COVID-19: die Erkrankung in der Übersicht

Die Erkrankung COVID-19 entsteht durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2, gegen das ein großer Teil der Bevölkerung noch nicht immun ist. Deshalb verbreitet es sich sehr schnell. Nicht jede mit dem Virus infizierte Person zeigt Symptome, aber schwere Verläufe können tödlich enden. Abstands- und Hygieneregeln sowie Alltagsmasken ("AHA-Regel") und eine Impfung sind wesentliche Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung.

Auf einen Blick

  • SARS-CoV-2 ist ein neuartiges Coronavirus, gegen das Schätzungen zufolge mittlerweile 200 bis 500 Millionen Menschen immun sind.
  • Ohne gezielte Maßnahmen zur Eindämmung würde sich das Virus sehr schnell unter (noch) nicht erkrankten Menschen verbreiten.
  • Nicht immer treten Krankheitssymptome wie Fieber auf, jedoch gibt es auch schwere Verläufe mit Todesfolge.
  • Die Erkrankungszahlen sollen so niedrig sein, dass das Gesundheitssystem alle schwer Erkrankten bestmöglich versorgen kann.
  • Um das zu erreichen, sollten möglichst alle Bürgerinnen und Bürger die vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln einhalten.
  • Risikogruppen für einen schweren Krankheitsverlauf sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

COVID-19: Eine ältere Frau schaut aus dem Fenster. Über Mund und Nase trägt sie einen Mundschutz.

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist eine Abkürzung der englischsprachigen Bezeichnung „Corona Virus Disease 2019“: auf Deutsch Coronavirus-Erkrankung 2019. Der Erreger ist das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2, das sich seit Ende 2019 sehr schnell auf der ganzen Welt verbreitet hat. Nicht alle Menschen, die sich anstecken, bekommen Symptome. Doch einige werden so schwer krank, dass sie daran sterben. Vor allem ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen sind betroffen. Doch auch bei jungen und grundsätzlich gesunden Menschen kann COVID-19 tödlich verlaufen. Welche Faktoren einen schweren Krankheitsverlauf fördern können, wird derzeit intensiv erforscht.

Dutzende Virionen der Spezies SARS-CoV-2.

Die Todesursache bei schweren COVID-19-Verläufen ist meist ein Lungenversagen. Um das zu verhindern, müssen Ärztinnen und Ärzte viele der schwer erkrankten Patientinnen und Patienten auf einer Intensivstation mit Beatmungsgeräten behandeln. Damit das Gesundheitssystem möglichst allen eine solche Versorgung garantieren kann, dürfen nicht zu viele Menschen auf einmal krank werden. Deshalb sollten alle Bürgerinnen und Bürger die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einhalten.

Welche Symptome treten bei COVID-19 auf?

Erste Symptome treten 1 bis 14 Tage, im Durchschnitt etwa 5 bis 6 Tage, nach der Ansteckung auf. Aber: Nicht alle infizierten Menschen haben Krankheitsanzeichen – viele verspüren gar keine Beschwerden.

Bei COVID-19 treten erste Symptome 1 bis 14 Tage (im Durchschnitt etwa 5 bis 6 Tage) nach der Ansteckung auf.

Häufige Symptome einer COVID-19-Erkrankung sind:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen

Daneben können auch folgende Symptome auftreten: Kurzatmigkeit, Atemnot, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Hautausschlag, Bindehautentzündung, Lymphknotenschwellungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen.

Was sollte man beim Auftreten von Symptomen tun?

Bleiben Sie zu Hause und halten Sie die Abstands- und Hygieneregeln ein. Lassen Sie sich telefonisch von Ihrer Hausarztpraxis beraten, wie die nächsten Maßnahmen aussehen sollen. Sie sollten auf keinen Fall ohne vorherige telefonische Anmeldung eine Arztpraxis aufsuchen.

Wichtig zu wissen: Wenn der begründete Verdacht besteht, dass bei Ihnen eine COVID-19-Erkrankung vorliegt, oder SARS-CoV-2 bei Ihnen nachgewiesen wurde, sollten Sie Ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Das Gesundheitsamt ordnet dann eine häusliche Quarantäne über 14 Tage an.

