Schuppenflechte (Psoriasis)

Typisch für eine Schuppenflechte (Psoriasis) sind rötliche, schuppige Hautveränderungen und ein starker Juckreiz. Sie verläuft fast immer chronisch und tritt in Schüben auf. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern.

Auf einen Blick

  • Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung.
  • Typische Symptome sind rötliche, schuppende Hautveränderungen und oft ein starker Juckreiz.
  • Psoriasis kann neben der Haut auch andere Bereiche des Körpers betreffen.
  • Schuppenflechte ist bislang nicht heilbar.
  • Es gibt verschiedene Behandlungen, die die Beschwerden lindern können.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Psoriasis: Ein Mann beugt seine Arme so an den Oberkörper, dass seine Ellbogen zu sehen sind. An beiden Ellbogen befindet sich Schuppenflechte.

Was ist die Psoriasis?

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisches Merkmal ist eine auffällige, gerötete und schuppige Haut, die manchmal juckt.

Eine Schuppenflechte kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche Menschen empfinden sie vor allem als lästig, kommen aber ganz gut mit der Erkrankung zurecht. Andere Menschen fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt, denn die Behandlung und Hautpflege sind zeitintensiv. Durch die oft deutlich sichtbaren rötlichen, schuppenden Hautveränderungen ist die Psoriasis für viele Menschen oft psychisch sehr belastend.

Neben der Haut können manchmal auch andere Teile des Körpers betroffen sein, beispielsweise die Gelenke oder die Nägel.

Eine Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung. Sie verläuft für gewöhnlich in Schüben mit mal stärkeren, mal nur leichten oder gar keinen Problemen. Zur Therapie gibt es verschiedene Maßnahmen, die Beschwerden lindern können. Eine Schuppenflechte ist bisher nicht heilbar.

Welche Symptome weisen auf eine Psoriasis hin?

Es gibt verschiedene Arten von Schuppenflechten. Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris. Typischerweise rötet sich die Haut und es bilden sich silbrig glänzende, leicht erhabene Veränderungen. Diese Hauterhebungen nennt man Plaque, sie sind klar begrenzt und schuppen stark. Dieser Art der Schuppenflechte wird deswegen auch oft Plaque-Psoriasis genannt. Die Plaques treten oft auf beiden Seiten des Körpers symmetrisch auf, beispielsweise am linken und am rechten Ellenbogen. Die erkrankte Haut juckt häufig, durch das Kratzen wird die Haut allerdings oft gereizt und es kann zu Verletzungen kommen.

Wie groß die Plaques sind, ist sehr unterschiedlich. Sie können einen Durchmesser zwischen 1 und über 10 cm haben. Manche Menschen bekommen nur wenige Plaques an einzelnen Körperbereichen, beispielsweise nur an der Kopfhaut. Andere Menschen hingegen haben vermehrt Plaques an einer oder an verschiedenen Körperstellen.

Grundsätzlich kann eine Psoriasis vulgaris an allen Körperstellen auftreten. Kopf, Ellbogen, Knie und Rücken sind besonders oft betroffen. Aber auch hinter den Ohren, an Händen, Füßen oder am Bauchnabel bildet sie sich häufig.

Die Haut kann an den Händen und Füßen sehr trocken werden und einreißen. Das kann sehr schmerzhaft sein. Besonders unangenehm wird das, wenn sich die rissige Haut bei Bewegungen dehnt, mit hautreizenden Stoffen wie Fruchtsäure in Kontakt kommt oder wenn Betroffene sich stoßen.

Es kann auch vorkommen, dass sich bei einer Psoriasis vulgaris die Nägel verändern. Eine Nagelpsoriasis macht sich durch kleine Dellen im Nagel (Tüpfelnagel), die Verdickung des Nagels oder gelblich-braune Verfärbungen (Ölnagel) bemerkbar. Es ist auch möglich, dass sich der Nagel ablöst.

Eine weitere Form ist die sogenannte Psoriasis pustulosa. Bei dieser Form bildet die Haut zusätzlich Bläschen (Pusteln), die mit Eiter gefüllt sind. Diese Eiterbläschen sind nicht ansteckend. Eine Psoriasis pustulosa kann zusammen mit einer Psoriasis vulgaris auftreten, aber auch allein.

