COVID-19: Die Erkrankung in der Übersicht

Die Atemwegserkrankung COVID-19 entsteht durch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Nicht jede mit dem Virus infizierte Person zeigt Symptome, wodurch sich das Virus unbemerkt ausbreiten kann. Mit Schutzmaßnahmen wie Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen und sich impfen lassen kann man einer Infektion und schweren Erkrankung vorbeugen.

Auf einen Blick

  • Viele Menschen haben bereits aufgrund einer Infektion, einer Erkrankung oder einer Impfung eine Grundimmunität gegen SARS-CoV-2 erworben.
  • Die dadurch aufgebaute Immunität nimmt innerhalb weniger Monate ab. Daher wird empfohlen, den Immunschutz rechtzeitig mit einer Boosterimpfung aufzufrischen.
  • Menschen ohne Immunschutz können sich weiterhin anstecken und schwer erkranken. Auch bei Geimpften ist eine Ansteckung möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwer erkranken, ist jedoch deutlich reduziert.
  • Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
  • Um alle schwer erkrankten Menschen optimal versorgen zu können, sollen die Erkrankungszahlen möglichst niedrig sein. Daher gilt die Empfehlung, die Maßnahmen zum Infektionsschutz einzuhalten.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

COVID-19: ältere Frau mit OP-Maske

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist die Abkürzung der englischsprachigen Bezeichnung Corona Virus Disease 2019 – auf Deutsch: Coronavirus-Erkrankung 2019.

Der Erreger dieser Atemwegserkrankung ist das Coronavirus SARS-CoV-2, das sich seit Ende 2019 sehr schnell auf der ganzen Welt verbreitet hat.

Nicht alle Menschen, die sich anstecken, zeigen Symptome. Einige werden jedoch so schwer krank, dass sie ins Krankenhaus müssen oder sogar daran sterben. Die Todesursache ist meist ein Lungen- oder Multiorganversagen.

Vor allem ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken. Aber auch bei jungen und grundsätzlich gesunden Menschen sind schwere Verläufe möglich.

Mit Maßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln einhalten, im Alltag Maske tragen, regelmäßiges Lüften und das Impfangebot nutzen, kann man sich vor einer Corona-Infektion und einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Vertiefende Informationen, wie man einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorbeugen kann und sich schwere COVID-19-Erkrankungen vermeiden lassen, lesen Sie im Abschnitt Vorbeugung.

Welche Symptome treten bei COVID-19 auf?

Bei den meisten infizierten Menschen treten erste Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion 1 bis 10 Tage, im Mittel etwa 3 bis 6 Tage, nach der Ansteckung auf. Aber: Nicht alle haben Krankheitsanzeichen – einige verspüren gar keine Beschwerden.

Bei COVID-19 treten erste Symptome meist 1 bis 10 Tage, im Durchschnitt etwa 3 bis 6 Tage, nach der Ansteckung auf.

Häufige Symptome sind:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen

Daneben können folgende Beschwerden auftreten: Kurzatmigkeit, Atemnot, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Hautausschlag, Bindehautentzündung, Lymphknotenschwellungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen.

Kinder und Jugendliche zeigen im Vergleich zu Erwachsenen häufiger keine oder nur mild ausgeprägte Symptome und haben vermehrt Magen-Darm-Beschwerden.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft positiv getestet wurden, zeigen meistens keine Symptome.

Was sollte man tun, wenn man Symptome hat?

Bleiben Sie zu Hause und halten Sie die Abstands- und Hygieneregeln ein. Lassen Sie sich telefonisch von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu den nächsten Schritten beraten. Sie sollten auf keinen Fall ohne vorherige telefonische Anmeldung die Arztpraxis aufsuchen. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich unter der Telefonnummer 116117 an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Wichtig zu wissen: Wird bei Ihnen eine Corona-Infektion durch einen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test nachgewiesen, ordnet das Gesundheitsamt eine Isolierung an. Für enge Kontaktpersonen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht, wird eine Quarantäne dringend empfohlen. 