Welcher Erreger hat die Pandemie verursacht?

Der Erreger der COVID-19-Pandemie heißt in der Wissenschaftssprache „SARS-CoV-2“, da er mit dem Erreger des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) verwandt ist. Erste Erkrankungen traten vermutlich im Herbst 2019 in der Region Wuhan in China auf. Das Virus verbreitete sich anschließend rasch auf der ganzen Welt. Im März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den COVID-19-Ausbruch offiziell zur Pandemie.

SARS-CoV-2 stammt von sehr ähnlichen Coronaviren bei Fledermäusen ab. Möglicherweise diente noch ein anderes Tier als Zwischenwirt, bevor sich die ersten Menschen damit ansteckten. SARS-CoV-2 gilt als wenig umweltstabil: Außerhalb des menschlichen Körpers stirbt das Virus innerhalb von Minuten bis Stunden ab. Allerdings konnte es in Experimenten auf Gegenständen mehrere Tage überleben.

Wie steckt man sich an und wer ist besonders gefährdet?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet sich von Mensch zu Mensch und kommt inzwischen auf der ganzen Welt vor. Bereits 1 bis 2 Tage vor den ersten Symptomen besteht Ansteckungsgefahr, am höchsten ist sie einen Tag vorher. Wie lange die Ansteckungsgefahr anhält, hängt vom Krankheitsverlauf ab. Der durchschnittliche Ansteckungszeitraum beträgt 9 bis 10 Tage, in Einzelfällen bis zu 20 Tage.

Wichtig zu wissen: Auch Personen, die (noch) keine Symptome haben, können andere anstecken.

SARS-CoV-2 verbreitet sich sowohl über die sogenannte Tröpfcheninfektion als auch über in der Luft schwebende Minitröpfchen (Aerosole).

Infizierte Menschen tragen Virus-Tröpfchen in Nase und Mund, die sich vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten in der Luft verteilen. Gelangen diese Tröpfchen auf die Schleimhäute an Nase, Mund und Augen anderer Menschen, können sich diese mit dem Virus anstecken. Landen die Tröpfchen auf den Händen und fasst man sich dann mit der Hand ins Gesicht, transportiert man die Erreger womöglich zu den Schleimhäuten (Schmierinfektion).

Aerosole entstehen beim Atmen oder Sprechen, vor allem aber bei lautem Schreien, beim Singen und bei intensiver sportlicher Aktivität. Besonders in geschlossenen Räumen und bei fehlender Luftzirkulation können Aerosole längere Zeit und über größere Distanzen in der Luft schweben, was die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erhöht. Eine Ansteckung in Außenbereichen kommt dagegen insgesamt selten vor.

Was sind Infektionskrankheiten?

Im folgenden Video erfahren Sie, wann Mediziner von einer Infektionskrankheit sprechen, durch welche Erreger Infektionskrankheiten ausgelöst und wie sie übertragen werden.

Gibt es weitere Übertragungswege?

Eine Ansteckung über Gegenstände ist eher unwahrscheinlich, da das Virus in der Umwelt nur kurze Zeit überlebt. Insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von erkrankten Personen ist eine Übertragung über mit Viren behaftete Oberflächen aber nicht auszuschließen. Im Stuhl von Erkrankten findet man zwar Coronaviren, diese sind aber vermutlich nicht mehr ansteckungsfähig. Eine Übertragung des Virus durch Haustiere scheint nicht zu erfolgen.

Antworten auf häufige Fragen zur Übertragung durch Lebensmittel und Gegenstände finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Antworten auf häufige Fragen zur Übertragung durch Haus- und Nutztiere finden Sie auf der Website des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Wer ist besonders gefährdet?

Da die körpereigene Abwehr im Alter schwächer wird, kommt es bei hochaltrigen Menschen häufiger zu einem schweren Verlauf. Ab etwa 50 bis 60 Jahren steigt das Risiko dafür stetig an.

Auch Risikogruppen wie Raucher und Menschen mit starkem Übergewicht haben häufiger einen schweren Verlauf.