Eher selten ist die Psoriasis guttata. Typisch für diese Form ist ein akuter, großflächiger Hautausschlag mit punktförmigen Papeln. Sie tritt meist ein bis zwei Wochen nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien auf (Streptokokken). Eine Psoriasis guttata kann nach einigen Wochen oder Monaten vollständig ausheilen. Es ist allerdings auch möglich, dass sie wiederkommt oder in eine Psoriasis vulgaris übergeht. Sie betrifft vor allem Kinder und Jugendliche.

Welche Ursachen hat die Psoriasis?

Psoriasis ist in erster Linie genetisch bedingt. Sie bricht häufig erst durch bestimmte Faktoren aus. Ausschlaggebend ist eine Autoimmunreaktion.

Die Haut schuppt sich, weil die hornbildenden Hautzellen (Keratinozyten) sich übermäßig vermehren. Keratinozyten kommen in der obersten Hautschicht vor und machen einen Großteil der schützenden Oberhaut aus. Keratinozyten teilen sich und werden für gewöhnlich innerhalb von 4 Wochen über verschiedene Entwicklungsstufen als tote Hautzellen abgestoßen. Bei einer Psoriasis läuft diese Entwicklung deutlich schneller ab. Teilweise passiert dieser Prozess in nur 4 Tagen. Tote Hautzellen können als Folge dann nicht mehr so schnell abgestoßen werden, wie sie gebildet werden. Die Haut wird an den betroffenen Stellen dicker und schuppt auch stärker.

Verschiedene Entzündungsprozesse spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Aufgrund der Entzündung und der stärkeren Durchblutung ist die Haut oft gerötet.

Inzwischen hat man zwar viele Gene entdeckt, die mit einer Schuppenflechte im Zusammenhang stehen, die Ursachen der Erkrankung konnten bisher jedoch nicht abschließend aufgeklärt werden.

Welche Risikofaktoren gibt es für eine Psoriasis?

Bei einer Psoriasis spielen bestimmte genetische Veranlagungen eine Rolle. Daher ist der größte Risikofaktor eine familiäre Veranlagung.
Wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Psoriasis erkrankt, bei etwa 15 Prozent. Wenn beide Elternteile Psoriasis haben, liegt das Risiko für ein Kind bei etwa 40 Prozent. Es gibt allerdings keinen zuverlässigen Test, der vorhersagen kann, ob jemand Psoriasis entwickelt. Nach aktuellem Wissensstand lässt sich der Erkrankung auch nicht vorbeugen.

Wie häufig kommt es zu einer Psoriasis?

Psoriasis ist eine relativ häufige Erkrankung.

2 Prozent der Bevölkerung sind schätzungsweise betroffen. Das sind auf Deutschland bezogen über 1,5 Millionen Menschen. Etwa 80 Prozent davon haben eine Psoriasis vulgaris. Männer und Frauen erkranken ähnlich häufig.

In Deutschland haben schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen eine Psoriasis.

Psoriasis tritt oft vor dem 40. Geburtstag auf. Häufig entwickelt sie sich im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Auch jüngere Kinder können bereits betroffen sein. Wenn sie sich später entwickelt, dann meist erst zwischen 50 und 70 Jahren.

Psoriasis wird manchmal auch nach dem Alter des ersten Auftretens unterteilt: Psoriasis Typ 1 beginnt vor dem 40. Lebensjahr, Psoriasis Typ 2 beginnt erst zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Wie entwickelt sich eine Psoriasis?

Wie eine Psoriasis sich entwickelt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Erkrankung verläuft häufig schubweise: Das heißt, Phasen mit ausgeprägten Symptomen wechseln sich mit weitestgehend beschwerdefreien Phasen ab. Die meisten Betroffenen machen irgendwann eine Zeit durch, in der die Beschwerden besonders stark und belastend sind. Es kommen aber auch Zeiten ohne größere Hautprobleme. Es gibt Menschen, die eine dauerhaft stark ausgeprägte Psoriasis haben.