Antworten auf häufige Fragen zum Thema Quarantäne sowie weitere Informationen zur häuslichen Isolierung finden Sie auf den Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Aktuelle Informationen zur Dauer von Isolierung und Quarantäne stellt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite zur Verfügung.

Woher kommt SARS-CoV-2 und wie wird es übertragen?

Der Erreger von COVID-19 heißt in der Fachsprache SARS-CoV-2, da er mit SARS-CoV – dem Erreger des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) – verwandt ist. 

SARS-CoV-2 stammt vermutlich von sehr ähnlichen Coronaviren bei Wildtieren ab. Nach derzeitigem Wissen fanden die ersten Ansteckungen auf einem Lebensmittelmarkt im chinesischen Wuhan statt, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden.

Übertragungswege

SARS-CoV-2 verbreitet sich sowohl über größere Tröpfchen als auch über in der Luft schwebende Minitröpfchen (Aerosole).

Infizierte Menschen tragen Virus-Tröpfchen in Nase und Mund, die sich vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten in der Luft verteilen. Gelangen diese Tröpfchen auf die Schleimhäute an Nase, Mund und Augen anderer Menschen, können sich diese mit dem Virus anstecken. Landen die Tröpfchen auf den Händen und fasst man sich dann mit der Hand ins Gesicht, transportiert man die Erreger möglicherweise zu den Schleimhäuten (Schmierinfektion).

Aerosole entstehen beim Atmen oder Sprechen, vermehrt aber bei lautem Schreien, beim Singen und bei sportlicher Aktivität. Besonders in geschlossenen Räumen – und bei schlechter Luftzirkulation und fehlender Frischluftzufuhr – können Aerosole längere Zeit und über größere Distanzen in der Luft schweben und sich anreichern. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. In Außenbereichen hingegen ist eine Ansteckung unwahrscheinlich – sofern man den empfohlenen Mindestabstand einhält.

Eher unwahrscheinlich ist auch, dass man sich über den Kontakt mit virusbehafteten Oberflächen ansteckt, da SARS-CoV-2 in der Umwelt nur kurze Zeit überlebt. Insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von erkrankten Personen ist eine Übertragung aber nicht auszuschließen. 

Ob sich SARS-CoV-2 über die Muttermilch überträgt, wird weiter untersucht. Bisher verfügbare Daten deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist. Stillende, die sich infiziert haben, können ihrem Kind weiterhin Muttermilch geben. Um aber eine Ansteckung durch Tröpfchen oder Aerosole zu vermeiden, ist es sinnvoll, beim Stillen die Hygienemaßnahmen so gut wie möglich einzuhalten.

Zeitpunkt und Dauer der Ansteckung

Bereits 1 bis 2 Tage vor den ersten Symptomen besteht das Risiko, andere Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken. Am höchsten ist die Gefahr um den Symptombeginn herum.

Wie lange jemand ansteckend ist, hängt vom Krankheitsverlauf ab. Die meisten Menschen sind nach 10 Tagen nicht mehr ansteckend, vereinzelt kann es aber auch länger dauern.

Wichtig zu wissen: Es ist möglich sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, ohne Symptome zu entwickeln. Auch dann kann man andere Menschen anstecken.

Ansteckung mit Virusvarianten

Es gibt verschiedene mutierte Formen des SARS-CoV-2-Virus, die sich schneller verbreiten und leichter übertragbar sind als das ursprüngliche Virus. Man spricht daher von besorgniserregenden Varianten. In Deutschland dominiert mittlerweile die Variante Omikron das Infektionsgeschehen.

Mit den Virusvarianten können sich unter Umständen auch Menschen anstecken, die bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben oder gegen COVID-19 geimpft sind. Man muss davon ausgehen, dass sie dann das Virus auf andere Menschen übertragen können.

Um eine unbemerkte Weitergabe des Virus zu verhindern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), die Maßnahmen zum Infektionsschutz weiter einzuhalten sowie die Angebote zur Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung zu nutzen.