Schwere Krankheitsverläufe werden auch häufiger bei Patientinnen und Patienten mit folgenden Vorerkrankungen beobachtet: 

Wichtig zu wissen: Auch junge Menschen und Menschen ohne Vorerkrankungen können an einer COVID-19-Erkrankung sterben.

Antworten auf häufige Fragen zu Risikogruppen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Wie schnell verbreitet sich das neuartige Coronavirus?

SARS-CoV-2 ist ein weltweit vorkommendes Virus, gegen das viele Menschen bisher noch keine Immunität entwickelt haben. Anzeichen deuten darauf hin, dass es potenziell einen Grundschutz durch andere Coronaviren in der Bevölkerung gibt.

Die sogenannte Basisreproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt, wenn man keine Maßnahmen dagegen trifft. Sie liegt für SARS-CoV-2 zwischen 3,3 und 3,8. Ein Infizierter steckt also etwa 3 bis 4 weitere Personen an.

Während die Basisreproduktionszahl Durchschnittswerte angibt, scheint es in der Realität etwas anders abzulaufen: Die meisten infizierten Personen stecken niemanden oder nur wenige Menschen an. Wenige „Viel-Verteiler“ (Superspreader) allerdings können sehr viele Menschen anstecken, wenn sie sich zusammen mit diesen Personen in einem Raum aufhalten. In solchen Situationen können dann große Krankheitsausbrüche beginnen (Superspreading Events).

Die Zahl der Neuinfektionen würde ohne Gegenmaßnahmen innerhalb kurzer Zeit sehr stark ansteigen. Mit Kontaktbeschränkungen und der Einhaltung der „AHA+L-Regeln“ – Abstands- und Hygieneregeln beachten sowie Alltagsmaske tragen und lüften sollen Neuinfektionen vermieden werden. Ziel von Kontaktbeschränkungen ist es, möglichst viele Infektionen zu verhindern und damit auch die Zahl von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen so gering wie möglich zu halten.

Warum gibt es keine genauen Infektionszahlen? 

Es ist schwierig, genaue Infektionszahlen zu ermitteln, da nicht alle Menschen mit Symptomen getestet werden und es auch infizierte Personen gibt, die nie Symptome entwickeln. Aufgrund von Antikörpernachweisen im Blut lässt sich aber die Rate an Infizierten schätzen. Dasselbe gilt für Zahlen wie die Sterblichkeit.

Wie verläuft COVID-19?

Je nachdem, wie gut die körpereigene Abwehr das Virus bekämpfen kann, hat die Erkrankung einen unterschiedlichen Verlauf:

Milder bis moderater Verlauf

Etwa 80 Prozent der nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen mild bis mittelschwer. Die erkrankten Personen können sich zu Hause auskurieren. 

Schwerer und kritischer Verlauf

Bei etwa 5 bis 11 Prozent der infizierten Personen kommt es zu einem schweren Verlauf. Typischerweise verschlechtern sich die Symptome nach 7 bis 10 Tagen. Es gelangt dann nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut. Etwa 2 Prozent der Patientinnen und Patienten müssen intensivmedizinisch versorgt und maschinell beatmet werden. Man spricht hier von einem kritischen Verlauf.

Zusätzliche Infektionen mit Pilzen oder Bakterien und vermehrt auftretende Blutgerinnsel erschweren die Therapie. Eine mögliche Komplikation ist eine Lungenentzündung.

Todesfälle

Erkrankte Menschen, die an COVID-19 sterben, sind durchschnittlich 82 Jahre alt. Laut Meldedaten waren etwa 86 Prozent der Verstorbenen in Deutschland 70 Jahre und älter. Von den verbleibenden 14 Prozent waren 10 Prozent zwischen 60 und 70 Jahre alt und 4 Prozent jünger als 60.

Langzeitfolgen und Komplikationen

Längere Genesungszeiten bei Infektionskrankheiten mit Lungenentzündungen sind nicht ungewöhnlich. Auch bei COVID-19 können noch Wochen oder Monate nach der Erkrankung Symptome vorhanden sein oder neu auftreten.

