das Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern.

Weitere Informationen dazu, wie man sich mit der AHA+L-Regel vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen kann, finden Sie unter infektionsschutz.de – eine Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

(Selbst-)Tests durchführen

In bestimmten Situationen helfen (Selbst-)Tests, das Ansteckungsrisiko für sich und andere zu verringern, beispielsweise vor:

  • dem Besuch von Angehörigen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen
  • dem Kontakt mit Personen der Risikogruppen oder Menschen, die in medizinischen und pflegerischen Berufen arbeiten
  • der Fahrt ins Büro
  • einer großen Feier oder öffentlichen Veranstaltung
  • einer Reise mit dem Bus, der Bahn oder dem Flugzeug

Sich impfen lassen

Alle bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 allen Menschen ab 5 Jahren inklusive Schwangeren, Stillenden und Frauen mit Kinderwunsch. 

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO jeder bereits zweifach geimpften Person ab 12 Jahren sowie allen zweifach geimpften Kindern mit Vorerkrankungen im Alter von 5 bis 11 Jahren, den Immunschutz mit einer Boosterimpfung aufzufrischen. Für Menschen über 70 Jahre, Personen der Risikogruppen sowie medizinisches und pflegerisches Personal gilt die Empfehlung für einen zweiten Booster.

Was die Impfstoffe leisten, wie wirksam und sicher sie sind und für welche Altersgruppen welche Impfstoffe infrage kommen, darüber informiert der Artikel zur COVID-19-Impfung.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema COVID-19 und Impfen finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Corona-Warn-App nutzen

Die Corona-Warn-App hilft, Risikobegegnungen im Alltag zu registrieren und die Nutzerin oder den Nutzer darüber zu informieren. Wird eine grüne Kachel für den Status „niedriges Risiko" angezeigt, sind keine speziellen Maßnahmen nötig. Zeigt die App eine rote Kachel für „erhöhtes Risiko“ an, ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen – unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist.

Ausführliche Informationen zur Corona-Warn-App und wie man sich bei einer roten Statusanzeige am besten verhält, bietet das Robert Koch-Institut (RKI) unter coronawarn.app.

Wie diagnostiziert man COVID-19?

Um COVID-19 zu diagnostizieren, ist es wesentlich eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus nachzuweisen. Dafür nehmen Ärztinnen und Ärzte einen Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum und schicken die Probe zur Analyse in ein Labor.

Neben dem PCR-Labortest werden auch Antigen-Schnelltests zum Vor-Ort-Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion eingesetzt. Diese liefern schneller ein Ergebnis als der Labortest. Fällt ein Schnelltest positiv aus, sollte er mit einem weiteren Test bestätigt werden. Hat man Symptome und der Schnelltest ist negativ, lässt sich nur mit einem Labortest eine SARS-CoV-2-Infektion sicher ausschließen. Dies gilt auch für die Selbst-Schnelltests, die man zu Hause durchführen kann.

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht weiterhin ein Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest – insbesondere für Menschen, die stark gefährdet durch eine Corona-Infektion sind. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Personen, die aufgrund fehlender Empfehlungen oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können
  • Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden
  • Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben oder zu Hause gepflegt werden
  • Menschen mit Behinderungen, die in einer Einrichtung wohnen

Häufige Fragen und Antworten zu den verschiedenen Corona-Tests, etwa wann eine Anwendung sinnvoll ist und wann man Anspruch auf einen kostenlosen Test hat, finden Sie auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Was es bei der Anwendung der Selbst-Schnelltests zu beachten gilt, darüber informieren ausführlich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Robert Koch-Institut (RKI).

Wann empfiehlt sich ein Test? 

Das Robert Koch-Institut empfiehlt bei einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion einen Test für alle engen Kontaktpersonen, unabhängig von Symptomen.

Wer Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Dies gilt insbesondere, wenn: 

  • Atemwegsbeschwerden, Atemnot oder Fieber vorliegen
  • der Geruchs- oder Geschmackssinn akut gestört ist
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt zu einer Person mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion bestehen
  • sich der Gesundheitszustand bei ungeklärten COVID-19-Anzeichen verschlechtert

Außerdem ist ein Test sinnvoll, wenn akute atemwegsbezogene Symptome jeder Schwere vorliegen und zusätzlich zum Beispiel einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
  • Kontakt mit infizierten Personen im Haushalt
  • weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen oder zu Risikopatientinnen und -patienten

Ausführliche Informationen zu den Testkriterien für die SARS-CoV-2-Diagnostik finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

schwebende Viruspartikel

Wie wird COVID-19 behandelt?