Vertiefende Informationen zu den in Deutschland verbreiteten Virusvarianten finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Welche Faktoren begünstigen einen schweren Verlauf von COVID-19?

Da die körpereigene Immunabwehr im Alter schwächer wird, kommt es bei älteren Menschen häufiger zu einem schweren Verlauf. Ab etwa 50 bis 60 Jahren steigt dieses Risiko stetig an.

Raucherinnen und Raucher, Menschen mit starkem Übergewicht, Schwangere und Menschen mit Down-Syndrom erkranken ebenfalls häufiger schwer an COVID-19.

Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf ist auch bei Menschen mit folgenden Vorerkrankungen erhöht:

Wie verläuft COVID-19?

Je nachdem, wie gut das Immunsystem das Virus bekämpfen kann, hat COVID-19 einen unterschiedlichen Verlauf. Dieser reicht von mild bis sehr schwer. Selten verläuft die Erkrankung tödlich. Langzeitfolgen sind manchmal möglich.

Milder bis moderater Verlauf

Etwa 80 Prozent der nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen mild bis mittelschwer. Die meisten erkrankten Personen können sich zu Hause auskurieren. 

Schwerer Verlauf

Bei einem Teil der erkrankten Personen verschlechtern sich die Symptome, oft auch erst in der zweiten Krankheitswoche. Es gelangt dann nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut. Einige dieser Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden, teilweise auch intensivmedizinisch und mit einer künstlichen Beatmung oder anderen Organersatzverfahren.

Zusätzliche Infektionen mit Bakterien oder Pilzen und vermehrt auftretende Blutgerinnsel können die Therapie erschweren. Eine mögliche Komplikation ist eine Lungenentzündung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine COVID-19-Erkrankung während der Schwangerschaft schwer verläuft, ist zwar gering – im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen aber erhöht. Zudem haben Schwangere, die schwer an COVID-19 erkranken, ein höheres Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) oder eine frühzeitige Entbindung als Schwangere mit einem milden Krankheitsverlauf.

Bei Kindern kommt es ebenfalls selten zu schweren Verläufen. Allerdings ist bei Säuglingen und jungen Kindern sowie Kindern mit Vorerkrankungen das Risiko dafür erhöht.

Tödlicher Verlauf

Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 können tödlich verlaufen. Ungefähr 0,6 Prozent der Menschen mit einer bestätigten Infektion sind daran gestorben. Die meisten davon waren über 70 Jahre alt.

Wichtig zu wissen: Auch junge Menschen und Menschen ohne Vorerkrankungen können an einer COVID-19-Erkrankung sterben.

Komplikationen

Komplikationen sind zum Beispiel möglich, wenn Entzündungsprozesse im Körper dazu führen, dass die Blutgerinnung aktiviert wird. Eine überschießende Immunreaktion kann zudem die Lunge schädigen und schwerwiegende Atemprobleme auslösen.

Allgemein kann auch hohes Fieber im ersten Drittel der Schwangerschaft das Risiko von Komplikationen erhöhen. Da sowohl eine Schwangerschaft als auch COVID-19 häufiger zur Bildung von Blutgerinnseln führen, sind vorbeugende Maßnahmen in Einzelfällen sinnvoll.

Manche Kinder entwickeln nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion ein Multisystem-Entzündungssyndrom (PIMS). Dabei handelt es sich um ein seltenes, aber oft schweres Krankheitsbild. Dieses ist gekennzeichnet durch Entzündungen im gesamten Körper, die sich schädigend auf verschiedene Organe auswirken können. Ein ähnliches Entzündungssyndrom wird auch bei Erwachsenen beschrieben, es tritt bei ihnen aber noch seltener auf als bei Kindern.

Langzeitfolgen

Wer an COVID-19 erkrankt, kann noch Wochen bis Monate nach Abklingen der akuten SARS-CoV-2-Infektion gesundheitliche Probleme haben. Man spricht hier üblicherweise von Long-COVID. Fachkreise bezeichnen das längerfristige Anhalten von Beschwerden nach einer COVID-19-Erkrankung als Post-COVID-19-Zustand oder kurz Post-COVID.