Bestimmte Faktoren können Psoriasis-Schübe auslösen. Zu diesen Reizen gehören Sonnenbrand, zu heißes Duschen, bestimmte Chemikalien oder kleine Hautverletzungen, durch Kratzen, Tätowierungen oder Piercings.

Auch psychischer Stress, Infektionen sowie Nikotin oder zu viel Alkohol können ein Risikofaktor für einen Ausbruch sein. Auch einige Medikamente wie beispielsweise bestimmte Malaria-Mittel stehen im Verdacht einen Psoriasis-Schub anzustoßen.

Wichtig zu wissen: Psoriasis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung. Sie kann neben der Haut auch andere Bereiche des Körpers betreffen. Bei schätzungsweise 20 Prozent aller Menschen mit Psoriasis sind auch die Gelenke entzündet. Diese Form nennt sich Psoriasis Arthritis. Bei einem Verdacht auf eine Psoriasis Arthritis sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, denn je früher eine Gelenkentzündung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden und Gelenkschäden lassen sich vermeiden.

Eine Psoriasis führt seltener auch zu einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

Allerdings können durch die psychische Belastung der Krankheit viele Menschen eine Depression entwickeln.

Studien zeigen, dass Menschen mit Psoriasis häufiger Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Dafür gibt es verschieden Erklärungsansätze: Menschen mit Psoriasis sind zum Beispiel häufiger übergewichtig und haben einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30. Auch die Entzündungsprozesse im Körper selbst könnten eventuell Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen begünstigen.

Eine Schuppenflechte ist normalerweise ungefährlich. Sie verursacht nur sehr selten lebensbedrohliche Komplikationen, aufgrund derer Betroffene ins Krankenhaus müssen.

Wie wird eine Psoriasis diagnostiziert?

Eine Schuppenflechte erkennen Hautärztinnen und Hautärzte normalerweise an den typischen Hautveränderungen. Die Untersuchung einer kleinen Hautprobe kann im Zweifel Klarheit bringen. Bei Psoriasis intertriginosa kann das zum Beispiel zielführend sein: Diese Form tritt nur in Hautfalten auf und bildet meist keine Schuppen. Sie wird daher manchmal mit einer Pilzinfektion verwechselt. Eine Hautprobe liefert eine klare Antwort.

Auch Nagelpsoriasis wird manchmal mit einer Pilzinfektion der Nägel verwechselt. Beiden Krankheiten können allerdings auch zusammen vorkommen. Die Untersuchung einer Nagelprobe zeigt, ob der Nagel mit Pilzen befallen ist.

Im Rahmen der Untersuchung wird auch der Schweregrad der Psoriasis eingeschätzt. Eine schwere Psoriasis liegt meist vor, wenn:

  • mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche betroffen ist.
  • Kopf, Hände, Füße oder empfindliche Körperstellen wie die Geschlechtsteile betroffen sind.
  • die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt ist.

Es gibt bisher keine einheitliche Definition, um den Schweregrad zu beurteilen. Gebräuchlich ist der sogenannte PASI (Abkürzung für Psoriasis Area and Severity Index). Er berücksichtigt die folgenden 4 Faktoren:

  • das Ausmaß der Rötung
  • die Stärke der Schuppung
  • die Dicke der Plaques
  • die Größe der betroffenen Hautfläche

Nach einer bestimmten Formel wird eine Zahl berechnet, die als Maß dient. Bei einem PASI von 0 liegt keine Psoriasis vor, ab einem PASI von 10 handelt es sich um eine mittelschwere bis schwerere Psoriasis. Der PASI ist in erster Linie für wissenschaftlichen Studien relevant, um zu beurteilen, ob eine Therapie sich als wirksam beweist.

Wie wird eine Psoriasis behandelt?

Eine junge Frau hält eine Tube mit Salbe in einer Hand. Sie trägt etwas Salbe auf eine gerötete und leicht schuppige Hautstelle an der anderen Hand auf.

Eine Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten sie zu behandeln:

Basistherapie (Hautpflege)

Pflege der betroffenen Hautstellen mit rückfettenden Salben, Cremes oder Lotionen.