Für die Therapie von COVID-19 haben Expertinnen und Experten Empfehlungen erarbeitet, die regelmäßig aktualisiert und Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung gestellt werden.

Im Vordergrund jeder COVID-19-Behandlung stehen Maßnahmen, um die vorherrschenden Symptome und Beschwerden zu lindern.

Je nach Schwere der Erkrankung sind das Maßnahmen wie:

  • Fiebersenkung
  • Sauerstoffgabe
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts
  • Überwachung von relevanten Grunderkrankungen 

Darüber hinaus ist es möglich, eine Therapie mit Medikamenten einzuleiten, die gegen das Virus selbst oder gegen die vom Virus verursachte Entzündung wirken. Ob und welche Therapie infrage kommt, richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dem individuellen Risiko für einen schweren Verlauf. Hierbei ist die richtige Auswahl der Medikamente und Einschätzung der Risikofaktoren wesentlich. Denn bei manchen Personen ist bereits bei einer Infektion ohne Symptome oder einem milden Verlauf eine frühzeitige antivirale Therapie sinnvoll.

Menschen, die aufgrund einer COVID-19-Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt werden müssen, benötigen je nach Schwere gegebenenfalls zusätzlich Sauerstoff oder eine maschinelle Beatmung. Manchmal ist auch eine Behandlung auf der Intensivstation nötig, bei der Ärztinnen und Ärzte lebenswichtige Körperfunktionen unterstützen oder Komplikationen behandeln.

Derzeit sind in der Europäischen Union mehrere Medikamente für COVID-19 zugelassen. Weitere befinden sich noch in der behördlichen Prüfung, können aber aufgrund von Empfehlungen medizinischer Leitlinien im Rahmen individueller Heilversuche zum Einsatz kommen.

Für COVID-19 empfohlene Medikamente

Der entzündungshemmende Wirkstoff Dexamethason wird bei Menschen eingesetzt, die einen schweren und kritischen Krankheitsverlauf haben und aufgrund einer COVID-19-Lungenentzündung Sauerstoff benötigen oder bereits beatmet werden.

Weitere entzündungshemmende Wirkstoffe wie Tocilizumab (RoActemra) und Baricitinib (Olumiant) können zusätzlich zu Dexamethason zum Einsatz kommen, wenn sich die Erkrankung fortschreitend verschlechtert.

Antivirale Arzneistoffe spielen vor allem in der Frühphase der Infektion eine wichtige Rolle, insbesondere bei:

  • Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf und fehlender oder unvollständiger Impfung
  • Personen, die wahrscheinlich schlecht auf eine Impfung ansprechen, beispielsweise aufgrund einer Vorerkrankung oder einer immunsystemschwächenden Therapie

Die hierfür zugelassenen Wirkstoffe Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) können innerhalb der ersten 5 Tage nach Symptombeginn oder dem vermutetem Infektionszeitpunkt gegeben werden. Für den Wirkstoff Remdesivir gilt ein Zeitraum von 7 Tagen.

In Deutschland können Ärztinnen und Ärzte auch das antivirale Medikament Molnupiravir (Lagevrio) bis zu 5 Tage nach Symptombeginn verordnen. Dieses darf trotz fehlender EU-Zulassung hierzulande eingesetzt werden. 

In manchen Situationen ist der Einsatz der Antikörper Sotrovimab (Xevudy) oder Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld) sinnvoll. Sie haben die Eigenschaft, an Bestandteile von SARS-CoV-2 zu binden und so das Virus daran zu hindern, in die Körperzellen einzudringen. Ihre Wirksamkeit ist davon abhängig, welche Virusvariante die Infektion verursacht hat. 

Wichtig zu wissen: Für alle antiviral wirkenden Substanzen gilt: Je früher sie zum Einsatz kommen, desto wahrscheinlicher entfalten sie ihre Wirkung.

Therapie mit weiteren Medikamenten

Für die Behandlung von Menschen mit einer COVID-19-Lungenentzündung im Krankenhaus wird unter bestimmten Umständen zusätzlich zu Dexamethason Anakinra (Kineret) eingesetzt – ein ebenfalls entzündungshemmend wirkendes Präparat.

Außerdem sollen Patientinnen und Patienten bei einem erhöhten Risiko für Thrombosen eine an ihr Risikoprofil angepasste vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) erhalten oder eine Therapie mit gerinnungshemmenden Mitteln wie Heparin – sofern keine Gegenanzeigen bestehen.

In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

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