Die Wahrscheinlichkeit, dass längerfristig gesundheitliche Probleme bestehen bleiben, ist größer, wenn die COVID-19-Erkrankung schwer verläuft. Aber auch bei sehr milden und mittelschweren Verläufen sind Langzeitfolgen möglich. Die Symptome können dabei einzeln oder in Kombination auftreten.

Zu den häufig im Zusammenhang mit Long-COVID beschriebenen Symptomen zählen Erschöpfung (Fatigue) und geringe Belastbarkeit, Kurzatmigkeit sowie eingeschränkte Konzentrations- und Merkfähigkeit – auch Gehirnnebel oder Brain Fog genannt.

Außerdem kann es zu Beschwerden kommen wie Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Schlafstörungen und nicht erholsamer Schlaf, depressiven Symptomen und übermäßige Ängstlichkeit. Bei manchen Menschen verschlechtert sich auch die Lungenfunktion oder es kommt zu Einschränkungen der Leber-, Nieren- und Herzfunktion.

Weiterführende Informationen dazu, wann man von Long-COVID spricht, welche Anzeichen es gibt und wie Long-COVID verläuft und behandelt wird, lesen Sie im Artikel Long-COVID.

Wie lässt sich einer Ansteckung mit COVID-19 vorbeugen?

COVID-19 verbreitet sich in erster Linie über eine direkten Kontakt mit Tröpfchen und das Einatmen von Aerosolen.

Deshalb helfen Kontaktbeschränkungen und die AHA+L-Regel – also Abstands- und Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen sowie regelmäßig lüften – eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu vermeiden. Eine weitere wichtige Maßnahme zum Schutz vor COVID-19 ist es, sich impfen zu lassen und die Möglichkeit der Auffrischungsimpfung zu nutzen. Mit der Corona-Warn-App lassen sich zudem Risikobegegnungen im Alltag erfassen.

COVID-19 lässt sich vorbeugen mit Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln, Hygieneregeln, Mund-Nasen-Schutz, regelmäßig lüften, Impfung.

Kontakte beschränken

Hier geht es darum, die sozialen Kontakte auf einen kleinen, festen Kreis einzuschränken und größere Ansammlungen von Menschen – insbesondere in Innenräumen – zu meiden. Das dient dazu, möglichst viele Infektionen zu verhindern und dadurch die Zahl schwerer COVID-19-Verläufe und Todesfälle so gering wie möglich zu halten. Bei hohen Infektionszahlen ist es ratsam, den Kontakt zu Personen, die nicht im selben Haushalt leben, einzuschränken. Schützen Sie vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen und beachten Sie die Besuchsregeln in Krankenhäusern oder Seniorenheimen.

Abstandsregeln einhalten

Halten Sie möglichst immer und überall mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen. Ob am Arbeitsplatz, beim Einkaufen oder in der Freizeit – der Abstand trägt dazu bei, sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Denn je größer der Abstand ist, desto wahrscheinlicher fallen virusbeladene Tröpfchen auf den Boden, bevor sie eine andere Person erreichen. Verzichten Sie auf das Händeschütteln und auf Umarmungen.

SARS-CoV-2: schwebende Viruspartikel

Hygieneregeln beachten

Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife – zum Beispiel, wenn Sie im Büro sind oder von der Arbeit und vom Einkaufen nach Hause kommen. Beachten Sie zudem die Husten-Nies-Etikette: Drehen Sie sich von anderen Personen weg und niesen oder husten Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge. So lässt sich vermeiden, dass virusbeladene Tröpfchen weit weggeschleudert werden. Entsorgen Sie Taschentücher in Mülleimern mit Deckel.