Da sich COVID-19-Erkrankungen klinisch sehr unterschiedlich ausprägen, gibt es bisher keine einheitliche Definition für Langzeitfolgen. Bei schweren Erkrankungen lassen sich beispielsweise organbezogene Langzeitfolgen nach Intensivbehandlungen unterscheiden von längerfristigen Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen, Gedächtnisproblemen oder Wortfindungsstörungen, wie sie Medizinerinnen und Mediziner auch bei milderen Verläufen beobachten. Über den klinischen Langzeit-Verlauf von COVID-19 nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen ist bislang jedoch wenig bekannt.

Komplikationen können zum Beispiel auftreten, wenn das Virus die Blutgerinnung verändert. Eine überschießende Abwehrreaktion kann die Lunge schädigen und die Atemfunktion weiter verschlechtern. 

Wie lässt sich einer Ansteckung mit COVID-19 vorbeugen?

COVID-19 verbreitet sich in erster Linie über eine direkte Tröpfcheninfektion und Aerosole. Deshalb helfen Kontaktbeschränkungen und die „AHA-Regeln“ – also Abstands- und Hygieneregeln sowie Alltagsmasken – eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu vermeiden. Unterstützend wirken zudem regelmäßiges Lüften und die Nutzung der Corona-Warn-App. Mittlerweile kann man sich zum Schutz vor COVID-19 auch impfen lassen.

COVID-19 lässt sich vorbeugen mit Hygieneregeln, der Husten-Nies-Etikette, mit Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz und Kontaktbeschränkungen.

Kontaktbeschränkungen

Hier geht es darum, die sozialen Kontakte einzuschränken und größere Menschenansammlungen zu meiden. Im akuten Pandemiefall sollte man nur zu Personen Kontakt haben, die im selben Haushalt leben. Verzichten Sie auf das Händeschütteln und auf Umarmungen. Schützen Sie vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen und beachten Sie die Besuchsregeln in Krankenhäusern oder Seniorenheimen.

Abstandsregeln

Halten Sie möglichst immer und überall mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen. Ob am Arbeitsplatz, beim Einkaufen oder in der Freizeit – der Abstand kann vor einer Ansteckung schützen. Denn je größer der Abstand ist, desto wahrscheinlicher fallen virusbeladene Tröpfchen auf den Boden, bevor sie eine andere Person erreichen.

Zwei Frauen und ein Mann sitzen gemeinsam an einem großen Schreibtisch und arbeiten. Sie alle tragen einen Mund-Nase-Schutz und sind durch Plexiglasscheiben voneinander getrennt.

Hygieneregeln

Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife – zum Beispiel, wenn Sie im Büro sind oder von der Arbeit und vom Einkaufen nach Hause kommen. 

Husten-Nies-Etikette

Wenn Sie husten oder niesen müssen, drehen Sie sich von anderen Personen weg und halten Sie sich ein Taschentuch vor das Gesicht oder niesen Sie in die Armbeuge. So vermeiden Sie, dass virusbeladene Tröpfchen weit weggeschleudert werden. Entsorgen Sie Taschentücher in Mülleimern mit Deckel.

Alltagsmasken

Eine Alltagsmaske im Sinne einer Mund-Nasen-Bedeckung oder eines Mund-Nasen-Schutz verhindert, dass sich virusbeladene Tröpfchen in der Luft verteilen. So schützen Sie andere, und andere schützen Sie. Denn auch wer sich nicht krank fühlt, kann das Virus verbreiten. Solche Alltagsmasken sind allerdings nur eine mechanische Barriere für größere Tröpfchen. Visiere können nur Tröpfchen abfangen, die direkt auf die Scheibe treffen. Sie sind keine gleichwertige Alternative für eine Alltagsmaske. 

Hinweise, wie man eine Mund-Nasen-Bedeckung richtig benutzt, finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und unter infektionsschutz.de.

Wichtig zu wissen: Wechseln Sie die Alltagsmaske regelmäßig, spätestens, wenn sie feucht geworden ist. Wenn Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff verwenden, waschen Sie diese regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius.