Äußerliche Behandlung (topische Therapie)

Zur Äußerlichen Behandlung werden für gewöhnlich Produkte mit Kortison oder sogenannten Vitamin-D3-Analoga genutzt.

Vertiefende Informationen etwa über die äußerliche Behandlung einer Schuppenflechte finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Lichttherapie

Die Plaques werden mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt. Das UV-Licht hemmt die Entzündung in der Haut und verlangsamt so die Zellteilung. Ergänzend werden manchmal Medikamente eingesetzt, die die Haut lichtempfindlicher machen (Psoralene). Diese Form der Therapie ist für Menschen geeignet, die eine mittelschwere oder schwere Psoriasis haben und bei denen eine äußerliche Behandlung allein nicht hilft.

Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen

Diese Behandlung eignet sich bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis. Die Medikamente hemmen die Abwehrreaktionen des Immunsystems. Häufig zum Einsatz kommen: Methotrexat (MTX), Fumarsäureester, Apremilast und sogenannte Biologika.

Die Basis ist die individuelle Hautpflege – sie wird bei Psoriasis immer empfohlen und soll auch in beschwerdefreien Phasen weitergeführt werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schuppenflechte zu behandeln: Hautpflege, Produkte mit Kortison oder Vitamin D3-Analoga, UV-Lichttherapie, Medikamente & Spritzen.

Die Wirksamkeit von pflanzlichen Präparaten ist bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Es ist daher nicht klar, ob die Mittel tatsächlich wirken. Es werden jedoch viele pflanzliche Mittel zur Behandlung einer Schuppenflechte angeboten. Beispiele sind Extrakte aus der gewöhnlichen Mahonie (Mahonia aquifolium), Birkenrinde oder Aloe vera.

Einzelne Studien lassen vermuten, dass Betroffene mit starkem Übergewicht ihre Haut verbessern können, wenn sie abnehmen.

Wichtig zu wissen: Es gibt die Behauptung, dass sich Psoriasis-Beschwerden durch eine Entfernung der Mandeln lindern lassen. Diese These ist allerdings nicht gut untersucht. Da eine Mandelentfernung zu Komplikationen führen kann – wie beispielsweise Infektionen, Blutungen und Stimmveränderungen – wird diese Maßnahme für gewöhnlich nicht empfohlen. Es liegen auch keine Studien vor, die belegen, dass sich Psoriasis durch solch einen Eingriff heilen oder vorbeugen lässt.

Wie lebt es sich mit einer Psoriasis?

Psoriasis ist eine Erkrankung, die Betroffene stark belastet. Die aufwendige Hautpflege und Koordination der vielen Behandlungen mit Alltagsverpflichtungen, Job, Familie und Freizeit kann eine große Herausforderung sein. Zudem ist der Juckreiz gerade auch nachts oft so stark, dass Betroffene zu wenig schlafen und tagsüber häufig müde und erschöpft sind.

Die Erkrankung ist zwar weit verbreitet, trotzdem erleben Menschen mit Schuppenflechte immer wieder, dass sie gemieden werden. Viele Menschen halten die Hautkrankheit irrtümlich für ansteckend. So können alltägliche Aktivitäten wie der Besuch beim Friseur schnell unangenehm werden. Diese Ängste vor den Reaktionen anderer Menschen belasten die Lebensqualität. Sie führen mitunter auch dazu, dass sich manche Betroffene zurückziehen.

Für viele Menschen mit Psoriasis ist ein Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich. Dafür sind Selbsthilfegruppen gut. Hier können sie sich über Gefühle, Erfahrungen und praktische Probleme austauschen, die Menschen ohne Psoriasis oft nur schwer nachvollziehen können.

Lesen Sie auf der Seite gesundheitsinformation.de die Erfahrungsberichte vierer Menschen mit Schuppenflechte.

Wo finde ich Unterstützung?

Selbsthilfegruppen bieten Menschen mit Schuppenflechte und ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich zu informieren und beraten zu lassen sowie persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Auf der Website der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) können Sie über eine Datenbank geeignete Selbsthilfe-Angebote finden.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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