Im Alltag Maske tragen

Durch das Tragen einer medizinischen Maske, das heißt einer OP- oder FFP2-Maske, lassen sich virusbeladene Tröpfchen abfangen, sodass sich weniger davon in der Luft verteilen. So schützen Sie andere, und andere schützen Sie. Denn auch wer sich nicht krank fühlt, kann das Virus verbreiten. Das Tragen von Masken zeigt dann die höchste Wirkung, wenn alle anwesenden Personen bei Kontakten durchgehend eine Maske tragen (kollektiver Fremdschutz). Visiere vor dem Gesicht können nur große Tröpfchen abfangen, die direkt auf die Scheibe treffen. Sie sind keine Alternative für eine medizinische Maske.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Arten von Masken, wann man diese einsetzt und wie man sie richtig benutzt, finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) im Abschnitt Infektionsschutzmaßnahmen sowie auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und unter infektionsschutz.de.

Regelmäßig lüften

Indem man Innenräume mit genügend Frischluft versorgt, lassen sich wirksam virusbeladene Tröpfchen aus der Raumluft entfernen. Wichtig ist, regelmäßig zu lüften – vor allem, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass mehrere Personen im Raum sind. Man sollte je nach Außentemperatur regelmäßig mindestens 10 bis 15 Minuten bei weit geöffneten Fenstern stoßlüften. Wenn es draußen sehr kalt ist, genügen oft schon 5 Minuten. An heißen Tagen sind bis zu 30 Minuten sinnvoll. Ideal ist es, wenn gegenüberliegende Fenster mitgeöffnet werden, um ein effektiveres Querlüften zu ermöglichen. 

Sich impfen lassen

In Deutschland und der Europäischen Union sind fünf Impfstoffe zum Schutz vor COVID-19 zugelassen: Comirnaty (BioNTech/Pfizer), Spikevax (Moderna), Vaxzevria (AstraZeneca), COVID-19 Vaccine Janssen (Janssen Cilag International/Johnson & Johnson) und Nuvaxovid (Novavax). 

Mittlerweile kann sich jede Person ab 5 Jahren impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 allen Menschen ab 12 Jahren inklusive Schwangeren, Stillenden und Frauen mit Kinderwunsch.

In der Altersgruppe von 5 bis 11 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung nur für Kinder mit verschiedenen Vorerkrankungen und für Kinder, die engen Kontakt zu Personen der Risikogruppen haben. Dazu zählen zum Beispiel Menschen, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen. Für 5- bis 11-Jährige ohne Vorerkrankungen gibt es derzeit keine allgemeine Empfehlung. Bei individuellem Wunsch ist nach ärztlicher Aufklärung aber eine COVID-19-Impfung möglich.

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO jeder bereits zweifach geimpften Person ab 12 Jahren sowie allen zweifach geimpften Kindern mit Vorerkrankungen im Alter von 5 bis 11 Jahren, den Immunschutz mit einer Boosterimpfung aufzufrischen. 

Für Risikopatientinnen und -patienten sowie für medizinisches und pflegerisches Personal gilt zudem die Empfehlung für eine zweite Auffrischungsimpfung.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. Zu schweren Nebenwirkungen kommt es nur sehr selten.

Auch gegen die sich stärker ausbreitenden Virusvarianten kann man sich mit den verfügbaren Impfstoffen schützen – vorausgesetzt, man lässt sich die empfohlene Anzahl an Impfdosen verabreichen, die nötig sind, um die volle Schutzwirkung zu erzielen.

Wer einen Impfschutz gegen COVID-19 hat, kann dies neben dem Eintrag in den gelben Impfpass auch digital nachweisen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie im Beitrag zum EU-weit gültigen digitalen Impfnachweis.

Was die Impfstoffe leisten, wie wirksam und sicher sie sind und für welche Altersgruppen welche Impfstoffe infrage kommen, darüber informiert der Artikel zur COVID-19-Impfung.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema COVID-19 und Impfen finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Weiterführende Informationen zur COVID-19-Impfung finden Sie in den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Corona-Warn-App nutzen

Die Corona-Warn-App hilft dabei, Risikobegegnungen im Alltag zu registrieren und die Nutzerin oder den Nutzer darüber zu informieren. Erfasst werden dabei Begegnungen der letzten 14 Tage. Hatte man in dieser Zeit engen Kontakt zu einer (später) positiv getesteten Person und war so einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, erhält man eine Warnung auf dem Gerät in Form einer rotmarkierten Statusanzeige „erhöhtes Risiko“. Hatte man keine Risikobegegnungen oder beschränkte sich die Begegnung auf einen kurzen Zeitraum oder größeren Abstand, erscheint der Status „niedriges Risiko" in Grün.