Regelmäßig lüften

Innenräume sollten mit genügend Frischluft versorgt werden. Damit lassen sich wirksam virusbeladene Tröpfchen aus der Raumluft entfernen. Wichtig ist, regelmäßig zu lüften, vor allem, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass viele Personen im Raum sind. Im Schnitt sollte man mindestens 10 bis 15 Minuten bei weit geöffneten Fenstern Stoßlüften. Ideal ist es, wenn gegenüberliegende Fenster mitgeöffnet werden, um ein effektiveres Querlüften zu ermöglichen. Das Fenster (dauerhaft) anzukippen ist hingegen in stark gefüllten Räumen kaum wirksam.

Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App registriert über Bluetooth-Verbindungen zwischen beliebigen Smartphones alle näheren Kontakte und speichert sie auf dem jeweiligen Handy. Hat jemand einen positiven Corona-Test, kann er das der App mitteilen. Diese Information und die gespeicherten Kontakte der letzten 14 Tage werden dann auf einen Server geladen, der diese Kontakte automatisch über das mögliche Risiko informiert. Die Mitteilung erfolgt anonymisiert. Je nach Kontaktzeitpunkt und Kontaktdauer wird ein niedriges oder ein erhöhtes Risiko angegeben. Bei einem erhöhten Risiko und beim Auftreten von Symptomen sollte man eine Arztpraxis oder das Gesundheitsamt kontaktieren. Eventuell wird dann ein Corona-Test empfohlen.

Die Corona-Warn-App soll dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen. Je mehr Menschen die App nutzen, desto nützlicher ist sie. 

Antworten auf häufige Fragen zum Thema Corona-Warn-App finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Impfung

Am 21.12.2020 wurde in der Europäischen Union der erste Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 zugelassen (BioNTech/Pfizer). Seit Anfang Januar 2021 ist ein weiterer COVID-19-Impfstoff (Moderna) in der EU verfügbar. Nun wird deutschlandweit geimpft: mit dem Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer COVID-19-Impfung anzubieten. 

Interessant zu wissen: Bei der Zulassung handelt es sich um eine sogenannte bedingte Zulassung. Das heißt, es müssen noch Studien eingeleitet oder abgeschlossen werden, um weitere Details bezüglich Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Impfstoffe zu klären.

Zunächst werden die Impfstoffe nur in sehr begrenzten Mengen zur Verfügung stehen. Diese sollen dafür genutzt werden, möglichst schnell die Anzahl an Sterbefällen und schweren Krankheitsverläufen zu senken. Daher wird zuerst folgenden Personengruppen eine Impfung angeboten:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von über 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu besonders gefährdeten Gruppen
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern

Die beiden oben genannten Impfstoffe zeigen eine sehr gute Wirksamkeit und Sicherheit. Es ist noch nicht klar, wie lange eine Immunität gegen SARS-CoV-2 nach einer Impfung anhalten wird.

Nähere Informationen zu den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema COVID-19 und Impfen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts (RKI).

Weiterführende Informationen zur Zulassung der COVID-19-Impfung finden Sie in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Wie diagnostiziert man eine SARS-CoV-2-Infektion?

Wer Symptome wie Fieber und Husten hat und eine COVID-19-Erkrankung dahinter vermutet, darf nicht ohne Termin in eine Arztpraxis gehen. Im ersten Schritt ist ein Anruf in der Arztpraxis das Richtige. Ärztinnen und Ärzte werden dann bei einem begründeten Verdacht einen Nasen- oder Rachenabstrich machen und die Probe zum Virusnachweis in ein Labor schicken.

Neben dem Labortest werden auch sogenannte Antigen-Schnelltests zum Vor-Ort-Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion eingesetzt. Diese liefern schneller ein Ergebnis als der Labortest. Fällt ein Schnelltest positiv aus, muss er mit einem Labortest bestätigt werden.  

Das Testergebnis ist positiv, wenn Virusmaterial in der Probe nachweisbar ist. In diesem Fall ist es wichtig, alle Kontaktpersonen herauszufinden, die sich angesteckt haben könnten. Kontaktpersonen sind alle Menschen, zu denen ab 2 Tagen vor Erkrankungsbeginn engerer Kontakt bestand.