Wird einem ein niedriges Risiko angezeigt, sind keine speziellen Maßnahmen nötig. Es empfiehlt sich aber, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Zeigt die App ein erhöhtes Risiko an, ist es jedoch wichtig, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen – unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist. Dazu zählen vor allem:

  • sich nach Hause begeben und zu Hause bleiben
  • beim Auftreten von Symptomen eine Hausarztpraxis kontaktieren
  • sich testen lassen
  • sich zu isolieren, wenn der Test positiv ist
  • das Testergebnis über die App teilen

Ausführliche Informationen, wie man sich bei einer roten Statusanzeige am besten verhält, bietet das Robert Koch-Institut (RKI) unter coronawarn.app.

Weitere Fragen und Antworten zur Funktionsweise und Nutzung der Corona-Warn-App finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Wie diagnostiziert man COVID-19?

Um COVID-19 zu diagnostizieren, ist es wesentlich eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus nachzuweisen. Dafür nehmen Ärztinnen und Ärzte einen Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum und schicken die Probe zur Analyse in ein Labor.

Neben dem PCR-Labortest werden auch Antigen-Schnelltests zum Vor-Ort-Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion eingesetzt. Diese liefern schneller ein Ergebnis als der Labortest. Fällt ein Schnelltest positiv aus, soll er mit einem weiteren Test bestätigt werden. Dies gilt auch für die Selbst-Schnelltests, die man zu Hause durchführen kann.

Das Testergebnis ist positiv, wenn Virusmaterial in der Probe nachweisbar ist. Dann ist es wichtig, alle Kontaktpersonen zu nennen, die sich angesteckt haben könnten. Kontaktpersonen sind alle Menschen, zu denen ab 2 Tagen vor Erkrankungsbeginn engerer Kontakt bestand.

Ein enger Kontakt zu einer infizierten Person und damit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht zum Beispiel, wenn man:

  • ohne Masken ein Gespräch mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern geführt hat
  • direkt mit Tröpfchen in Kontakt gekommen ist, beispielsweise durch Anhusten, Anniesen oder Küssen
  • sich zusammen länger als 10 Minuten in einem schlecht gelüfteten Innenraum aufgehalten hat

Häufige Fragen und Antworten zu den verschiedenen Corona-Tests, etwa wann eine Anwendung sinnvoll ist und wann man Anspruch auf einen kostenlosen Test hat, finden Sie auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

Was es bei der Anwendung der Selbst-Schnelltests zu beachten gilt, darüber informieren ausführlich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Robert Koch-Institut (RKI).

Wann empfiehlt sich ein Test? 

Das Robert Koch-Institut empfiehlt bei einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion einen Test für alle engen Kontaktpersonen, unabhängig von Symptomen. Wer Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Dies gilt insbesondere, wenn: 

  • Atemwegsbeschwerden durch akute Bronchitis oder Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber vorliegen
  • der Geruchs- oder Geschmackssinn akut gestört ist
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt zu einer Person mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion bestehen
  • sich der Gesundheitszustand bei ungeklärten COVID-19-Anzeichen verschlechtert

Außerdem ist ein Test sinnvoll, wenn akute atemwegsbezogene Symptome jeder Schwere vorliegen und zusätzlich zum Beispiel einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
  • Kontakt mit infizierten Personen im Haushalt
  • weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen oder zu Risikopatientinnen und -patienten

Ausführliche Informationen zu den Testkriterien für die SARS-CoV-2-Diagnostik finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI).

Wie wird COVID-19 behandelt?

Im Vordergrund jeder COVID-19-Behandlung stehen Maßnahmen, um die vorherrschenden Symptome und Beschwerden zu lindern.

Je nach Schwere der Erkrankung sind das Maßnahmen wie:

  • Fiebersenkung
  • Sauerstoffgabe
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts
  • Gabe von Antibiotika, wenn zusätzlich bakterielle Infektionen bestehen
  • Überwachung von relevanten Grunderkrankungen 

Darüber hinaus ist es möglich, eine Therapie mit Medikamenten einzuleiten, die gegen das Virus selbst oder gegen die vom Virus verursachte Entzündung wirken. Ob und welche Therapie infrage kommt, richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dem individuellen Risiko für einen schweren Verlauf. Hierbei ist die richtige Auswahl der Medikamente und Einschätzung der Risikofaktoren wesentlich. Denn bei manchen Personen ist bereits bei einer Infektion ohne Symptome oder einem milden Verlauf eine frühzeitige antivirale Therapie sinnvoll.

Menschen, die aufgrund einer COVID-19-Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt werden müssen, benötigen je nach Schwere gegebenenfalls zusätzlich Sauerstoff oder eine maschinelle Beatmung. Manchmal ist auch eine Behandlung auf der Intensivstation nötig, bei der Ärztinnen und Ärzte lebenswichtige Körperfunktionen unterstützen oder Komplikationen behandeln.

Derzeit sind in der Europäischen Union mehrere Medikamente für COVID-19 zugelassen. Weitere befinden sich noch in der behördlichen Prüfung, können aber aufgrund von Empfehlungen medizinischer Leitlinien im Rahmen individueller Heilversuche zum Einsatz kommen.

Für COVID-19 zugelassene Medikamente

Der entzündungshemmende Wirkstoff Dexamethason wird immer bei Menschen eingesetzt, die einen schweren und kritischen Krankheitsverlauf haben und aufgrund einer COVID-19-Lungenentzündung Sauerstoff benötigen oder bereits beatmet werden. Weitere entzündungshemmende Wirkstoffe wie Tocilizumab (RoActemra) und Anakinra (Kineret) können zusätzlich zu Dexamethason zum Einsatz kommen, wenn sich die Erkrankung fortschreitend verschlechtert.

Antivirale Arzneistoffe spielen vor allem in der Frühphase der Infektion eine wichtige Rolle, insbesondere bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf. So kann der Wirkstoff Remdesivir innerhalb der ersten 7 Tage und der Wirkstoff Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) innerhalb der ersten 5 Tage nach Symptombeginn gegeben werden.

Auch die Antikörper Casirivimab/Imdevimab (Ronapreve) und Sotrovimab (Xevudy) sind für eine Behandlung innerhalb der ersten 5 bis 7 Krankheitstage vorgesehen. Sie haben die Eigenschaft, an Bestandteile von SARS-CoV-2 zu binden und so das Virus daran zu hindern, in die Körperzellen einzudringen. 

Therapie mit weiteren Medikamenten

Mittlerweile können Ärztinnen und Ärzte in Deutschland auch das antivirale Medikament Molnupiravir (Lagevrio) verordnen. Dieses darf trotz fehlender EU-Zulassung in Deutschland eingesetzt werden. Es kommt zur Behandlung in der Frühphase infrage und wenn das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöht ist. Ärztinnen und Ärzte können die Substanz bis zu 5 Tage nach Symptombeginn verabreichen.

Für die Behandlung von Menschen mit einer COVID-19-Lungenentzündung im Krankenhaus wird unter bestimmten Umständen zusätzlich zu Dexamethason die Gabe von Baricitinib (Olumiant) empfohlen – einem ebenfalls entzündungshemmend wirkenden Präparat.

Außerdem sollen Patientinnen und Patienten bei einem erhöhten Risiko für Thrombosen eine an ihr Risikoprofil angepasste vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) erhalten oder eine Therapie mit gerinnungshemmenden Mitteln wie Heparin – sofern keine Gegenanzeigen bestehen.

In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

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