Man unterscheidet folgende Gruppen von Kontaktpersonen:

Kontaktpersonen mit hohem Infektionsrisiko

Dazu gehören zum Beispiel Personen, die mindestens 15 Minuten lang ein Gespräch mit einem Abstand unter 1,50 Meter zueinander geführt haben, oder Personen, die direkt mit Tröpfchen von infizierten Menschen in Kontakt gekommen sind, beispielsweise durch Anhusten, Anniesen oder Küssen. Auch längere Aufenthalte mit anderen Menschen in Innenräumen, die unzureichend gelüftet werden, können das Infektionsrisiko erhöhen.

Kontaktpersonen mit geringem Infektionsrisiko

Dazu gehören Personen, mit denen man kürzer als 15 Minuten Kontakt hatte und zu denen man den Abstand von 1,50 Meter nicht einhalten konnte, dabei aber durchgängig einen Mund-Nasen-Schutz getragen hat. Auch, wenn man sich nicht länger als 30 Minuten in einem Raum mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten hat, gilt dies als geringes Risiko.

Weitere Informationen zur Nachverfolgung und zum Umgang mit Kontaktpersonen bietet das Robert Koch-Institut.

Wie geht man mit Kontaktpersonen um?

Das Gesundheitsamt kann für Kontaktpersonen eine häusliche Quarantäne anordnen. In dieser Zeit dürfen Kontaktpersonen ihre Wohnung nicht verlassen. Freunde oder Nachbarn sollten sich dann um Einkäufe und Haustiere kümmern. Kontaktpersonen müssen in dieser Zeit ein Protokoll über Symptome und Kontakte führen. Das Gesundheitsamt erkundigt sich regelmäßig danach.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema Häusliche Quarantäne finden Sie auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Wann empfiehlt sich ein Test? 

Das Robert Koch-Institut empfiehlt einen Test, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Vorliegen von Atemwegs-Beschwerden durch akute Bronchitis oder Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber
  • Bestehen einer akuten Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns
  • ungeklärte Erkrankungssymptome und Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall
  • Verschlechterung des Gesundheitszustands bei bestehenden Symptomen

Ein weiteres Testkriterium ist das Bestehen akuter atemwegsbezogener Symptome jeder Schwere, wenn zusätzlich einer der folgenden Punkte zutrifft:

  •  Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe
  • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
  • erhöhtes Ausgesetztsein (Exposition) bei Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln
  • Kontakt im Haushalt oder zu einer Gruppe von Personen mit akuten Atemwegs-Beschwerden und eine erhöhte Zahl an COVID-19-Neuinfektionen im Land-/Stadtkreis
  • während des Bestehens der Symptome eine Weiterverbreitung möglich war
  • weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen oder zu Risikopatientinnen und -patienten besteht

Ausführliche Informationen zu den Testkriterien für die SARS-CoV-2-Diagnostik finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Wie behandeln Ärzte eine COVID-19-Erkrankung?

Im Vordergrund stehen Behandlungsmaßnahmen gegen die vorherrschenden Symptome wie Fieber und Husten. Insgesamt weisen Ärztinnen und Ärzte etwa 7 Prozent der Patientinnen und Patienten mit COVID-19 ins Krankenhaus ein. 

Im Krankenhaus erhalten sie je nach Schwere der Symptome zusätzlichen Sauerstoff oder werden maschinell beatmet. Einige der erkrankten Personen benötigen eine intensivmedizinische Behandlung, bei der Ärztinnen und Ärzte lebenswichtige Körperfunktionen unterstützen und mögliche Grunderkrankungen oder zusätzliche Infektionen mit Bakterien behandeln. Das Virus selbst muss jedoch durch die körpereigene Abwehr bekämpft werden. 

Medikamentöse Therapie

Derzeit sind zwei Medikamente für die Behandlung von COVID-19 zugelassen: Der Arzneistoff Remdesivir wirkt gegen Viren und verkürzt besonders bei Patientinnen und Patienten, die Sauerstoff benötigen, die Zeit bis zur Genesung.

Der entzündungshemmende Wirkstoff Dexamethason wird bei schweren und kritischen Verläufen eingesetzt. 

Geprüft durch das Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?